Wie lange "muss" man eigentlich den ganzen "Teenie-Müll" aufbewahren, der im Keller aus den Schränken quillt? Bei der Suche nach meinen Uralt-Schallplatten war mir wieder aufgefallen, dass ich noch jede Menge sentimentale Hinterlassenschaften meiner längst erwachsenen Sprösslinge horte.

Den Platz könnte ich gut für andere Dinge brauchen, aber ich kann mich von den Playmo-Männchen, den Legosteinen mit reichhaltigem Zubehör (was gehört eigentlich wozu?), Benjamin-Blümchen-Kassetten, Kinderbüchern, Barbies mit abgeschnittenen Haaren, muffig riechenden Puppenkleidern, einem zerfledderten Angel- und sonstigen Spielen, Autos mit weniger als vier Rädern, Karnevals-Kostümen usw. kaum trennen.

Bei der vorletzten Aufräum-Aktion standen etliche blaue Säcke, vollgestopft mit alten Klamotten, zum Abtransport bereit. Dabei fiel mir das pinkfarbene Blümchenkleid, das meine heute 25jährige Tochter zur Einschulung trug, in die Hände. Sie sah wirklich niedlich aus in diesem Kleid... Heute hängt es gebügelt in meinem Kleiderschrank.

Und da ist ja auch das erste Kleidchen, Größe 62, meiner mittlerweile 30jährigen Tochter. Das kann ich unmöglich ausrangieren. Den Riesenkarton mit den über 1000 Briefen von Mädchen, die mein damals 15jähriger Sohn bei einer Aktion einer Mädchenzeitschrift bekommen hat, habe ich ja auch noch. Leider hat er in seiner Wohnung keinen Platz dafür. Na ja, bei mir sind sie in guten Händen.

Die alten Reitstiefel und die Gerte erinnern mich an das Pferd unserer damals 12jährigen ältesten Tochter und ihre Freude am Reitsport. Nur die ziemlich mitgenommenen Schlittschuhe befördere ich kurzerhand in die Mülltonne, bevor ich es mir wieder anders überlege.

Es gibt sogar Fälle, in denen junge Leute beim Auszug noch ganz andere Dinge bei ihren Eltern deponieren. Eine Bekannte hat gerade den Papagei ihres Sohnes übernommen, der für längere Zeit im Ausland arbeitet. Werden Papageien nicht mindestens 70 Jahre alt? Na ja, da kann ich mich natürlich nicht beschweren...





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Stefan Erdmann