Tour nach Königswinter
Am letzten Samstag habe ich mit den Schützenfrauen eine Schiffstour nach Königswinter gemacht, da fiel mir folgende Geschichte wieder ein.Es war Ende der 70 ziger Jahre. Meine Mutter wollte mit meinen Kindern einen Ausflug machen.
Es sollte eine Schiffstour nach Königswinter werden.
Sie fuhren an einem schönen sonnigen Tag nach Porz zur Anlegestelle der KD und es ging los.
Auf dem Schiff wurde gegessen und getrunken.
In Königswinter angekommen, wollten meine beiden Töchter natürlich auch auf den Drachenfels.
Meine Mutter ist mit der Bahn hochgefahren und meine Kinder sind mit den Eseln geritten.
Da die Bahn höher fährt als die Esel gehen, gab es ein kleines Problem. Die Oma und meine beiden mussten sich jetzt erstmal suchen.
Nach einiger Zeit hatten die Drei sich Gott sei Dank wieder gefunden.
Da oben wurde natürlich auch wieder was gegessen und getrunken.
Und das kostet ja alles Geld. Meine Mutter hatte, wie sie glaubte, genug Geld mitgenommen.
Aber das war dann letztendlich doch nicht so. Meine ältere Tochter musste zählen wie viel Geld noch übrig war. Ich kann mich erinnern, dass es gerade mal 1,80 DM war.
Damit kamen sie ja leider nicht mehr so weit. Sie mussten mit dem Schiff auch wieder zurückfahren. Und auf dem Schiff hatten die 3 ja auch bestimmt wieder Hunger und Durst.
Die Rückfahrkarte war ja schon bezahlt, aber was sie noch auf der Rückfahrt verzehren wollten, dafür fehlte leider das Geld.
Ich habe ja bei der Sparkasse gearbeitet und meine Mutter hatte schon mal was von einem „Blitzgiro“ gehört.
Damals konnte man zu seiner Sparkasse gehen und sich Geld „Blitzschnell“ per Telex überweisen lassen.
Die absendende Sparkasse rechnete eine „Stichzahl“ aus und die empfangende Bank hatte die gleichen Zahlen (auf einem Geheimblatt, das nur für bestimmte Kollegen zugänglich war) und rechnete nach.
Das wurde entweder per Telex oder telefonisch weitergegeben. Der Betrag konnte dann an den Empfänger bar ausgezahlt werden.
Es wurde natürlich dann noch tatsächlich der Betrag an die empfangende Sparkasse überwiesen.
Meine Mutter ging also zur Sparkasse Königswinter und von da rief man mich an, ich solle per „Blitzgiro“ Geld überweisen, damit meine Drei auf der Rückfahrt nicht verhungern.
Leider war es zu spät, da die Kollegen auf unserer Hauptstelle, die dafür zuständig waren, bereits Feierabend hatten.
Meine Mutter hat den Chef von der Sparkasse angefleht, ihr doch Geld zu leihen, ihre Tochter würde das auf jeden Fall überweisen.
Der hat es aber nicht getan.
Sie wusste sich aber zu helfen. Auf dem Schiff hat sie den Kapitän angesprochen, ob er ihr Geld leihen könnte.
Das Geld wollten sie aber auf dem Schiff noch ausgeben, für Essen und Trinken natürlich.
Sie hat versprochen, dass ich ihm das Geld wiedergeben würde, wenn ich die Drei vom Schiff abhole.
Der Kapitän hat ihr dann 30,00 DM geliehen und meine Drei haben es sich auf der Rückfahrt gut gehen lassen.
Das Schiff legte in Porz an und ich hatte das Gefühl, es hatte Schlagseite. Alle Passagiere und auch der Kapitän standen da um zu sehen was passiert.
Meine Mutter stand mit den Kindern als Erste und ich habe gerufen: “Was muss ich bezahlen?“
30,00 Mark rief der Kapitän und lachte.
Ich habe also alle Drei ausgelöst und wir haben noch sehr viel darüber gelacht.
Meine Mutter hat sich dann bei der Köln-Düsseldorfer noch mit einem Brief bedankt.
Etwas später bekam sie von denen auch noch eine Kiste Wein geschenkt.
Die hatten sich alle ganz köstlich über meine Mutter und ihre Probleme amüsiert.
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