Der Nationapark Unteres Odertal beginnt etwa in Höhe Hohensaaten und zieht sich vorbei an Schwedt und Garz flussabwärts beiderseits der Oder bis nach Staffelde südlich von Stettin. Die Oder schlängelt sich einst recht wirr durch diese km-breite Niederung. Sie war nur mit kleineren Schiffen befahrbar. Im Zuge der Industriealisierung des 19./20.Jh. mussten Rohstoffe weiter und optimaler transportiert werden. Nachdem man Erfahrungen mit der "Gewinnung des Oderbruchs" durch Abdeichungen gesammelt hatte, die Oder in ein Zwangsbett zurückgedränkt hatte, führte man etwa ab 1850 eine systematische Begradigung und Vertiefung der Wasserwege auch in diesem Gebiet durch. Ab 1906 begann man so auch den Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße (einen Kanal) über 42 km parallel auf der westlichen Seite dieses bis zu 3 km breiten Niederungsgebietes zu bauen. Es dauerte noch 20 Jahre bis zur Fertigstellung. Der Kanal wurde sehr hoch eingedeicht, denn sein Wasserspiegel lag teilweise bis zu 6 m unter dem der Oder. Über Schleusen erreichte man per Kahn langsam das das Niveau der Oderwasserspiegels. In diesem Kanal hatten die Schiffe immer Wasser unter dem Kiel. Bei der benachtbarten Oder musste man stets Niedrig- bzw. Hochwasser einkalkulieren.  Auch die "Alte Oder" erhielt in dieser Zeit ein teilweise neues Flußbett. An der Ostseite der Niederung wurde die Neue Oder oder Stromoder geschaffen. Auch sie wurde eingedeicht. Zwischen den beiden nun gut schiffbaren Wasserwegen einstand eine gewaltige Polderlandschaft - eine Auenlandschaft. Stromoderseitig wurden Fluttore in die Deiche eingebaut. Die Kronen der Deich werden gegenwärtig insgesamt weiter erhöht. Immer wieder auftretendes Hochwasser kann in unserer heutigen Zeit unberechenbar sein. Der Mensch hat von den Quellen der Flüsse und entlang ihrer Läufe nicht umweltgerecht eingegriffen.
 

Oderpolder Bei Oderhochwasser - meist zum Spätherbst -   wurden diese Tore geöffnet und die Polder geflutet. So bekam auch die Stadt Stettin einen gewissen Schutz vor den Naturgewalten. Man hatte sich bei den Holländern einiges abgeschaut. Fast dieses ganze Gebiet gehört zum Nationalpark. Die Stadt Schwedt hat in den letzten Jahren auch einen modernen Hafen erhalten. Altpapier aus dem gesamten Land Brandenburg wird hier für die ortsansässige riesige Papierfabrik umgeschlagen werden.  Doch die Industie setzt lieber auf Lkw-Verkehr und thyranniert mit  Tracks den gesamten Ort. Eine neue Verbindungsstraße zur bestehenden Autobahn hat man schon geschickt eingefordert. Das Erdöl für die Groß-Raffinerie kommt per Leitung - Produkte werden auch überwiegend per Leitung weiterbefördert. Eine schwach ausgebaute Verkehrsverbindung  mit vielen Brücken durch das Poldergebiet verbindet Schwedt mit dem Nachbarland. Angeregt wird immer wieder zusätzlich eine neue bessere Straßenverbindung  nördlich der Stadt, die die Großfabriken und den Hafen miteinbezieht. Das beißt sich aber mit den Naturparkideen. Andererseits wäre es für einen verträglichen Tourismus recht gut. Alte Verbindungswege über die Oder sind leider erst spärlich wieder hergestellt.

 

 Viele Tiere nutzen dieses Gebiet als dauernden oder vorübergehenden Lebensraum. Biber haben es auch zur neuen Heimstatt gemacht (siehe mein selbstaufgenommenes Artikelbild). Jährlich überwintern hier aber auch 500 bis 1500 Singschwäne. In den Überschwemmungsgebieten nutzen die Tiere gern Wasserpflanzen und Gräser zu ihrer Ernährung. Auf umliegenden Raps- und Getreideflächen wird ihnen bewußt Zusatznahrung durch den Menschen angeboten. Aber auch Kanadagänse, Höckerschwäne, Wildenten und Kraniche nutzen diese Chance. Bis zum Einsetzen der Paarun gszeiten herrscht friedliches Nebeneinander unter den gefiederten Freunden. Die Höckerschwäne mit ihren wulstigen Erhebungen auf den roten Oberschnäbeln sind die Leittiere. Sie sind weniger menschenscheu. In ihren "Schutz" kann man die vielen anderen Gäste beobachten. Der Singschwan selbst kommt aus den Weiten der russischen und skandinavischen Taiga als Wintergast zu uns. Er hat eine gelbschwarzen Schnabel. Sie sind etwas kleiner als unsere einheimischen Höckerschwäne. Aber ihre Kopfhaltung ist eleganter, majestätischer.  Einige von ihnen sind auch schon zu Migranten geworden.  Nach getanem Tageswerk lassen sie auch ihren Gesang erklingen. Der ist glockenartig.

Schwäne waren auch schon für unsere Vorfahren symbolhafte Tiere.  Man denke an die griechische Mythologie und auch an Märchen, Ballett usw.  Immer das Tier der Reinheit und des Lichtes.

Wir werden uns bei unserem diesjährigen Besuch wieder auf Findigkeit der der Naturwacht verlassen. Denn deren Mitarbeitern "schwant" meist, wo sich die Tiere gerade aufhalten. Sie haben uns auch mit mobilen Fernrohren beim Beobachten unterstützt. In der Naturparkstation Criewen können wir uns dann zusätzlich Videos u.ä. ansehen. Für das leibliche Wohl wird ebenfalls auf dem Gelände der Naturparkstation gesorgt.

Diesmal planen wir eine frühere Anreise bis zum Naturparkzentrum Criewen als im Vorjahr. Wir hatten bei der Anreise Verspätungsprobleme bei der Bahn. Der Anschlussbus war weg. Wir sind auf abenteuerlichen Wegen dennoch dahingelangt - haben trotzdem alles gemeistert.

Alle Angaben zur Fahrt am 11.2.2012 stehen unter Treffen.
Wer mitkommt, unbedingt noch eine Pullover extra einpacken oder anziehen! Beim Zuschauen kann es ganz schön kalt werden.

 

Hier gibt es noch mehr

www.nationalpark-unteres-odertal.eu/

 

 Wenn man möchte, gibt es sogar ein Tierkonzert!