Träume

Weisst Du,
dass unsere Träume träumen,
kaum dass wir uns
Adieu gesagt?

Neulich,
nach dem letzten lieben Servus
hab ich Dich
an der Hand genommen...
und uns führte ein Weg
weit fort.

Die Bauern nebenan
pflügen den Acker.
Es riecht würzig
nach frischer Erde.
Und Frühling.

Ich habe meinen Arm
um Dich gelegt
und Du
den Deinen um mich.

Das Zöpfchenkind
rennt nochmals
an uns vorbei -
den Kuss
hat es wieder nicht gesehen.

Am Waldrand steht ein Reh.
Als ich es Dir zeige,
berühre ich leicht Dein Ohr.
Ich küsse es
und Du zitterst.
Wie das Reh,
das uns entdeckt hat
und mit einem grossen Satz
im Wald verschwindet.
Ich nehme Dein Gesicht
in meine Hände
und küsse Deine Stirn.
Du zitterst immer noch.

Erst als sich unsere Lippen finden,
halten Hände Hände
ruhiger und fest.
Nur Deine Augen fragen.
Ich kann Dir keine Antwort geben -
ein Kuss verschliesst die Wirklichkeit -
ein Herzschlag lang Unendlichkeit.

Wir gehen zurück,
leis' im Glück,
das Lächeln,
das über Dein Gesicht huscht,
ist der Flügelschlag
eines Gedankens,
den Du mir schenkst,
während ich neben Dir gehe.

Fragezeichen verschwinden.
Du schliesst die Augen,
weil Du mich küsst.
Schöne Träume
enden immer sanft,
nur Sehnsucht
bleibt zurück.
Lieben heisst auch hoffen.