Über'm Wasser

Wir dümpeln über das Wasser
und unser Kahn
zieht eine perlende Schnur
hinter uns her.
Überall Natur in Schweigen.
Nur wir unterbrechen
diese aufgeregte Stille
mit unserem Boot,
in dem ein Ruder fehlt.
Und so drehen wir uns
im Kreise.

Und unser Schweigen
passt zu diesem See,
der sich sein Geheimnis
nicht entlocken lässt -
schon das Ufer drückt
Verschwiegenheit aus
und Abwehr.
Die Stimmung
kommt auch von den Farben,
die diesen See bemalen:
Nicht in bunt und schrill,
sondern grau und braun
und ganz dezent.
Man kommt ihm
des dichten Schilfes am Ufer wegen
auch unheimlich schwer
ganz nah;
nur an der einen Stelle,
wo unser Kahn dümpelt,
konnte man dem See
eine Öffnung im Schilf entlocken.

Und so sind wir,
weil wir die Stelle kennen
und immer wieder suchen,
zumeist die einzigen,
die auf ihm schweigen dürfen.
Nur die Fische -
so scheint es mir jedenfalls -
springen,
wenn wir auf dem Wasser sind,
viel öfter und aufgeregter.

Ob sie wohl neugierig sind?
Oder wissen,
dass wir uns gerne küssen?