Für mich ist es vollkommen okay, alleine zu leben, denn bei mir sieht es aus, wie bei Hempels hinterm Ofen. Es stört mich nicht und bleibt so.
Mein Kleiderschrank dient als Versteck für meine Bügelwäsche. Ich lebe damit hervorragend. Auch wenn mich einige als treu, edel und gut bezeichnen, bin ich kein direkter Nachfahre von Winnetou und möchte das auch nicht sein.
Die beiden defekten Wasserhähne - in der Küche und im Bad –tauschte ich nun nach vier Jahren endlich aus und mir geht es wider Erwarten gut damit. Ich lasse jetzt so gerne das Wasser laufen, weil ich den Haupthahn nicht mehr aufdrehen muss.
Irgendwann werde ich auch wissen, wie ich die Schokoladenflecken aus meiner hellen Couch heraus bekomme. Bis dahin bleiben sie dort wo sie sind und vermehren sich regelmäßig, je nach dem, was gerade im Fernsehen läuft.
Der uralte Teppichboden ist noch vom Vormieter und ich vergreife mich nicht an fremdem Eigentum. Der Staubsauger ist wahrscheinlich kaputt, oder aber der Staubbeutel ist voll. Wenn ich Zeit habe, was selten vorkommt, werde ich das überprüfen. In der Zwischenzeit haue ich auf der Klampfe herum, schreibe irgend einen Text oder mal mir ein Bild, das ich dann an die Wand hänge.
Wie jemand auf die Idee kommen könnte, ich wolle, dass man mir die Klamotten wäscht, ist mir ein Rätsel. Ich ernähre mich selbst, benötige schon aus den oben erwähnten Gründen keine Putzfrau und eine Mutter habe ich auch noch. Wer gerne Kuchen backt und Rezepte austauscht, darf das gerne. Allerdings ohne mich.
Es mangelt mir mittlerweile an der Motivation, mein Leben ständig in epischer Breite darzulegen, deshalb beende ich den Text hier. Sollte ich zu der Auffassung kommen, ich sei "auf der Suche", werde ich es die Welt wissen lassen.
Über mich
Irgendwie fühle ich mich wohl. Bis auf die Tage, an denen es besser laufen könnte.
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