Zugegeben, es ist immer noch so - nicht nur in ländlichen Gebieten - dass veraltete Denkstrukturen, übernommene Moral-Vorstellungen, Borniertheit usw. das Zusammenleben prägen.
Auf der Suche nach passendem Vokabular zur Beschreibung dieser - ach so menschlichen - Weltanschauung, fiel mir die Bedeutung des Wortes Ignoranz ins Auge, die da lautet:
"Unwissenheit, Beschränktheit; Unwissenheit wegen mangelndem Erkenntnis- bzw. Wissensdranges".
In seinen Gedanken beschreibt Norbert B. sehr treffend EINEN Aspekt unserer hoch-technologischen, sozial-feindlichen westlichen Gesellschaft. Sehr vertraut ist den meisten von uns auch die Grundstimmung des Artikels, mit der wir versuchen, der Geringschätzung ganzer Bevölkerungsgruppen entgegen zu wirken. Wir schimpfen, wettern gegen die diejenigen, die versuchen uns auszugrenzen und bilden in unserer Abwehrhaltung eine Solidargemeinschaft gegen die "Anderen".
Dabei übersehen wir jedoch etwas. Die Anzahl der Menschen über 40 Jahre beträgt in Deutschland schon heute mehr als 50% der Bevölkerung, wobei der Anteil der Frauen hier wiederum höher liegt, als der der Männer.(Quelle: Bevölkerung und Bevölkerungsentwicklung, http://www.bpb.de/wissen/)
Am 17. Juli 2007 wies Senioren-Ministerin Ursula von der Leyen darauf hin, dass Deutschland bald über die älteste Bevölkerung der Welt verfügen werde. 2035 wird danach fast jeder zweite Deutsche älter als 50 Jahre sein.
(Quelle: http://linkszeitung.de/content/view/129054/51/)
Ich frage mich also, wer hat hier wem etwas zu gönnen?
Wir sind VIELE. Das ist der ANDERE Aspekt dieser Zeit. Unsere Lebenssituation hat sich in den letzten Jahrzehnten drastisch verändert. Wir sind die "jungen Alten", leben länger, sind gesund, geistig fit und aktiv. Unsere biologische und psychologische Lebensuhr hält mit den Jüngeren noch lange Schritt.
Wer - außer uns selbst - hindert uns daran, unser individuelles Lebensglück an anderen Kriterien festzumachen, als an Beruf, Arbeit oder der Meinung engstirniger, kleinkarierter Mitmenschen?
Die erfolgversprechendste Weise für ein Umdenken zu sorgen ist schon immer gewesen, das Gewünschte vorzuleben - ggf. auch indem ich meine Meinung etwas vehementer vertrete. Wenn ich mein Gegenüber neugierig mache, setze ich einen Denk-Prozess in Gang. Durch maßregeln und negative Abwehr erzeuge ich nur Widerstand ...und der ist immer kontraproduktiv.
Ich ziehe es vor meine Würde zu behalten, statt mich zur Almosen-Empfängerin durch Politikers-, Managers- oder Nachbars-Gnaden machen zu lassen.
In diesem Sinne wünsche ich euch und mir ein gesegnetes Jahr 2008
Hiltja (Swanhild M.)
Umdenken und Verändern - oder lieber weiter Leiden?
"Gönnt auch älteren Menschen ein spätes Glück" schreibt ein "Platiner" in seinen Gedanken zum Jahreswechsel. Zuerst war mir nicht klar, welcher Teil seines Appells mir Unbehagen bereitet. Doch dann sah ich es - das Wörtchen "gönnt". Wer hat die Rolle des Gönners und ...bin ich bereit, den Part der Spenden-Empfängerin zu spielen?
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