Unser Leben im Heiligen Land
Wir haben viele Jahre auf unseren innigsten Wunsch, unser großes Ziel hingearbeitet und uns schließlich unseren Wunsch erfüllen können, nach Israel zu ziehen.
Im Jahre 1971 habe ich meinen Mann Leon, einen Schweizer geheiratet und wir lebten 21 Jahre in Zürich, wo unsere 5 Kinder geborn sind. Es waren die schönen, jungen Jahre!
Unsere beiden ältesten Töchter heirateten, in Israel natürlich, da fanden wir, die Zeit sei nun gekommen. Doch erst wollten wir noch die Bar-Mitzwa unser Sohnes in Zürich feiern, da alle Freunde und Lehrer da waren. Die Bar-Mitzwa ist der 13. Geburtstag eines Jungen, ab da gilt er als "Mann", kann zu einem Quorum von 10 Männern, deren es bedarf, um einen Gottesdienst abhalten zu können, gerechnet werden. Er ist dann für seine eigenen guten Taten und Sünden verantwortlich und muss nun täglich am Morgen beim Beten die Phylakterien an Arm und Kopf anlegen - sein Leben lang, außer am Schabbat.
Nach der Feier kamen hunderte Verwandte und Bekannte, um uns zu gratulieren und sich gleichzeitig von uns zu verabschieden - es war freudig und wehmütig zugleich. Wir ließen unsere Jugend zurück und fingen ein neues Leben an.
Unsere Älteste in New-York erwartete ihr erstes Kind, bald würden wir Großeltern sein!
Als der Container, der 21 Jahre unseres Lebens enthielt, abgeschickt war, flossen viele Abschiedstränen und wir machten uns mit 25 Koffern und meiner alten, kränklichen Schwiegermutter auf den Weg.
Unser Haus, in das wir uns bwi der Hochzeit unserer zweiten Tochter "verliebt" hatten, wartete auf uns. Eiskalt, riesig und VÖLLIG leer...
Vor lauter Ratlosigkeit fingen wir zu lachen an, bis uns die Tränen herabkullerten und wir uns den Bauch hielten!
Mitten in diesem Heiterkeitsausbruch traf unsere zweite Tochter ein, die in der gleichen Stadt wohnte, mit Essen, Wegwerfgeschirr und vor allem Matratzen aus dem Hotel ihres Schwiegervaters, das uns noch öfters aushelfen sollte.
Nach verschiedenen Anfangsschwierigkeiten gingen die 3 Kinder, die noch zu Hause waren in die Schule und das Haus erlangte nach der Ankunft des Containers mit unseren Teppchen und Bildern und den gewohnten Möbeln Wärme und Intimität, trotz der Größe.
Mein Mann hatte seine Krawattenfabrik, das Lebenswerk meines Schwiegervaters, einem Kompagnon zurückgelassen, das Lokal, das wir im Textil-Modecenter besassen, wurde vermietet, nunkonnte mein Mann seinen Lebenstraum verwirklichen, sich vollkommen dem Talmudstudium zuzuwenden. Er hatte natürlich schon vorher viel studiert in dieser Richtung, jeden Morgen vor der Arbeit und jeden Abend, 21 Jahre lang mit dem selben Freund! Nun wurde er in einem "Kollel" aufgenommen, bei dem man sehr strenge Aufnahmsprüfungen ablegen musste, um überhaupt konsideriert zu werden. Ein Kollel ist eine Art Universität, in der erwachsene Männer, teils ehrwürdige alte Talmudgelehrte ihre Tage, umgeben von abertausenden von talmudischen Werken, damit verbringen, konzentriert zu studieren und zu diskutieren. Mein Mann wurd aufgenommen und durfte mit bekannten Gelehrten, deren ethische Lebenseinstellung hier gar nicht mit einigen Sätzen zu beschreiben möglich ist, seinen Studien nachgehen. Er war dabei glücklicher, als je im Leben...
Ich fand genügend Übersetzungsarbeiten, die ich zu Hause erledigen konnte. Die freie Arbeitszeit-Einteilung kam mir sehr entgegen, denn bald sollte unsere Gitti von New-York eintreffen, um uns endlich zu Großeltern zu machen.
Sie bakam einen Sohn - das Beschneidungsfest war eine sehr emotinale und rührende Feier. Der Großvater unseres Schwiegersohnes ist eine der bekanntesten Rabbiner-Persönlichkeiten des Landes und natürlich hatte er die Ehre, das Kind bei der Beschneidung zu halten, was wiederum für uns eine große Ehre war.
Bald danach bekam auch Jaffa, unsere zweite Tochter, ihr erstes Kind, eine Tochter. Nunhatten wir endlich wieder einen großen Haushalt mit Babygeschrei, Pampers usw. Das genoss ich ungemein und behielt meine Töchter bei uns, bis sie nach Wochen wieder bei vollen Kräften waren.
Natürlich besuchten wir viele heilige Stätten und sahen uns das Land an. Darüber werde ich nächstes Mal berichten, vielleicht schon heute Abend. Bis dahin grüße ich alle recht herzlich,
Pessy
Unsere beiden ältesten Töchter heirateten, in Israel natürlich, da fanden wir, die Zeit sei nun gekommen. Doch erst wollten wir noch die Bar-Mitzwa unser Sohnes in Zürich feiern, da alle Freunde und Lehrer da waren. Die Bar-Mitzwa ist der 13. Geburtstag eines Jungen, ab da gilt er als "Mann", kann zu einem Quorum von 10 Männern, deren es bedarf, um einen Gottesdienst abhalten zu können, gerechnet werden. Er ist dann für seine eigenen guten Taten und Sünden verantwortlich und muss nun täglich am Morgen beim Beten die Phylakterien an Arm und Kopf anlegen - sein Leben lang, außer am Schabbat.
Nach der Feier kamen hunderte Verwandte und Bekannte, um uns zu gratulieren und sich gleichzeitig von uns zu verabschieden - es war freudig und wehmütig zugleich. Wir ließen unsere Jugend zurück und fingen ein neues Leben an.
Unsere Älteste in New-York erwartete ihr erstes Kind, bald würden wir Großeltern sein!
Als der Container, der 21 Jahre unseres Lebens enthielt, abgeschickt war, flossen viele Abschiedstränen und wir machten uns mit 25 Koffern und meiner alten, kränklichen Schwiegermutter auf den Weg.
Unser Haus, in das wir uns bwi der Hochzeit unserer zweiten Tochter "verliebt" hatten, wartete auf uns. Eiskalt, riesig und VÖLLIG leer...
Vor lauter Ratlosigkeit fingen wir zu lachen an, bis uns die Tränen herabkullerten und wir uns den Bauch hielten!
Mitten in diesem Heiterkeitsausbruch traf unsere zweite Tochter ein, die in der gleichen Stadt wohnte, mit Essen, Wegwerfgeschirr und vor allem Matratzen aus dem Hotel ihres Schwiegervaters, das uns noch öfters aushelfen sollte.
Nach verschiedenen Anfangsschwierigkeiten gingen die 3 Kinder, die noch zu Hause waren in die Schule und das Haus erlangte nach der Ankunft des Containers mit unseren Teppchen und Bildern und den gewohnten Möbeln Wärme und Intimität, trotz der Größe.
Mein Mann hatte seine Krawattenfabrik, das Lebenswerk meines Schwiegervaters, einem Kompagnon zurückgelassen, das Lokal, das wir im Textil-Modecenter besassen, wurde vermietet, nunkonnte mein Mann seinen Lebenstraum verwirklichen, sich vollkommen dem Talmudstudium zuzuwenden. Er hatte natürlich schon vorher viel studiert in dieser Richtung, jeden Morgen vor der Arbeit und jeden Abend, 21 Jahre lang mit dem selben Freund! Nun wurde er in einem "Kollel" aufgenommen, bei dem man sehr strenge Aufnahmsprüfungen ablegen musste, um überhaupt konsideriert zu werden. Ein Kollel ist eine Art Universität, in der erwachsene Männer, teils ehrwürdige alte Talmudgelehrte ihre Tage, umgeben von abertausenden von talmudischen Werken, damit verbringen, konzentriert zu studieren und zu diskutieren. Mein Mann wurd aufgenommen und durfte mit bekannten Gelehrten, deren ethische Lebenseinstellung hier gar nicht mit einigen Sätzen zu beschreiben möglich ist, seinen Studien nachgehen. Er war dabei glücklicher, als je im Leben...
Ich fand genügend Übersetzungsarbeiten, die ich zu Hause erledigen konnte. Die freie Arbeitszeit-Einteilung kam mir sehr entgegen, denn bald sollte unsere Gitti von New-York eintreffen, um uns endlich zu Großeltern zu machen.
Sie bakam einen Sohn - das Beschneidungsfest war eine sehr emotinale und rührende Feier. Der Großvater unseres Schwiegersohnes ist eine der bekanntesten Rabbiner-Persönlichkeiten des Landes und natürlich hatte er die Ehre, das Kind bei der Beschneidung zu halten, was wiederum für uns eine große Ehre war.
Bald danach bekam auch Jaffa, unsere zweite Tochter, ihr erstes Kind, eine Tochter. Nunhatten wir endlich wieder einen großen Haushalt mit Babygeschrei, Pampers usw. Das genoss ich ungemein und behielt meine Töchter bei uns, bis sie nach Wochen wieder bei vollen Kräften waren.
Natürlich besuchten wir viele heilige Stätten und sahen uns das Land an. Darüber werde ich nächstes Mal berichten, vielleicht schon heute Abend. Bis dahin grüße ich alle recht herzlich,
Pessy
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