Es gibt auch in unseren Breiten Orchideen, nämlich die Bienen- und die Hummelragwurz, deren Blüten das Aussehen und den verlockenden Duft einer Biene ode einer Hummel nachahmen, um sich dann von einem getäuschten Insektenmännchen bestäuben z u lassen. Wer würde einen Krebs erwarten, der einen LAUTEN KNALL erzeugt, mit dem er Beutetiere derart schockiert, dass sie seinen Zangen schreckgelähmt nicht entkommen können, oder ein kleines Säugetier, wie die Fledermaus, das in finsterer Nacht per SONAR mit selbsterzeugtem Ultraschall zwischen dicht stehenden Hindernissen hindurch ein Insekt verfolgen und schließlich fangen kann. Wie ist das alles möglich?
Und wie ist es möglich, dass der Mensch als einzige Säugetierart ein Gehirn entwickeln konnte, das ihn intellektuell allen anderen Tierarten gegenüber haushoch überlege macht? So sehr überlegen, dass alle Tiere kein anderes Tier so sehr fürchten, wie den Menschen, der doch nicht wie ein Raubtier mit Krallen und Reißzähnen aussieht, sondern wie ein Allesfresser mit harmlosen Mahlzähnen und Finger- und Fußnägeln ausgestattet ist. Alle Tiere dieser Welt haben exakt so viel Intelligenz wie sie zum Überleben brauchen, nicht mehr. Einzig und allein der Mensch hat Fähigkeiten entwickelt, die weit über das hinaus gehen, was er zum Überleben braucht. Er kann besser, schneller und weiter fliegen als die Vögel, kann tiefer und länger tauchen als die besten Taucher unter den Walen. Er kann Nachrichten und sein Wissen über Jahrtausende speichern, er kann es in Echtzeit um die ganze Erde verbreiten und mit Lichtgeschwindigkeit zu fernen Sternen und Galaxien versenden. Er kann Gebäude bauen, die bis in die Wolken reichen, Kunstwerke von ergreifender Schönheit schaffen und eines Tages vielleicht auf Monden ferner Planeten siedeln, Die Hilfsmittel dafür hat ihm nicht wie den Tieren die Natur gegeben. Nein er hat sie selbst erfunden und gebaut mit Hilfe seines hochentwickelten Verstandes,
Aber...... wird er auch immer klug genug sein, diese seine Fähigkeiten nur vernünftig und sinnvoll zu nützen?
Denn er kann auch wegen eines kurzzeitigen Nutzens ganze Urwälder vernichten, das Klima auf unserer Erde verändern bis er selbst nicht mehr atmen kann. Derzeit ist er schon munter dabei, wider besseres Wissen. Er kann riesige Landflächen menschenleer und für Jahrtausende unbewohnbar machen. Auch dafür hat er schon heute die Mittel. Wird seine überragende Intelligenz auch ausreichen, solche selbstgemachten weltweiten Katastrophen zu verhindern? Wird seine Intelligenz auch dafür reichen und ihm helfen, seine Gier zu zügeln? Manchmal muss man es bezweifeln. Wüssten wir das, wenn wir es nicht in der Schule gelernt hätten?
Es sind die Gene, die alle Lebewesen in Jahrmillionen langer unmerklicher Arbeit verändert haben und die letztlich aus einem Einzeller all diese pflanzliche und tierische Vielfalt entstehen ließen. Sie müssen nur ein oder einige Bruchstücke eines Gens durch ein anderes Bruchstück ersetzten, und schon haben die Nachkommen ein verändertes Aussehen oder andere Eigenschaften und Fähigkeiten als die Eltern und vererben diese Dinge weiter und weiter, oder sie sterben bald aus, wenn die Neuerungen nicht für das Leben geeignet sind. Beim Menschen wissen wir noch nicht, ob seine überragenden Hirnleistungen ihm einmal das Überleben ermöglichen oder ihm den Untergang bescheren. Die Fähigkeit, seine eigene Art fast vollständig auszurotten und den überlebenden Rest durch Strahlung lebensunfähig zu machen, hat er schon. Ob seine übergroße Gier ihn nicht hindert, sich richtig zu verhalten, wird sich zeigen.
Doch nicht nur die Artenvielfalt bescherte uns die Genveränderung, sondern auch die Entstehung des Lebens überhaupt, und zwar aus einfachen Einzellern. Es klingt unglaublich, aber es ist richtig, dass alles Leben einmal als Einzelzelle angefangen hat.
Die Gläubigen unter Ihnen müssen deshalb ihrem Glauben an einen allmächtigen Schöpfer nicht abschwören, denn niemand wird je beweisen können, dass nicht ein höheres Wesen dahinter steckt. Lediglich die Erschaffung der Welt innerhalb von sieben Tagen ist ein schönes Märchen, erfunden in unwissenderen Zeiten.
Die Lehre von der Genetik und von den Genen hat in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts enorme Fortschritte gemacht und man ist heute bereits in der Lage, als Mensch die Gen- Veränderung in der Retorte selbst in die Hand zu nehmen.
Bis zu diesem Zeitpunkt hat man die Tiere und Pflanzen durch konstante züchterische Auslese verändert und seinen eigenen Bedürfnissen angepasst, ohne das Wort „Gene“ überhaupt zu kennen. Der Züchter hat nur aus seinen Erfahrungen und aus genauer Beobachtung gelernt, dass man durch die Verpaarung mit bestimmten Partnern und mit viel Geduld die Eigenschaften der Nachkommen stark verändern kann.
Diese Erkenntnis hat er über Jahrhunderte geduldiger Arbeit genützt und dadurch erstaunliche Fortschritte erzielt.
Auch heute noch wird diese altbekannte Methode von Züchtern zur Verbesserung der gewünschten Eigenschaften bei unseren Haustieren benützt und sie wird auch weiterhin benutzt werden.
Auf diese Weise hat man Kühe zu Milchleistungen gebracht, die man zuvor nie für möglich hielt,. Besonders in Süddeutschland hat man Rinder mit gleichzeitiger hoher Milch- und Fleischleistung gezüchtet. Fettarme Schweine mit gewaltigen Fleischanteilen sind heute eine Selbstverständlichkeit, Nutzpflanzen mit besonders hohem Ertrag und Obstsorten mit einem nie zuvor gekannten würzigen Geschmack sind entstanden..
Auf allen Gebieten der Tier- und Pflanzenzucht züchtete man auf Höchstleistung. So entstanden unsere eindrucksvollen Hochleistungspferde aus dem frühen Przewalski- Pferd. Heute gibt es das schwere, muskulöse Kaltblut, das bestens zum Springen geeignete elegante Warmblut und das grazile, ausdauernde arabische und englische Vollblut, das bei Rennen immer wieder neue Rekorde aufstellt und willig seinem Besitzer gehorcht, obwohl es instinktiv weiß, dass ein Sturz mit Beinbruch seinen sicheren Tod bedeutet. Wie ein gut gedrillter Soldat (ein Held?) lässt sich das Pferd in den Krieg führen, obwohl sich ihm als Fluchttier alle Haare gegen den Krieg sträuben.
Noch vielgestaltiger sind die herausgezüchteten Veränderung bei unserem besten und treuesten Freund und Helfer, dem Hund. Aus den früheren Wölfen ist eine Vielzahl von Hunderassen entstanden, die sich alle grundlegend von einander unterscheiden. Zwischen Zwergen (Rehpinscher, Chihuahua, Yorkshire) und wahren kalbsgroßen Riesen gibt es alle Abstufungen. Auch die übrigen Eigenschaften und Fähigkeiten sind so verschieden, wie bei keiner anderen Tierart.
Eines allerdings haben sie gemeinsam, die Liebe und Treue zu Herrchen und Frauchen. Kein Hund, wie groß oder wie klein auch immer, wird je freiwillig seinen Herrn verlassen, aber immer wieder wird ein treuer Hund von seinem Herrn verlassen, obwohl dieser wissen sollte, dass jeder Hund, egal welcher Rasse, seine einzige Fähigkeit, sich alleine durch das Leben zu schlagen, aus Liebe zu seinem Herrn verloren hat. Er hat das Jagen aufgegeben und sich sogar dem Nahrungsgeschmack seines Freundes angepasst, indem er weitgehend auch pflanzliche Nahrung annimmt. Von seinem Besitzer verlassen, etwa im Wald oder an der Autobahn ausgesetzt, muss er neben der Enttäuschung über den Verrat seines „bewunderten Freundes und Leittieres“ oft Hunger leiden, körperlich verkommen und vielleicht verhungern oder als „Wilderer“ erschossen werden. Ein Mensch, der seinen Hund verstößt, ist ein schlechter, ein charakter- und gewissenloser Mensch. Er sollte daran denken, dass der Hund nur seinetwegen verlernt hat, sich selbst ausreichend zu ernähren.
Natürlich gab es auch Fehlleistungen bei der Tier- und Pflanzenzucht und es wird sie auch vermehrt in der modernen Gentechnik geben. Die schön geformten und gefärbten, aber geschmacklosen heutigen Tomaten entstanden, bei denen man vor lauter Gier auf hohes Verkaufsgewicht, schönes Aussehen und Transportresistenz das Aroma vergessen hat, oder es entstanden immer prachtvollere Rosen, die den herrlichen Rosenduft gänzlich verloren haben.
Glücklicherweise kann König Kunde solche Sorten durch konstante Kaufverweigerung wieder verschwinden lassen.
Aber schon hat die Geschäfts- und Verkaufsgier eine neue Untat entdeckt. Neuerdings reißt man das Obst viel zu früh von den Ästen, damit man früher einen hohen Preis erzielt, als die vernünftigeren Kollegen. Daß solche Früchte trockener, härter und geschmackloser nachreifen, interessiert sie offenbar wenig.
Hoffentlich belehrt die Kundschaft bald auch diese Leute eines Besseren.
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