Drrrrrrrrrrrrr, Drrrrrrrrrrrrrr, Drrrrrrrrrrrr oh nein, das kann nicht sein, ich bin doch grad erst ins Bett gegangen. Der erste Wecker klingelt. Noch einmal drehen und kurz dösen und dann in die Höhle des Löwen.  Sohnemann Nr. 3 muss aufstehen es ist halb sechs, sonst schafft er seinen Bus nicht. Also nutzt nichts, raus mit den müden  Knochen aus dem Bett. Ich wälze mich vorsichtig rüber und strecke die Beine aus dem Bett, huch wie kalt das ist. Der erste Fuß berührt den Fußboden und der andere zieht nach. Es fühlt sich an als gehören die Füße nicht mir, sie gehorchen nicht, denn mein Kopf sagt, einfach liegen bleiben.

 

Im Dunkeln taste ich mich durch mein Schlafzimmer bis in das Zimmer von Sohnemann und schleiche zu seinem Bett. Streichel ihn vorsichtig an der Wange und sage leise: „Hallo du, du musst aufstehen, sonst schaffst Du Deinen Bus nicht!“ „Jaaaaaaaaaaa, Mann!“ seine Antwort. Ich schleiche wieder in mein Schlafzimmer. Er braucht jetzt ca. 15 Minuten für seine Morgentoilette. Jungs sind schlimmer wie Mädchen. Die Frisur muss sitzen, dafür kann man dann schon mal auf das Zähneputzen verzichten. Ich kuschel mich noch eben für ein paar Minuten in mein Bett. Ich höre wie er hantiert und wie der Wasserhahn läuft. Er fönt sich die Haare und lässt den Wasserhahn dabei laufen, ich merke wie Ärger in meinem Bauch aufsteigt. Gut, das er die Wasserrechnung nicht zahlen muss.

 

Der Dackelprinz ist auf seinem Thron wach geworden und steigt mal eben zu mir ins Bett und sagt Bescheid, dass Wecker Nr. 2 klingelt. Liebevoll legt er sich über mein Gesicht und sagt mir ich soll jetzt aufstehen. Es nutzt ja nichts, ich muss hoch. Das Bad ist frei und ich mache eben eine Katzenwäsche und schmier der alten Frau dort im Spiegel eine Ladung Melkfett ins Gesicht. Ja, Millionen von Kühen können sich nicht täuschen, was für den Euter gut ist kann auch für das Gesicht nicht schlecht sein. Noch eben die Zähne putzen und der Radiowecker geht an. Ich mag nun keine Musik mehr und stell ihn aus.

 

Nach unten und Kaffee machen und Brote schmieren. Im Eiltempo rennt Sohnemann Nr. 3 an mir vorbei und nimmt seine Schulbrote in Empfang. „Tschüss Mama ich hab es eilig!“ Ja, aber die Frisur sitzt perfekt. Er stürzt in die Garage schwingt sich auf sein Fahrrad, nein eigentlich ist es mein Fahrrad, seins ist ihm peinlich, es ist ein Mountainbike, er wollte es unbedingt haben, nun sind aber Hollandräder angesagt und ich hab so eins.

 

Ich stell die Kaffeemaschine an und ja, klar.... Mal wieder Trester leeren und Wasser nachfüllen zeigt sie an. Ich mach was die Maschine von mir verlangt und lass zwei Tassen Kaffee in die Tassen laufen. Sohnemann Nr. 2 muss noch geweckt werden, er hat einfach bessere Laune, wenn er erst einen Kaffee getrunken hat. Ich bring den Kaffee nach oben und wecke ihn vorsichtig. „Aufstehen, der Kaffee ist da, Du musst gleich in die Werkstatt!“  -„Nein, ich will nicht, ich bin müde und wann ist wieder Wochenende?“ Müde setzt er sich auf ich lege ihm seine Sachen hin, in der Reihenfolge in der er sie anziehen muss und schicke ihn ins Bad. Geh wieder nach unten in die Küche und mach die Brote für ihn fertig.

 

Hmmm, es ist so still oben, ich schau mal nach. Da sitzt er und schläft, beim Pulloveranziehen einfach wieder eingeschlafen, im Sitzen. „Hallo, fertig anziehen und dann ins Bad, bitteschön!“, „Wir haben nicht mehr soviel Zeit, oder willst Du dem Bus nachwinken?“. Man der ist geladen wie eine Rakete ich seh es an seinem Gesicht.  „Mama fahr nach Mexiko und steck Dir nen Finger in Po, Du weißt schon da wo der Pfeffer wächst! Ich will nicht zur Werkstatt, ich möchte lieber faul sein und ausruhen!“. Ich geh lieber in Deckung, in die Küche und bereite das Futter für die Hunde vor, dann noch in die Garage und Futter für die Pferde machen.

 

Stampf, stampf, stampf kommt mein Sohnemann Nr. 2 die Treppe runter. „Wo ist meine Brille, mein Portemonei und mein Handy?“  Hatte ich ihm alles auf seinen Nachtschrank gelegt, hat er wohl wieder einmal nicht gesehen. Treppe rauf, Sachen geholt in der Tasche verstaut.

 

Dann machen wir uns auf den Weg, Hunde an die Leine, Jacke  und Schuhe an und los zur Bushaltestelle. „Kriegst Du die Jacke zu?“  -  „Nein, will ich auch gar nicht, will mich erkälten, dann kann ich zuhause bleiben!“  -  „Ja ist gut, warte ich helfe Dir.“

 

Wir machen uns auf den Weg, den ganzen Weg zur Bushaltestelle ist er am grummeln. Er läuft schneller als ich, meine Hunde brauchen etwas länger. Als er an der Bushalte angekommen ist, ruf ich ihm noch ein Tschüss nach und ich wünsch Dir einen schönen Tag.

Da kommt dann auch schon der Bus der ihn in die Werkstatt für Behinderte Menschen bringt.

Ich gehe mit den Hunden nach Hause und stelle das Futter für die beiden hin, dann noch einmal nach draußen, die beiden Pferdchen standen schon eben am Zaun. „ Nein ihr beiden Hübschen ich hab Euch nicht vergessen!“ Ich gebe das Futter in die beiden Näpfe und geh wieder nach Hause. Die Hunde sind auch fertig mit Fressen.

 

Und was mach ich jetzt? Heute ist eben Montag, habe gestern erfahren, dass ich noch nicht arbeiten muss, weil die Witterung es noch nicht zuläßt und wisst ihr was, mir reicht es jetzt schon für heute und jetzt geh ich noch mal für eine Stunde in mein warmes Bett. Montag, eben!

 

©Winnie

 

www.pixelio.de/S. Hofschlaeger