Also Leute, ich muss euch da was erzählen. Vor einigen Tagen, es war ein Sonntag, da stieg mir so ein Geruch in die Nase, der machte mich ganz wuschig. Ich wollte unbedingt raus, machte das auch Frauchen klar, doch die meinte nur, mach mal langsam Artus, ich geh jetzt duschen, zieh mich an und dann gehen wir und setzte sich doch in aller Ruhe nochmal vor ihren Computer und trank ihren Kaffee und schaute auf den Monitor.
Ich wurde immer unruhiger. Tja und Türen kann ich ja öffnen, hab ich schon vor langem gelernt, also Pfote auf die Türklinke, runter drücken ist ja wohl einfach, auch wenn mein Kumpel Dustin, das ist der Hund von Frauchens Tochter, das bis heute noch nicht kapiert hat.
Also, Pfote auf die Türklinke, Tür geht auf. Frauchen hatte nicht abgeschlossen und raus in den Hof. Nase in die Luft, ja, da war er der Duft der mich anzog. Langsam trottete ich zur Hoftür, vielleicht hatte Frauchen ja mitbekommen, dass ich raus bin. Doch alles blieb ruhig. OK. An der Hoftür wieder, Pfote auf die Klinke, runter drücken. SUPER, hier war auch nicht abgeschlossen. Na dann nichts wie hin, zu diesem Duft. Gasse runter, um die Ecke, die nächste Ecke. Und da war sie, eine Schönheit von einer schwarzen Labradorhündin, Bella heißt sie. Ich mag sie schon, seit wir hier wohnen, doch meistens ist sie sehr abweisend zu mir.
Sie lag am Gartentor. Das Tor war zu, doch das ist ja, wie schon erwähnt eins der kleinsten Probleme für mich und wir hatten Glück, auch hier war nicht abgeschlossen. Nun, also, was soll ich sagen, ich war hin und weg von Bella und was da so im Einzelnen war, darüber schweige ich als Kavalier selbstverständlich.
Frauchen hatte in der Zwischenzeit bemerkt, dass ich mich selbständig gemacht hatte. Sie machte sich auf die Suche nach mir und ich hörte sie auch rufen. Ich teilte Bella mit, dass ich wohl nach Hause müsse, schleckte ihr zum Abschied noch einmal die Schnauze und begab mich auf den Heimweg. Stolz erhobenen Hauptes, die Rute in die Höhe gestreckt lief ich die Gasse entlang. Frauchen stand vor dem Tor, sah mich und sagte zu der Nachbarin, die neben ihr stand, da ist er ja, schauen sie mal wie er da her kommt. Stolz wie Oskar, was der wohl getrieben hat? Also, in Zukunft werde ich wohl immer abschließen. Geht bei ihm ja nicht anders.
Die Nachbarin meinte, ja das ist wohl besser so, wie schnell ist er unter ein Auto gerannt und wenn er alleine in die Felder läuft, sie wissen ja, die Jäger fragen nicht lange, wenn sie meinen das ist ein streunender Hund.
Ja und seitdem ist immer abgeschlossen.
Und heute? Es hatte die Nacht über ein wenig geschneit. Frauchen nahm den Besen um den Gehweg vor dem Haus vom Schnee zu befreien. Sie schloss die Hoftür auf, ging raus und die Tür viel hinter ihr zu. Mir gefällt das nie, wenn sie ohne mich rausgeht, also setzte ich mich vor die Tür und teilte ihr meinen Unwillen unmissverständlich mit. Als sie fertig war, wollte sie rein, doch sie hatte vergessen, die Sicherung der Tür raus zunehmen, die konnte dadurch nur von innen geöffnet werden, jedoch nicht von außen und den Schlüssel hatte sie innen stecken lassen. Da stand sie nun vor der Tür und ich, ich ließ sie ein wenig zappeln eh ich mich aufraffte um die Türklinke runter zudrücken.
Braver Artus, lobte sie mich, dafür gibt’s auch ein Leckerchen und ich bekam eine Wurst für mich alleine.
