Ich wünsche Dir ...
... Katastrophen
- Sie mögen am Anfang schlimm sein, wenn aber der erste Schrecken vorbei ist, hast Du die Möglichkeit, in Dir wohnende Fähigkeiten und Kräfte zu entdecken.
... Unbequemlichkeiten
- weil Bequemlichkeiten der Tod der Kreativität sind.
... Unglück
- ein "Unglück/plötzliches Ereignis" mag erstmal negativ sein. Man hatte ein Ziel und erreicht es nicht. Der voherige Plan ist hinfällig. Umplanen ist angesagt, "Umwege" müssen gefunden werden. "Umwege" bedeutet aber auch, man lernt Neues kennen, Gebiete, die "nicht geplant" waren. Man ist "hilflos" und fängt an, Andere um Hilfe zu bitten. Vorheriger Hochmut wird damit abgelegt, man entdeckt sich als "verletzbarer Mensch" und betrachtet sich und seine Umgebung mit anderen Augen. Was man früher "kategorisch abgelehnt" hat, rutscht jetzt in den Rahmen des Möglichen. Glück macht bequem, weil man es einfach/unhinterfragt annimmt, Unglück bringt Menschlichkeit und Möglichkeiten des Lernens mit sich.
... Armut
- Durch wenig Geld lernt man, mit seinen Finanzen anders umzugehen. Man lernt zu tauschen - Naturalie gegen Naturalie, Handlung gegen Handlung - und wird erfinderisch.
... Hunger
- Wer Hunger hat, wird sich regen, sucht Möglichkeiten, seinen Hunger zu stillen. Verhaltensweisen wie "Nein, das esse ich nicht, das ist für mich nicht gut genug" werden abgelegt. Man lernt, mit weniger dankbar und zufrieden zu sein.
... unhöfliche Menschen
- "Wohlerzogene Menschen" sind oft, ohne dass sie es bemerken, verlogen. Sie sagen oft nicht, was sie denken, weil "man das nicht macht". Unhöfliche Menschen mögen am Anfang zwar erst schmerzhaft und direkt sein, sind aber ehrlich. Sie sagen, was ihnen nicht gefällt, was ihnen auffällt.
... unerfüllte Wünsche
- Mit der Erfüllung von Wünschen erreicht man zwar ein Hochgefühl, kurze Zeit später aber setzt ein "Und was nun?" ein. Das ehemals Angestrebte und jetzt Erfüllte ist zwar schön, damit ist aber auch ein Stillstand verbunden.
Wenn Wünsche ausgesprochen werden, ist damit oft Leichtigkeit, Glück und Zufriedenheit verbunden. Das ist oberflächlich gut, aber genau betrachtet machen sie auch lebensunfähig, weil man nicht lernt, mit den oft negativen "Wechselfällen des Lebens" umzugehen. Pläne, die man geschmiedet hat, können wie ein Tunnel erscheinen, in dem man nicht wahrnimmt, dass es noch etliche andere Türen gibt, die man öffnen kann.
Ich wünsche Dir die oben genannten "schlechten Sachen", weil sie Dir helfen, Dich und Deine Fähigkeiten zu entdecken.
Am Anfang mag damit Leid verbunden sein. Wenn Du aber dieses Leid erlebt und überwunden hast, wirst Du klüger, reifer, lebensnaher und dankbarer für "Alltäglich- und Kleinigkeiten" sein.
Und Du wirst bemerken, dass das "Glück" direkt vor Deinen Füssen "hier und jetzt" liegt.
