Was ist Hunger wirklich?
Wer heute in Deutschland davon spricht, dass er Hunger hat, schwindelt ...
Vielleicht hat er Appetit oder er spürt ein Hungergefühl. Doch Hunger, wie man ihn z.B.im Nachkriegsdeutschland erlebte oder wie ihn heute die Kinder in den armen Ländern haben, ist anders...
Mein Vater erzählt ab und zu über diesen Hunger, den er als Kind und Jugendlicher in den Kriegs- und Nachkriegsjahren verspürte. Dieser Hunger war so grausam und übermächtig, dass er oft nicht einschlafen konnte. Um sich noch vorstellen zu können,was z.B. Wurst ist, wie sie aussieht, duftet und schmeckt, malte er sie an die Wand und bildete sich ein, den Duft zu riechen...
Alles drehte sich nur um diesen wahnsinnigen Hunger, wie sollte man es schaffen, die paar rationierten Brotscheiben nicht auf einmal zu essen, damit wenigstens die Magenschmerzen aufhörten? Welcher Bauer nahm noch einen Regenschirm, Bettwäsche oder einen Topf zum Tausch gegen ein Stück Brot oder ein bißchen Butter? Die Bauern waren mit allem eingedeckt, was man sich nur vorstellen kann. Oft wurde er abgewiesen, holte Rüben vom Feld und versuchte, Kraut daraus herzustellen. Seine Mutter backte Brot aus Kartoffelschalen, der Vater suchte in Mülltonnen nach Essbarem.
Die Keller ausgebrannter Lokale wurden nach Essensresten durchsucht. Mit etwas Glück fand sich vielleicht eine zerdrückte Konservendose mit einer lang entbehrten Köstlichkeit. Er trank Wasser gegen den Hunger, das hielt gerade mal zwei Stunden, war aber auch keine Lösung. Der Hunger war entsetzlich, brannte und schmerzte wie Feuer.
An die Erzählungen meines Vaters denke ich manchmal, wenn ich im Supermarkt vor den vollen Regalen stehe und mich nicht entscheiden kann. Vor sechzig Jahren standen die Menschen in Deutschland für einen Teller wässrige Suppe an, waren ausgemergelt und krank vor Hunger.
Vor kurzem sah ich in einer Zeitung zwei Fotos, die sich sehr ähneln:
Auf dem einen verkaufen heute auf Haiti Frauen Schlammkekse, die mangels Mehl aus einem Gemisch aus Lehm, Salz undGewürzen hergestellt werden.
Das andere zeigt einen alten Mann, der sich im Nachkriegsdeutschland Essensreste aus Mülltonnen zusammensucht.
Weltweit haben 850 Millionen Menschen heute kaum zu essen. 13 700 Kinder sterben am Tag an den Folgen von Hunger.
Eine Katastrophe und ein Armutszeugnis für die Menschheit ...
Mein Vater erzählt ab und zu über diesen Hunger, den er als Kind und Jugendlicher in den Kriegs- und Nachkriegsjahren verspürte. Dieser Hunger war so grausam und übermächtig, dass er oft nicht einschlafen konnte. Um sich noch vorstellen zu können,was z.B. Wurst ist, wie sie aussieht, duftet und schmeckt, malte er sie an die Wand und bildete sich ein, den Duft zu riechen...
Alles drehte sich nur um diesen wahnsinnigen Hunger, wie sollte man es schaffen, die paar rationierten Brotscheiben nicht auf einmal zu essen, damit wenigstens die Magenschmerzen aufhörten? Welcher Bauer nahm noch einen Regenschirm, Bettwäsche oder einen Topf zum Tausch gegen ein Stück Brot oder ein bißchen Butter? Die Bauern waren mit allem eingedeckt, was man sich nur vorstellen kann. Oft wurde er abgewiesen, holte Rüben vom Feld und versuchte, Kraut daraus herzustellen. Seine Mutter backte Brot aus Kartoffelschalen, der Vater suchte in Mülltonnen nach Essbarem.
Die Keller ausgebrannter Lokale wurden nach Essensresten durchsucht. Mit etwas Glück fand sich vielleicht eine zerdrückte Konservendose mit einer lang entbehrten Köstlichkeit. Er trank Wasser gegen den Hunger, das hielt gerade mal zwei Stunden, war aber auch keine Lösung. Der Hunger war entsetzlich, brannte und schmerzte wie Feuer.
An die Erzählungen meines Vaters denke ich manchmal, wenn ich im Supermarkt vor den vollen Regalen stehe und mich nicht entscheiden kann. Vor sechzig Jahren standen die Menschen in Deutschland für einen Teller wässrige Suppe an, waren ausgemergelt und krank vor Hunger.
Vor kurzem sah ich in einer Zeitung zwei Fotos, die sich sehr ähneln:
Auf dem einen verkaufen heute auf Haiti Frauen Schlammkekse, die mangels Mehl aus einem Gemisch aus Lehm, Salz undGewürzen hergestellt werden.
Das andere zeigt einen alten Mann, der sich im Nachkriegsdeutschland Essensreste aus Mülltonnen zusammensucht.
Weltweit haben 850 Millionen Menschen heute kaum zu essen. 13 700 Kinder sterben am Tag an den Folgen von Hunger.
Eine Katastrophe und ein Armutszeugnis für die Menschheit ...
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