"...
Und der Mut ist so müd geworden und die Sehnsucht so groß. Es gibt keinen Berg mehr, kaum eine Baum. Nichts wagt aufzustehen. Fremde Hütten hocken durstig an versumpften Brunnen. Nirgends ein Turm. Und immer das gleiche Bild. Man hat zwei Augen zu viel. Nur in der Nacht manchmal glaubt man den Weg zu kennen. Vieleicht kehren wir nächtens immer wieder das Stück zurück das wir in der fremden Sonne mühsam gewonnen haben? Es kann sein. Die Sonne ist schwer, wie bei uns tief im Sommer. Aber wir haben im Sommer Abschied genommen. Die Kleider der Frauen leuchteten lang aus dem Grün. Und nun reiten wir lang. Es muß also Herbst sein. Wenigstens dort wo traurige Frauen von uns wissen.
..."
R. M. Rilke: aus: Die Weie von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke
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