"Was Sie schon immer über Homosexualität wissen wollten ..."
"Was Sie schon immer über Homosexualität wissen wollten, aber sich nie zu fragen trauten" Teil 2 (frei nach einem Woody Allen Film-Titel)
Teil 2
Bunte Vielfalt, statt Intoleranz, Ignoranz und Homophobie ist für alle die bessere Alternative, auch und besonders für das gesellschaftliche Klima in unserem Land!
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„Queer As Folk“ eine großartige U.S.-TV-Serie über eine Gruppe junger Schwuler und Lesben (Staffeln 1-5 auf DVD erhältlich z.B. bei Saturn, Media-Markt, Karstadt, Hertie, Kaufhof oder www.brunos.de ) hätte mir als jungem Schwulen damals sehr geholfen! Ansehen !!! („ ... wirklich revolutionär.“ - The New York Times / „ ... macht süchtig.“ - The Boston Globe / „Ungeheuer sexy.“ - DER SPIEGEL / „Auch wenn die Serie endet, wird sie das Fernsehen weiterhin beeinflussen.“ - Los Angeles Daily News). Queer As Folk hat sieben Preise gewonnen, darunter den Prism Award und hat außerdem 20 Nominierungen für Awards, wie GLAAD Media Awards und DGC Craft Award erhalten.
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G l o s s a r :
Coming Out = bezeichnet die Phase, in der ein schwuler Junge / Mann bzw. ein lesbisches Mädchen / eine Frau erstmals seiner/ihrer Familie, den Bekannten usw. mitteilt, dass er/sie schwul bzw. lesbisch ist. 1980 sang die amerikanische Sängerin Diana Ross mit „I’m Coming Out“ einen Song, der weltweit zur Hymne schwulen und lesbischen Selbstbewußtseins wurde.
Schwul = noch in den frühen 1970er Jahren ein Schimpfwort (wie Schwuchtel), dann übernahm die homosexuelle Emanzipationsbewegung diesen Begriff und wandelte ihn in eine „neutrale“ Bezeichnung um. Heute gilt „schwul“, besonders unter Jugendlichen, wieder als Schimpfwort und Beleidigung.
Offen schwul oder lesbisch = Ein selbstbewußter Mann / eine Frau, der/die offen zu seiner/ihrer sexuellen Identität steht (Beispiel: Volker Beck, offen schwuler Bundestagsabgeordneter der Partei DIE GRÜNEN, der als einziger Abgeordneter im Bundestagshandbuch den Eintrag: „lebt in einer schwulen Lebensgemeinschaft“ drucken ließ. Natürlich gibt es viele andere schwule Männer und lesbische Frauen im Deutschen Bundestag, aber ... das hat sich leider sonst niemand getraut - sehr, sehr traurig!). Der amerikanische Hollywood-Nachwuchsschauspieler Jay Brannan ist unter seinen Kollegen einer der wenigen, die offen schwul leben.
Liebe = selbstverständlich gibt es Liebe auch unter Männern oder unter Frauen, etliche finden in einer schwulen oder lesbischen Beziehung das Glück und die Liebe ihres Lebens.
Bindungsfähigkeit = es wurde besonders schwulen Männern lange Zeit sehr schwer gemacht sich dauerhaft und gesellschaftlich akzeptiert/abgesichert an einen anderen Mann zu binden (Diskriminierungen in allen gesellschaftlichen Bereichen, die von der Verweigerung einer gemeinsamen Wohnung über die Ausgrenzung in Beruf und Freizeit bis zur tätlichen Bedrohung reichten). Wer an diesem gesellschaftlichen Druck scheiterte, musste sich dann noch anhören „Schwule seien nicht bindungsfähig“ (das ist genauso zynisch, als würde man jemanden die Treppe hinabstoßen und dann sagen, ihm fehle der Gleichgewichtssinn ...)
Verführung = niemand wird zur Homosexualität verführt! Selbstverständlich ist eine Verführung zu (homo-)sexuellen Handlungen möglich, diese bewirkt aber keine dauerhafte homosexuelle Identität. Wer heterosexuell ist, der bleibt es auch nach homosexuellen Ausflügen in aller Regel (es gibt natürlich auch Bisexuelle, die sich von beiden Geschlechtern sexuell angezogen fühlen). Auch die sogenannte Gefängnis-Sexualität, also homosexuelle Handlungen, als „Ersatz“ weil Partner oder Partnerinnen des anderen Geschlechts fehlen, führen nicht zu dauerhafter Homosexualität. Sobald diese Gefängnis-Insassen / Insassinnen entlassen werden, verhalten sie sich wieder ausschließlich heterosexuell (es sei denn, sie waren vorher bereits schwul oder lesbisch).
Freie Wahl = es ist ein Märchen zu behaupten, man/frau hätte die freie Wahl sich seine sexuelle Identität oder Orientierung auszusuchen und wäre daher selbst verantwortlich dafür schwul oder lesbisch zu sein.
„Umerziehung“ / „Heilung“ = als ‚sadistischer‘ Arzt oder Psychiater kann ich jemandem mit einer Ekel- oder Schmerz-Therapie (z.B. Ekel-Fotos oder Elektro-Schocks) so ziemlich alles „abgewöhnen“. Würde ich Ihnen lieber Leser z.B. jedesmal, wenn Sie einen Kommentar für dieses Online-Forum schreiben einen Elektro-Schock verpassen, ich könnte Ihnen das Schreiben abgewöhnen. Das nennt man aber nicht „Heilung“, sondern Konditionierung (das, was mit Versuchstieren, z.B. Ratten, in Labors gemacht wird). Bei Menschen verursachen derart perverse „Behandlungsmethoden“ auf Dauer schwere psychische Störungen, die in Selbstmord gipfeln können.
Eingetragene Lebenspartnerschaft = auf Drängen besonders der Partei DIE GRÜNEN wurde gegen den teilweise erbitterten Widerstand konservativer Kräfte (die CSU klagte vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die eingetragene Lebenspartnerschaft und ... verlor die Klage) die eingetragene Lebenspartnerschaft für schwule und lesbische Paare Gesetz. Leider setzten CDU/CSU durch, dass zwar reichlich Pflichten, wie z.B. die gegenseitige Unterhaltspflicht (bei Arbeitslosigkeit eines Partners wird das Einkommen des anderen Partners komplett angerechnet) ins Gesetz geschrieben wurden. „Gleiche“ Rechte, wie bei heterosexuellen Ehepartnern sucht man/frau dagegen vergebens. Es gibt weder irgendwelche steuerlichen Vorteile, noch gibt es eine Gleichstellung im Erb- oder Adoptionsrecht. Wer jetzt argumentiert, „das sei bei unverheirateten heterosexuellen Paaren doch genauso ...“ Stimmt! Die können aber jederzeit heiraten und dann alle Vorteile in Anspruch nehmen, während die schwulen Männer und lesbischen Frauen ja bereits in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft leben und ihren rechtlichen Status nicht mehr verbessern können. Fazit: Es ist eine „Ehe zweiter Klasse“, ohne echte Vorteile. Hier besteht dringender Nachbesserungsbedarf!
Sex = (gleich-)geschlechtliche Handlungen. Sie sind Bestandteil des Lebens und weder gut noch böse. Sex dient längst nicht nur der Fortpflanzung (etliche Organismen pflanzen sich ohne jeden Sex, z.B. durch Zellteilung, fort). Und würde man dieser „Argumentation“ folgen, spräche ja für (Ehe-)Paare nichts mehr für ein weiterhin erfülltes Sexualleben, nachdem sie erst einmal „ihr Soll an Nachwuchs“ erfüllt hätten, ziemlich unsinnig nicht wahr? Nein, Sexualität ist viel mehr! Nicht ohne Grund wird auch von „körperlicher Liebe“ gesprochen, denn kaum etwas bringt Menschen so nahe zu einander wie Sex. Im besten Fall (wenn die Partner / Partnerinnen ganz aufeinander eingehen) gehören diese Momente der Verschmelzung zu den großartigsten Augenblicken ihres Lebens. Und das gilt für schwule Männer und lesbische Frauen ganz genauso, wie für heterosexuelle Männer und Frauen.
Homophobie, der soziologische (also nicht medizinische) Begriff Homophobie bezeichnet einen Hass, der Furcht (und Schrecken) verbreitet. Es sind fast ausschließlich schwache heterosexuelle Männer, die sich homophob verhalten. Sie fürchten ihrer heterosexuell vorgegebenen Männer-Rolle nicht gerecht werden zu können. Nur Schwache fürchten (sexuelle) Vielfalt!
Religion(en) = sie tun sich häufig schwer damit Homosexualität zu akzeptieren. Eine rigide Sexualmoral war (und ist) in fast allen Weltreligionen Mittel zur Disziplinierung (künstliche Schaffung von Schuldgefühlen, weil man/frau angeblich gesündigt hat) der eigenen Anhängerschaft und damit Machtausübung (Machtmißbrauch). Ein Staat, der wie Deutschland oder Frankreich strikt zwischen Religion und Staat trennt, bietet die wohl beste Gewähr dafür, dass sich selbst ernannte Moralwächter nicht zu Gesetzgebern und Richtern aufspielen können.
HIV / AIDS = eine Virus-Infektion, die bis heute nicht heilbar ist. Offenbar schaffte vor Jahren ein Affenvirus den Artensprung auf den Menschen (in großen Teilen des afrikanischen Kontinents, ist es Tradition Affenfleisch - teilweise auch roh - zu verzehren und möglicherweise wurden auf diese Weise erstmals Menschen infiziert. Während im Affenorganismus eine vermutlich bereits seit Jahrtausenden andauernde „Gewöhnung“ an den Angreifer erfolgte, einige Affen überlebten jeweils die Attacken und entwickelten so etwas wie eine, wenn schon nicht Immunität, so doch Balance, die sie im „Gleichgewicht“ mit einer gewissen Population an Viren beschwerdefrei weiterleben ließ und vererbten diese Fähigkeit an ihren Nachwuchs, hatten Menschen noch keine Jahrtausende Zeit, um sich mit dem Angreifer zu „arrangieren“). HIV / AIDS kümmert sich weder um Alter, Geschlecht, Hautfarbe oder sexuelle Identität seiner Opfer, es kann jede / jeden infizieren und ist doch relativ „schwer“ übertragbar (weder durch Händedruck, Umarmen, Streicheln, Küssen, Anhusten, Anniesen, durch Benutzen derselben Teller, Gläser und Bestecke, durch gemeinsames Benutzen von Toiletten, Saunen und Schwimmbädern, durch Mückenstiche, beim Zusammenarbeiten und -wohnen mit HIV-inifzierten und AIDS-kranken Menschen, beim Betreuen und Pflegen wird HIV übertragen! Quelle: Deutsche AIDS-Hilfe e.V., Tel. mit jeweiliger Ortsvorwahl 19411). Wer sich informiert, kann sich und andere schützen. Es ist ein Irrtum zu glauben „mit den richtigen Tabletten wären HIV oder AIDS zu einer harmlosen Nebensache geworden“. Da das Virus - wie übrigens alle Viren - ständig mutiert, also seine Hülle und Erscheinung ändert, müssen auch die Medikamente ständig geändert werden. Und wer täglich etwa 20 Tabletten und das bis zum Lebensende einnehmen muss, die noch dazu schwerste Nebenwirkungen verursachen, der wird wohl kaum von einer Bagatelle sprechen. Es hat leider eine fatale Gleichgültigkeit, besonders unter Jugendlichen, eingesetzt: „Betrifft mich nicht“ - „Ist doch längst heilbar“ - „Man liest/hört ja kaum noch etwas, also wird es schon nicht so schlimm sein“ - „Ich sehe einem Mädchen / einem Jungen doch an, ob sie/er krank ist“ usw. und daher ist die Zahl der Neuinfektionen weltweit wieder ansteigend, auch in Deutschland. Dabei ist es so leicht sich zu schützen: Kondome bei Vaginal- und Anal-Verkehr, beim Oral-Verkehr keine Aufnahme von Ejakulat = Safer Sex. Nähere Auskunft erteilt gern die jeweilige AIDS-Hilfe in Ihrer Nähe (Telefonbuch, Internet usw.). Und für junge Leute, egal ob heterosexuell oder homosexuell: Spielt nicht leichtfertig mit Eurer Gesundheit! Informiert Euch gründlich bevor Ihr mit „der schönsten Nebensache der Welt“ beginnt. Es ist möglich und relativ einfach sich wirkungsvoll vor einer Infektion zu schützen. Wer Kondome als „Lusttöter“ ablehnt, ist nicht cool, sondern schwachsinnig und kein akzeptabler Partner / Partnerin!
Besonders Lehrer / Lehrerinnen sollten ihre Gleichgültigkeit gegenüber diesem (lebens-)wichtigen Thema überwinden: Nehmen Sie Kontakt zur örtlichen AIDS-Hilfe auf! Vereinbaren Sie ein Gespräch mit dem jeweiligen Sozial- / Sexualpädagogen, buchen Sie für Ihre Schulklasse eine Informationsveranstaltung entweder in ihrer Schule oder in den Räumen der AIDS-Hilfe. Handeln Sie jetzt und retten Sie Leben!
Übrigens, am 1. Dezember ist Welt-AIDS-Tag ... doch es reicht nicht, sich nur an diesem Tag mit HIV / AIDS-Prävention usw. zu beschäftigen!
Szene = Lokale, Clubs, Läden usw., die sich hauptsächlich oder ausschließlich an ein schwules oder lesbisches Publikum richten.
Liebe Lesben, ich habe diese Sammlung von Adressen und Intitiativen speziell für schwule Jungs im Coming Out zusammengestellt, sorry wenn Ihr da etwas zu kurz gekommen seid. Ich kenne zwar viele lesbische Frauen, maße mir aber nicht an hier kompetent Auskunft geben zu können. Von einem Leben mit schwuler Identität kann ich dagegen authentisch aus eigener Erfahrung berichten und ich sage es allen:
Schwul zu sein bedeutet keinesweg unglücklich zu sein, es bedeutet auch nicht „Opfer“ zu sein, es bedeutet nicht zwangsläufig einsam zu sein und es bedeutet auch nicht krank zu sein, denn jeder kann sich vor Krankheiten schützen! Schwul sein kann dagegen z.B. bedeuten mit einem Partner über lange Zeit hinweg ein erfülltes und glückliches Leben, als engagiertes und durchaus auch anerkanntes Mitglied der Gesellschaft zu führen. Aber dafür ist es notwendig sich selbst zu mögen, sonst mögen einen die anderen auch nicht. Also, Selbstbewußtsein entwickeln Jungs! Engagiert Euch, wenn Ihr mitten im Coming Out steckt, in einer Coming Out Gruppe, da werdet Ihr feststellen, dass es so viele andere Jungs gibt, denen es genauso geht wie Euch! Lernt Sex als lustvollen Bestandteil Eures Lebens kennen und lieben! Und ... haltet Porno nicht für real! Es geht bei Eurer eigenen Sexualität nicht darum vor einer Kamera möglichst gut rüberzukommen. Porno ist immer (bestenfalls) Ergänzung oder häufig auch Ersatz, oft aber auch einfach nur doof, unrealistisch und ärgerlich. Porno-Darsteller ist übrigens auch absolut keine Berufsalternative. Nach spätestens 2 Jahren werden die Darsteller ausgewechselt, weil sie niemand mehr sehen will und ... reich werden immer nur die Produzenten und Händler. Die Geschichten von „Porno-Stars“ sind Mythos, in Wirklichkeit handelt es sich um schwerste Sex-Arbeit, wobei die Betonung auf „Arbeit“ liegt. Mit Lust hat das alles (jedenfalls für die Sex-Arbeiter/innen) meist sehr wenig zu tun.
© Jamerson akas Knüppel
Bunte Vielfalt, statt Intoleranz, Ignoranz und Homophobie ist für alle die bessere Alternative, auch und besonders für das gesellschaftliche Klima in unserem Land!
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„Queer As Folk“ eine großartige U.S.-TV-Serie über eine Gruppe junger Schwuler und Lesben (Staffeln 1-5 auf DVD erhältlich z.B. bei Saturn, Media-Markt, Karstadt, Hertie, Kaufhof oder www.brunos.de ) hätte mir als jungem Schwulen damals sehr geholfen! Ansehen !!! („ ... wirklich revolutionär.“ - The New York Times / „ ... macht süchtig.“ - The Boston Globe / „Ungeheuer sexy.“ - DER SPIEGEL / „Auch wenn die Serie endet, wird sie das Fernsehen weiterhin beeinflussen.“ - Los Angeles Daily News). Queer As Folk hat sieben Preise gewonnen, darunter den Prism Award und hat außerdem 20 Nominierungen für Awards, wie GLAAD Media Awards und DGC Craft Award erhalten.
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G l o s s a r :
Coming Out = bezeichnet die Phase, in der ein schwuler Junge / Mann bzw. ein lesbisches Mädchen / eine Frau erstmals seiner/ihrer Familie, den Bekannten usw. mitteilt, dass er/sie schwul bzw. lesbisch ist. 1980 sang die amerikanische Sängerin Diana Ross mit „I’m Coming Out“ einen Song, der weltweit zur Hymne schwulen und lesbischen Selbstbewußtseins wurde.
Schwul = noch in den frühen 1970er Jahren ein Schimpfwort (wie Schwuchtel), dann übernahm die homosexuelle Emanzipationsbewegung diesen Begriff und wandelte ihn in eine „neutrale“ Bezeichnung um. Heute gilt „schwul“, besonders unter Jugendlichen, wieder als Schimpfwort und Beleidigung.
Offen schwul oder lesbisch = Ein selbstbewußter Mann / eine Frau, der/die offen zu seiner/ihrer sexuellen Identität steht (Beispiel: Volker Beck, offen schwuler Bundestagsabgeordneter der Partei DIE GRÜNEN, der als einziger Abgeordneter im Bundestagshandbuch den Eintrag: „lebt in einer schwulen Lebensgemeinschaft“ drucken ließ. Natürlich gibt es viele andere schwule Männer und lesbische Frauen im Deutschen Bundestag, aber ... das hat sich leider sonst niemand getraut - sehr, sehr traurig!). Der amerikanische Hollywood-Nachwuchsschauspieler Jay Brannan ist unter seinen Kollegen einer der wenigen, die offen schwul leben.
Liebe = selbstverständlich gibt es Liebe auch unter Männern oder unter Frauen, etliche finden in einer schwulen oder lesbischen Beziehung das Glück und die Liebe ihres Lebens.
Bindungsfähigkeit = es wurde besonders schwulen Männern lange Zeit sehr schwer gemacht sich dauerhaft und gesellschaftlich akzeptiert/abgesichert an einen anderen Mann zu binden (Diskriminierungen in allen gesellschaftlichen Bereichen, die von der Verweigerung einer gemeinsamen Wohnung über die Ausgrenzung in Beruf und Freizeit bis zur tätlichen Bedrohung reichten). Wer an diesem gesellschaftlichen Druck scheiterte, musste sich dann noch anhören „Schwule seien nicht bindungsfähig“ (das ist genauso zynisch, als würde man jemanden die Treppe hinabstoßen und dann sagen, ihm fehle der Gleichgewichtssinn ...)
Verführung = niemand wird zur Homosexualität verführt! Selbstverständlich ist eine Verführung zu (homo-)sexuellen Handlungen möglich, diese bewirkt aber keine dauerhafte homosexuelle Identität. Wer heterosexuell ist, der bleibt es auch nach homosexuellen Ausflügen in aller Regel (es gibt natürlich auch Bisexuelle, die sich von beiden Geschlechtern sexuell angezogen fühlen). Auch die sogenannte Gefängnis-Sexualität, also homosexuelle Handlungen, als „Ersatz“ weil Partner oder Partnerinnen des anderen Geschlechts fehlen, führen nicht zu dauerhafter Homosexualität. Sobald diese Gefängnis-Insassen / Insassinnen entlassen werden, verhalten sie sich wieder ausschließlich heterosexuell (es sei denn, sie waren vorher bereits schwul oder lesbisch).
Freie Wahl = es ist ein Märchen zu behaupten, man/frau hätte die freie Wahl sich seine sexuelle Identität oder Orientierung auszusuchen und wäre daher selbst verantwortlich dafür schwul oder lesbisch zu sein.
„Umerziehung“ / „Heilung“ = als ‚sadistischer‘ Arzt oder Psychiater kann ich jemandem mit einer Ekel- oder Schmerz-Therapie (z.B. Ekel-Fotos oder Elektro-Schocks) so ziemlich alles „abgewöhnen“. Würde ich Ihnen lieber Leser z.B. jedesmal, wenn Sie einen Kommentar für dieses Online-Forum schreiben einen Elektro-Schock verpassen, ich könnte Ihnen das Schreiben abgewöhnen. Das nennt man aber nicht „Heilung“, sondern Konditionierung (das, was mit Versuchstieren, z.B. Ratten, in Labors gemacht wird). Bei Menschen verursachen derart perverse „Behandlungsmethoden“ auf Dauer schwere psychische Störungen, die in Selbstmord gipfeln können.
Eingetragene Lebenspartnerschaft = auf Drängen besonders der Partei DIE GRÜNEN wurde gegen den teilweise erbitterten Widerstand konservativer Kräfte (die CSU klagte vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die eingetragene Lebenspartnerschaft und ... verlor die Klage) die eingetragene Lebenspartnerschaft für schwule und lesbische Paare Gesetz. Leider setzten CDU/CSU durch, dass zwar reichlich Pflichten, wie z.B. die gegenseitige Unterhaltspflicht (bei Arbeitslosigkeit eines Partners wird das Einkommen des anderen Partners komplett angerechnet) ins Gesetz geschrieben wurden. „Gleiche“ Rechte, wie bei heterosexuellen Ehepartnern sucht man/frau dagegen vergebens. Es gibt weder irgendwelche steuerlichen Vorteile, noch gibt es eine Gleichstellung im Erb- oder Adoptionsrecht. Wer jetzt argumentiert, „das sei bei unverheirateten heterosexuellen Paaren doch genauso ...“ Stimmt! Die können aber jederzeit heiraten und dann alle Vorteile in Anspruch nehmen, während die schwulen Männer und lesbischen Frauen ja bereits in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft leben und ihren rechtlichen Status nicht mehr verbessern können. Fazit: Es ist eine „Ehe zweiter Klasse“, ohne echte Vorteile. Hier besteht dringender Nachbesserungsbedarf!
Sex = (gleich-)geschlechtliche Handlungen. Sie sind Bestandteil des Lebens und weder gut noch böse. Sex dient längst nicht nur der Fortpflanzung (etliche Organismen pflanzen sich ohne jeden Sex, z.B. durch Zellteilung, fort). Und würde man dieser „Argumentation“ folgen, spräche ja für (Ehe-)Paare nichts mehr für ein weiterhin erfülltes Sexualleben, nachdem sie erst einmal „ihr Soll an Nachwuchs“ erfüllt hätten, ziemlich unsinnig nicht wahr? Nein, Sexualität ist viel mehr! Nicht ohne Grund wird auch von „körperlicher Liebe“ gesprochen, denn kaum etwas bringt Menschen so nahe zu einander wie Sex. Im besten Fall (wenn die Partner / Partnerinnen ganz aufeinander eingehen) gehören diese Momente der Verschmelzung zu den großartigsten Augenblicken ihres Lebens. Und das gilt für schwule Männer und lesbische Frauen ganz genauso, wie für heterosexuelle Männer und Frauen.
Homophobie, der soziologische (also nicht medizinische) Begriff Homophobie bezeichnet einen Hass, der Furcht (und Schrecken) verbreitet. Es sind fast ausschließlich schwache heterosexuelle Männer, die sich homophob verhalten. Sie fürchten ihrer heterosexuell vorgegebenen Männer-Rolle nicht gerecht werden zu können. Nur Schwache fürchten (sexuelle) Vielfalt!
Religion(en) = sie tun sich häufig schwer damit Homosexualität zu akzeptieren. Eine rigide Sexualmoral war (und ist) in fast allen Weltreligionen Mittel zur Disziplinierung (künstliche Schaffung von Schuldgefühlen, weil man/frau angeblich gesündigt hat) der eigenen Anhängerschaft und damit Machtausübung (Machtmißbrauch). Ein Staat, der wie Deutschland oder Frankreich strikt zwischen Religion und Staat trennt, bietet die wohl beste Gewähr dafür, dass sich selbst ernannte Moralwächter nicht zu Gesetzgebern und Richtern aufspielen können.
HIV / AIDS = eine Virus-Infektion, die bis heute nicht heilbar ist. Offenbar schaffte vor Jahren ein Affenvirus den Artensprung auf den Menschen (in großen Teilen des afrikanischen Kontinents, ist es Tradition Affenfleisch - teilweise auch roh - zu verzehren und möglicherweise wurden auf diese Weise erstmals Menschen infiziert. Während im Affenorganismus eine vermutlich bereits seit Jahrtausenden andauernde „Gewöhnung“ an den Angreifer erfolgte, einige Affen überlebten jeweils die Attacken und entwickelten so etwas wie eine, wenn schon nicht Immunität, so doch Balance, die sie im „Gleichgewicht“ mit einer gewissen Population an Viren beschwerdefrei weiterleben ließ und vererbten diese Fähigkeit an ihren Nachwuchs, hatten Menschen noch keine Jahrtausende Zeit, um sich mit dem Angreifer zu „arrangieren“). HIV / AIDS kümmert sich weder um Alter, Geschlecht, Hautfarbe oder sexuelle Identität seiner Opfer, es kann jede / jeden infizieren und ist doch relativ „schwer“ übertragbar (weder durch Händedruck, Umarmen, Streicheln, Küssen, Anhusten, Anniesen, durch Benutzen derselben Teller, Gläser und Bestecke, durch gemeinsames Benutzen von Toiletten, Saunen und Schwimmbädern, durch Mückenstiche, beim Zusammenarbeiten und -wohnen mit HIV-inifzierten und AIDS-kranken Menschen, beim Betreuen und Pflegen wird HIV übertragen! Quelle: Deutsche AIDS-Hilfe e.V., Tel. mit jeweiliger Ortsvorwahl 19411). Wer sich informiert, kann sich und andere schützen. Es ist ein Irrtum zu glauben „mit den richtigen Tabletten wären HIV oder AIDS zu einer harmlosen Nebensache geworden“. Da das Virus - wie übrigens alle Viren - ständig mutiert, also seine Hülle und Erscheinung ändert, müssen auch die Medikamente ständig geändert werden. Und wer täglich etwa 20 Tabletten und das bis zum Lebensende einnehmen muss, die noch dazu schwerste Nebenwirkungen verursachen, der wird wohl kaum von einer Bagatelle sprechen. Es hat leider eine fatale Gleichgültigkeit, besonders unter Jugendlichen, eingesetzt: „Betrifft mich nicht“ - „Ist doch längst heilbar“ - „Man liest/hört ja kaum noch etwas, also wird es schon nicht so schlimm sein“ - „Ich sehe einem Mädchen / einem Jungen doch an, ob sie/er krank ist“ usw. und daher ist die Zahl der Neuinfektionen weltweit wieder ansteigend, auch in Deutschland. Dabei ist es so leicht sich zu schützen: Kondome bei Vaginal- und Anal-Verkehr, beim Oral-Verkehr keine Aufnahme von Ejakulat = Safer Sex. Nähere Auskunft erteilt gern die jeweilige AIDS-Hilfe in Ihrer Nähe (Telefonbuch, Internet usw.). Und für junge Leute, egal ob heterosexuell oder homosexuell: Spielt nicht leichtfertig mit Eurer Gesundheit! Informiert Euch gründlich bevor Ihr mit „der schönsten Nebensache der Welt“ beginnt. Es ist möglich und relativ einfach sich wirkungsvoll vor einer Infektion zu schützen. Wer Kondome als „Lusttöter“ ablehnt, ist nicht cool, sondern schwachsinnig und kein akzeptabler Partner / Partnerin!
Besonders Lehrer / Lehrerinnen sollten ihre Gleichgültigkeit gegenüber diesem (lebens-)wichtigen Thema überwinden: Nehmen Sie Kontakt zur örtlichen AIDS-Hilfe auf! Vereinbaren Sie ein Gespräch mit dem jeweiligen Sozial- / Sexualpädagogen, buchen Sie für Ihre Schulklasse eine Informationsveranstaltung entweder in ihrer Schule oder in den Räumen der AIDS-Hilfe. Handeln Sie jetzt und retten Sie Leben!
Übrigens, am 1. Dezember ist Welt-AIDS-Tag ... doch es reicht nicht, sich nur an diesem Tag mit HIV / AIDS-Prävention usw. zu beschäftigen!
Szene = Lokale, Clubs, Läden usw., die sich hauptsächlich oder ausschließlich an ein schwules oder lesbisches Publikum richten.
Liebe Lesben, ich habe diese Sammlung von Adressen und Intitiativen speziell für schwule Jungs im Coming Out zusammengestellt, sorry wenn Ihr da etwas zu kurz gekommen seid. Ich kenne zwar viele lesbische Frauen, maße mir aber nicht an hier kompetent Auskunft geben zu können. Von einem Leben mit schwuler Identität kann ich dagegen authentisch aus eigener Erfahrung berichten und ich sage es allen:
Schwul zu sein bedeutet keinesweg unglücklich zu sein, es bedeutet auch nicht „Opfer“ zu sein, es bedeutet nicht zwangsläufig einsam zu sein und es bedeutet auch nicht krank zu sein, denn jeder kann sich vor Krankheiten schützen! Schwul sein kann dagegen z.B. bedeuten mit einem Partner über lange Zeit hinweg ein erfülltes und glückliches Leben, als engagiertes und durchaus auch anerkanntes Mitglied der Gesellschaft zu führen. Aber dafür ist es notwendig sich selbst zu mögen, sonst mögen einen die anderen auch nicht. Also, Selbstbewußtsein entwickeln Jungs! Engagiert Euch, wenn Ihr mitten im Coming Out steckt, in einer Coming Out Gruppe, da werdet Ihr feststellen, dass es so viele andere Jungs gibt, denen es genauso geht wie Euch! Lernt Sex als lustvollen Bestandteil Eures Lebens kennen und lieben! Und ... haltet Porno nicht für real! Es geht bei Eurer eigenen Sexualität nicht darum vor einer Kamera möglichst gut rüberzukommen. Porno ist immer (bestenfalls) Ergänzung oder häufig auch Ersatz, oft aber auch einfach nur doof, unrealistisch und ärgerlich. Porno-Darsteller ist übrigens auch absolut keine Berufsalternative. Nach spätestens 2 Jahren werden die Darsteller ausgewechselt, weil sie niemand mehr sehen will und ... reich werden immer nur die Produzenten und Händler. Die Geschichten von „Porno-Stars“ sind Mythos, in Wirklichkeit handelt es sich um schwerste Sex-Arbeit, wobei die Betonung auf „Arbeit“ liegt. Mit Lust hat das alles (jedenfalls für die Sex-Arbeiter/innen) meist sehr wenig zu tun.
© Jamerson akas Knüppel
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