Heute, am Sonntag Nachmittag, gelüstete es mich nach einer Tasse Kaffee und Kuchen, und ich wollte das Ganze mit einem ausgiebigen Spaziergang verbinden und zu Fuß die Hauptstraße unseres Vorortes entlang gehen, was meiner Gesundheit bestimmt gut tun würde.

Ich muss gestehen, dass ich solches aus Bequemlichkeit schon lange nicht mehr gemacht hatte. Also machte ich mich auf den Weg. Als ich am ersten Kaffeehaus vorbei kam, fand ich dort einen ausländischen Kramladen von der Art wie man sie im Orient findet. Viele Deutsche kleine Geschäfte an die ich mich erinnerte waren verschwunden und statt dessen starrten mich entweder leere Räume an oder es waren daraus Änderungsschneidereien, primitive Internetverbindungsstellen, An-und Verkaufgeschäfte, Döner oder Kebabbuden, Sonnenstudios und Altenpflegestationen geworden, zu 90% von Ausländern betrieben. An einem weiteren Kaffee an dem ich vorbei kam, prankte ein unaussprechlicher Name in großen Buchstaben. Hinter den schmutzigen Scheiben sah man hinten einen großen Bildschirm flimmern, vor dem ein paar schlecht gekleidete Gestalten hockten. Ein Mann hastete vor mir zu einer Türe wo früher eine Gaststätte war. Als ich einen Blick durch die offene Türe warf, sah ich drinnen viele junge Männer an einem Schalter stehen und debattieren. Ein Wettbüro.

Endlich war ich in der Fußgängerzone. Hier musste es doch etwas anständiges geben. Links entdeckte ich ein neu entsatndenes Kaffee mit Deutschem Namen über dem Eingang. Ich ging hinein. Hinter einer langen Theke standen zwei desinteressierte junge Damen von denen ich Kaffe und Kuchen wollte. Sie packte mir alles auf ein Tablett und b aten mich damit zur Kasse. Selbstbedienung!! An einem seitlichen Tischchen stand Milch und Zucker wie in den USA. Ich suchte nach einem Löffel zum umrühren, da erscholl von hinten die Stimme eines Gastes: Plastickstäbchen! Ich hastete mit meinem Tablett an einen der kleinen Tische und hatte jetzt Gelegenheit mir die übrigen Gäste anzusehen. Die meisten machten den Eindruck als ob sie von einer in einem U-Bahnhof verbrachten Nacht gekommen waren um sich hier aufzuwärmen. In der hintersten Ecke saß ein junges Pärchen in ärmlicher Kleidung und schmuste ungeniert miteinander. Ich kam m ir jedenfalls völlig deplaziert vor und verließ eilig wieder den ungemütlichen Ort.

Auf dem Heimweg sah ich mehrfach Gruppen von halbstarken jungen Ausländern welche den ganzen Gehsteig für sich in Anspruch nahmen, so dass ich bis auf die Straße ausweichen musste um an ihnen vorbei zu kommen, wobei mir dabei gar nicht wohl war.

Ich lebe jedes Jahr lange im Ausland und bin schon deshalb nicht ausländerfeindlich. Aber ich frage mich ernsthaft, wie soll es weitergehen in unseren Großstädten?