Weihnachten

 

Oh Tannenbaum.....

wie grün sind deine Blätter.

Da geht es schon los.

Schon das stimmt nicht.

Na..ha..deln.

 

Ist Weihnachten stimmig?

Oder ist sie angebracht die Schelte von der

Verlogenheit dieses Festes?

 

Weihnachten ein Fest der Freude?

Freude bereiten – mit Geschenken.

Irgendwie Gewalt – Geschenkzwang.

Sowas von Druck!

Schenken müssen.

An einem festgelegten Datum.

 

Das freut die Geschäftsleute.

Und Konsumforscher errechnen freudig die Prozente plus an Konsum gegenüber dem Vorjahr.

 

Freuen sich die Kinder über ihre Geschenke unterm Tannenbaum?

Auspacken – aha, ein Spiel, auspacken – aha Nintendo.

Auspacken – ach, die falsche CD, bäbisch.

Innehalten – schöön, danke, darüber freue ich mich....??

Das letzte Päckchen – war's das?

Ein Berg zerrissenes Papier, eine Berg Geschenke.

Was machen wir jetzt?

 

Und die Erwachsenen?

Ach, wir schenken uns eigentlich nichts.

Wörtlich.

 

Was hast du denn geschenkt bekommen an Weihnachten?

Ein Silberkettchen – nett.

Schau mal – ein Ring von Rüdiger, ein Karat.

Wow.

 

Weihnachten ein Fest der Stille.

Aus allen Lautsprechern gröhlt „Oh Tannenbauem..“

Der lautstarke Streit wird nicht ausgesetzt.

Man brüllt sich an Weihnachten genauso an wie immer.

Und das Klimpern der Münzen in den Kassen ist schriller und lauter als sonst.

 

Weihnachten ein Fest des Lichtes.

Die Stadt ist in Sternenlicht getaucht.

Man sieht die Sterne am Himmel nicht mehr.

Atomstromsternenlicht.und der Himmel drüber - hilflos blass.

 

Zuhause Kerzchenidylle, warmes, freundliches Licht.

Kerzchenidylle, die nicht wärmt, wenn es im Raum so kalt ist.

Kerzchen zum Zählen  1, 2, 3, 4...dann steht das Christkind vor der Tür.

Das Christkind ist irgendwei out - wahrscheinlich wegen der unsittlichen Kinderarbeit.

Der Weihnachstmann erledigt jetzt vorwiegend diesen Job.

 

Weihnachten ein Fest des Friedens.

Begründet in der Möglichkeit für einige Stunden Frieden zu schaffen.

Unmöglich wegen der Bewusstlosigkeit der Symbolik.

Wer geht wirklich in sich und sucht diesen Frieden.

 

Einen Frieden

in sich,

einen mit dem immer noch unbekannten Arbeitskollegen,

mit der ungeratenen Tochter mit grünen Haaren,

dem undankbaren Sohn mit Unlust zum Wunschberuf der Eltern,

mit den ätzenden Eltern,

mit den Andersdenkenden,

den Andersgläubigen?

 

Frieden auf der Welt.

Ja, es gab Weihnachten, an denen die Waffen schwiegen.

Für ein paar Stunden.

Das ist ein schöner Gedanke.

Weihnachten hat sie nie für immer zum Schweigen gebracht.

 

Frieden in einem Europa ungleicher Wirtschaftsbedingungen.

Unter dem Euroschirm......

Ich glaube eher an das Christkind als an Frau Merkel.

 

Doch Weihnachtsschelte.

Ja, wie auch anders.

Und dennoch nicht nur.

 

Denn Weihnachten ist

der Duft von Zimt und Nelken, von Orangen und Tannenzweigen.

die klare Luft des Winters.

das kostenlose Blau des Winterhimmels.

der Schnee auf den Bäumen und Sträuchern.

die Stille der schneebedeckten Straßen.

Kindheitserinnerung.

Glockenklang und Musik.

Und eigentlich die Chance

Freude, Frieden, Friedlichkeit, Geben, Licht, Stille sich bewusst zu machen..

für wenigstens ein paar Stunden.

 

Eine Nacht dem Gedanken an eine bessere Welt weihen – das wär ein

Weihnachten...wow!