Ganz verstaubt zeigte er ihr ein Bild ca 6o mal 40 Zentimeter
Sie schaute es an, irgendwie, zogen sie die Farben an. Es war ein Ölgemälde von einem unbekannten Maler. Ein kleiner See, fünf kleine Kinder spielten. Ein Kahn dümpelte auf dem Wasser und die Sonne ließ alles in einem goldenen Licht erscheinen Unter einer Baumgruppe saßen Erwachsene bei einem Picknick. Ein kleiner Hund sprang bei den Kindern rum In den Baumwipfeln wehte ein leichter Wind.

Vorsichtig wischte sie darüber und stellte es auf die Vitrine. ‚Würde mir gefallen’, dachte sie, ‚ich werde es behalten’. Jedes Mal wenn sie das Zimmer betrat betrachtete sie ihren Schatz und er wurde ihr von Mal zu Mal kostbarer. ‚Morgen werde ich einen neuen Rahmen kaufen’, nahm sie sich vor. Der Alte war arg zersplittert. Die ganze Nacht ging ihr das Bild nicht aus dem Kopf. ‚Wie konnte man es so schändlich behandeln’?

Per Zufall, oder war es ihre innere Unruhe, lenkte sie ihre Schritte zu einem Antiquitätengeschäft. ‚Was wollte ich da? Verkaufen bestimmt nicht’, redete sie sich ein. ‚Vielleicht finde ich hier einen passenden Rahmen’. Die Risse in der Leinwand zeugten von einem hohen Alter. Nein, nein, in Wirklichkeit wollte sie etwas über das Bild erfahren.





Das wurde ihr klar, als sie den Laden betrat. Eine blecherne Glocke schepperte. Es war niemand im Raum und, so fand sie Zeit sich ein wenig umzusehen. Gerade als sich ihre Augen an das Halbdunkel gewöhnt hatten, kam auch schon der Besitzer.

Es war ein alter, leicht gebeugter Mann mit einem eisgrauen Bart und hellblau wache Augen. Er passte genau in dieses Geschäft. Kein Jüngerer hätte ihr in diesem Moment mehr Vertrauen eingeflößt. „Guten Tag, sie haben sich schon umgesehen?“ –

„Nein noch nicht, ich wollte eigentlich einen Rahmen für das Bild hier. Der da gefällt mir nicht mehr.“ Und so nahm sie es aus dem Tuch in das sie es eingewickelt hatte. Ganz vorsichtig griff er danach, und dann zitterten seine Hände. Prüfend sah er sie an, nahm eine Lupe und suchte nach einer Signatur. Er hob den Blick und seine Augen glänzten. Mit einem verhaltenen Atemzug fragte er nach der Herkunft.
„Es lag auf dem Speicher.“ -
„Würden sie es mir bis morgen überlassen“, -
„warum was ist mit dem Bild.“ Irritiert schüttelte er den Kopf, “ ich würde es gerne einem Kollegen zeigen. Leicht verwundert nickte sie, „aber ich wollte doch nur einen neuen Rahmen kaufen.“ Geistesabwesend nickte er,

„ja, ja, eine Frage, wollen sie es behalten, oder werden sie es veräußern“, fragte er gespannt. „Ich möchte es schon behalten, es spricht mich an.“ ‚Kein Wunder’ dachte der alte Mann.