die Sonne geht unter, ihr Licht flammt noch einmal über den Bergen,schöner als am Tag. Die Nacht kommt, aber auch die Nacht ist gut, wenn jemand ist, der sagt. " Ich bin bei dir." so denke ich, wenn der Abend kommt: Mein Gott, bleibe bei mir, behüte mich in den schweigenden Stunden der Nacht, Müde bin ich von viel Mühe und Sorge, lass mich ruhen in dir.



wenn es Abend wird, suche ich Frieden, der Tag war lang und voll Mühe. Wichtig ist nicht, was ich mitbringe, das lege ich aus der Hand, sondern empfange; nicht, was ich sage, sondern was ich höre.Darum ist auch mein Gebet mehr als ein Reden. es ist ein Ruhen, leise Heimkehr in Gott, Heimkehr in Frieden.



Ich höre eine Stimme, sie sagt: sei ohne Angst, nichts kann dich fällen, du stehst in deines Gottes Hand und wirst drin stehen bleiben. Sie sagt auch das andere: Sei ohne Angst, lass dich fallen, es ist keiner da, es ist einer da, der dich auffängt. Sie sagt: Stehen können, sich fallen lassen dies beides zusammen, ist das Geheimnis der Gelassenheit, das Geheimnis des Friedens.



Dorthin, woher ich kam, kehre ich zurück: in die Hände
Gottes, ich lasse mein Herz ruhen, es muss nichts tun, es muss nichts leisten, sich nicht bewähren. Gott selbst ist mehr, als nur der wirkende, er ist auch die Ruhe, in allen Dingen, ich suche ihn, indem ich ruhe. Ich vergesse meine Gedanken, meine Leistungen und Taten, vergesse Streit, ich gehe dorthin, wo ,mein Weg anfing und wo er enden wird.



Es gibt zeiten im Leben, in denen die Sonne untergeht, dann ist es wichtiger, geduldig zu sein als tüchtig, dann ist es besser, Schmerzen zu ertragen als zu arbeiten. Dann ist nötiger, sich in andere zu fügen, als zu befehlen, sinnvoller, die Einsamkeit zu bestehen als mitzureden, es sind die Zeiten, in denen sich zeigt, wer ich in Wahrheit bin.



Christus du hast gesagt: solange ihr in der Welt seid, habt ihr Angst, du willst nicht die Kraftmenschen, die keine Angst kennen, du hast selbst einmal gesagt: mir ist Angst, aber dann bist du den Weg gegangen, vor dem dir Angst war. so hilf mir, mich nicht zu wehren, gegen die Angst, sondern sie willig einzulassen und mit ihr zusammen in dir zu sein. Du hast gesagt: ich habe die Welt überwunden, klein will ich denken von dieser Welt und groß von dir, Christus.



es ist nicht entscheidend, wie groß meine Kraft ist, sondern ob einer ist, der mich über dem Abgrund festhält. So erkenne ich: die Gefahr ist groß, aber ich brauche mich nicht zu fürchten, mein Werk kann scheitern, aber ich bin getragen. Ich kann schwach werden, aber ich brauche nicht auf eigenen Füßen zu stehen, ich bin bedroht, aber ich brauche mich nicht zu wehren. Alles kann mir genommen werden, aber nichts brauche ich festzuhalten, es liegt mir, was ich brauche, ungefährdet in der Hand, ich selbst bin es, der ungefährdet in seiner Hand ruht.


In dir sein, Gott, das ist alles, das ist das Ganze, das Vollkommene, das Heilende, die leiblichen Augen schließen,die Augen des Herzens öffnen und in dir sein, in deiner Gegenwart. Ich brauche nicht zu reden, damit du mich hörst, ich brauche nicht zu nennen, was mir fehlt, ich brauche dich nicht zu erinnern, oder dir zu sagen, was in dieser Welt geschieht, du weißt es, in dir sein, das ist alles, was mir nötig ist in dieser Nacht.



in dir sein, Gott, das ist alles, was ich suche, ich will nicht den Menschen entfliehen oder ihnen ausweichen. Den Lärm und die Unrast will ich nicht hassen, ich möchte sie in die Stille aufnehhmen, die in dir ist. Stellvertretend möchte ich schweigen und warten für die Schlaflosen, Zerstreuten, Leidenden um mich her, Stellvertretend für alle, die dich nicht finden, ich möchte sie mitnehmen in dich. In dir sein, Gott, das ist alles, was ich mir erbitte, samit habe ich alles erbeten was ich brauche für Zeit und Ewigkeit.



Nichts bin ich ohne dich, barmherziger Gott, mein Trost ist, dass du da bist und mich nicht verlassen wirst, dein bin ich ewiger Gott, heute und morgen und in Ewigkeit.



Als Jesus Abschied nahm, um zu seinem Vater zu gehen, sprach er zu seinen Jüngern: Euer Herz erschrecke nicht, im Haus meiens Vaters sind viele Wohnungen, wäre es nicht, so ginge ich hin, euch eine Wohnung zu bereiten. Ich gehe hin, euch eine Heimat zu geben, und werde wiederkommen, um euch zu holen, damit ihr seid, wo ich bin.



Ich lasse mich dir, ewiger Gott, und bitte dich : mach ein Ende alles Unrast, meinen Willen lassse ich dir, ich glaube nicht mehr, dass ich selbst verantworten kann, was ich tue und was durch mich geschieht, führe du mich und zeige mir deinen Willen. Meine Gedanken lasse ich dir, ich glaube nicht mehr, dass ich so klug bin, mich selbst zuverstehen, die Menschen oder die Welt, lehre mich deine Gedanken denken. Meine Pläne lasse ich dir, ich glaube nicht mehr, dass mein Leben seinen Sinn findet in dem, was ich erreiche von meinen Plänen,ich vertraue mich deinen Plänen an, denn du kennst mich.



Ewiger Gott, ich denke vor dir an all die Menschen, für die nun die Nacht kommt. Ich bitte dich um die Kraft für alle, die jetzt unterwegs sind oder ihre Arbeit tun, ich bitte dich um deine Nähe, für die Kranken, Schwermütigen, Verlassenen,Gefangenen, du wachst, Gott mit den Wachenden, du bist der Schlaf der Schlafenden, und die Sterbenden leben in dir.


Über meinen Tag denke ich nach, mein Gott. Es ist unendlich schwer, gut und böse zu erkennen. Ich mühe mich täglich und kann doch die Schuldigen nicht unterscheiden von den Schuldigen, wer in Schuld gerät, braucht nicht böse zu sein, wer unschuldig ist, nicht gut. Vieles, was unseren Vorfahren heilig war, was sie für deinen Willen hielten, ist uns eine vergangene Meinung. Manches, was unsere Vorfahren bekämpften, weil sie meinten, es sei böse, ist heute vielleicht unser Auftrag, Gott, was ist dein Wille? Ich breite meinen Tag aus vor dir und bitte dich um Klarheit



Dieser Tag geht zu Ende, und ich denke nach über meinen Weg, ich mühe mich zu lieben und bleibe doch ein eigensüchtiger Mensch, ich mühe mich, und doch bleibt alles beim Alten. Ich werde nicht besser in meinen eigenen Augen und nicht glaubwürdiger in den Augen der anderen. Ich rede von Freiheit und bleibe ein gebundener Mensch, ich denke über meine Fesseln nach und bleibe gerade dadurch an sie gebunden, ich suche zu klären, was gewesen ist, und bringe es gerade dadurch in Verwirrung. Du hast gesagt: Kommt zu mir, die ihr mühselig und beladen seid, Christus, ich bin beladen mit mir selbst, du hast gesagt: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen, Christus, ich weiß: Ich bin zu Hause bei dir.


Du allein, mein Gott, weißt, was dieser Tag wert war, ich habe viel versäumt, ich habe versucht und nicht vollendet. Ich bin den Meinen viel Liebe schuldig geblieben, ob dieser Tag seinen Ertrag brachte, weiß ich nicht, du allein siehst es, ich lege ihn in deine hände. ich bin umgeben von Nacht, aber ich weiß, dass ein Morgen kommt und die Sonne aufgeht, dein Liebe und dein Licht.



UNser Abendgebet steige auf zu dir großer Gott, und senke sich auf uns herab dein Erbarmen. Dein ist der Tag, und dein ist die Nacht, lass wenn des Tages Schein verlischt, das Licht deiner Wahrheit uns leuchten, geleite uns zur Ruhe der nacht und dereinst zur ewigen Vollendung, durch unseren Herrn Jesus Christus.



Bleibe bei uns, Christus, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt, bleibe bei uns und bei allen Menschen, bleibe bei uns am Abend des Tages, am Abend des Lenbens, am Abend der Welt. Bleibe bei uns mit deiner Gnade und Güte, mit deinem Wort und Sakrament, mit deinem Trost und Segen. Bleibe bei uns, wenn übrt uns kommt die Nacht der Trübsal und der Angst, die Nacht des Zweifels und der Anfechtung, die Nacht des bitteren Todes. Bleibe bei uns und bei allen deinen Brüdern und Schewstern in Zeit und Ewigkeit.


Du treuer Gott, gib mir den Frieden der Ewigkeit, daen Morgen ohne Abend, das Licht ohne Nacht. Die Zeit brerührt dich nicht, aber du gibst die Zeit. Gib mir Frieden im Kreisen der Jahre und der Tage und den Frieden am Ende der Zeit.


Mein Herz sucht einen Weg zu den Toten, die ich geliebt habe, ich weiß, sie leben in Gott, so versenke ich mich in Gott um sie zufinden. Ich rede zu Gott und finde das Ohr derer, die ich liebe, ich bringe Gott meine Liebe und weiß, dass sie mir nahe sind. Gottes Gedanken sind nicht meine Gedanken, seine Wege sind nicht unsere Wege, er aber ist nicht ein Gott von Toten, sondern von Lebendigen, und wir alle sind eins in ihm.


Der Tag ist vergangen, was ich zu tun hatte, ist getan, du bist nahe. Nimm alle Hast von mir, die Unruhe meiner Gedanken und das Hin und Her in meinen Herzen, ich möchte dir stillhalten, dir der so nahe ist. Unter deinen Schutz habe ich diesen Tag vollendet, ich danke dir für alles was du hast gelingen lassen, segne, was gewesen ist, der Tag ist vergangen, lass ihn vergangen sien und lass mich bei dir.


In deine Hände befehle ich meinen Geist, du hast mich erlöst du treuer Gott. Bewahre mich in dieser Nacht nach deiner Gnade, beschirme mich unter deinen Schatten deiner Flügel, ich preise dich, der war, der ist, und der kommt, in deine Hände befehle ich meinen Geist jetzt und in Ewigkeit.


Zurück in die vergangenen Jahre schaue ich, ich konnte mein leben nicht planen,ich konnte es nicht machen und vorhersehen, aber ich ahne die Hand die mich führt. Ich staune über den Plan, den du Gott in mein Leben gelegt hast, über die Wendungen in meinen Schicksal und seine Geradlinigkeit, du führtest mich, und ich erkenne, hinterher, dass es deine hand war., viele meiner Wünsche blieben unerfüllt, und ich erkenne, hinterher: so war es gut, ich schaue zurück und danke dir.


Ich denke voraus auf meinen künftigen Weg, du führst mich am Leid nicht vorbei, aber du mich hindurch, und wenn ich durch das finstere Tal gehe und dein Hände nicht seh, so suche ich doch bei dir meinen Halt und meinen Schutz. Ich vertraue dir, auch wenn ich dich nicht verstehe, ich lasse mich dir tu du mit mir, was dir gefällt. Ich lasse mich dir und möchte lernen, dies und sonst nichts zu wollen, einzig dies, dass dein Wille sich an mir erfüllt, ich denke voraus auf meinen Weg und lasse mich dir.


Das Gras schwankt, bei jedem Windhauch, mein Herz ist wie Gras, das der Nachtwind streift. Aber das Gras wiegt sich und schläft bis es Morgen wird und das Licht kommt. Mein Herz ist wie Gras in deiner hand, es tuht in dir.


Du hast gsagt, Christus; Wacht mit mir! Wer mit dir wacht, wird schlaflos liegen mit den Schlaflosen und ihnen nahe sein mit seinen Gedanken. Es wird sich ängsten mit den Mutlosen oder im Abgrund sein mit den Schwermütigen. Aber er wird erfahren, dass du da bist auch im dunklen Tal dieser Nacht.


Wacht mit mir! hast du gesagt, so achte ich auf dein Wort, als auf ein Licht in der Dunkelheit, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in meinem Herzen, ob ich wache oder schlafe ich bin bei dir.


Johannes ruht am Herzen des Meitsers, er weiß ich bin nicht verlassen, wenn die Nacht vorüber ist, wird es Tag sein. Ich ruhe bei ihm in dieser Nacht und in allen Nächten, bis ich das Licht schaue, sein Licht.


Autor
Jörg Zink