„Bin unter Tränen eingeschlafen, bin unter Tränen wieder aufgewacht. Hab über dieselbe beschissene Frage, 2 Millionen Mal nachgedacht. Hab mich verdreht und mich gewendet,
mit demselben scheiß Problem, für dich ist es beendet, aber ich, ich, ich kann dich sehn,
ich kann dich sehn.
Kann nicht schlafen, kann nicht essen, ich kann es nicht verstehen, du hast mich vergessen,
während Erinnerungen mich lähmen. Hab Angst vor dem Abend, mir graut vor der Nacht,
weil dann immer dieselbe Frage mich wach hält, Warum bist du nicht da? Warum bist du nicht da?
Wenn das Liebe ist, warum bringt es mich um den Schlaf?
Wenn das Liebe ist, warum raubt es mir meine Kraft?
Wenn das Liebe ist, sag mir was es mit mir macht.
Wenn das Liebe ist, was, was, was ist dann Hass?
Was ist dann Hass?
1000mal deine Nummer gewählt, und 1000mal wieder aufgelegt. Die ganze Kacke eh keinem erzählt, wer versteht schon, wie du mir fehlst. Genau das bedingt den ganzen anderen Stress. Leider kann ich nicht so viel trinken, dass ich, dass ich dich vergess. Dass ich dich vergess.“ (Song von Glashaus)
Ein, wie ich finde, schöner Song wie Songtext. Warum erkennen Menschen erst nach Beendigung einer Beziehung ihre Gefühle zu dem Partner? Warum fühlen sie Schmerzen? Warum leiden sie?
Banal gesagt und beantwortet wäre diese Frage mit der Äußerung: Weil ihnen der Partner fehlt … oder … weil sie die Einsamkeit und Leere nicht ertragen können …
Man geht auseinander, weil ein Miteinander nicht mehr möglich ist. Derjenige, welcher mit der Trennung nicht einverstanden ist, wird sich eingestehen müssen, dass der Andere gehen möchte. Der Grund, warum ein Mensch geht, ist immer der Mangel an Liebe. Obwohl hier jetzt viele Einwände kommen werden, schätze ich mal.
Liebe … ich umschreibe es jetzt mal mit einem selbstlosen Gefühl, welches man selbst fühlen muss, um es wiedergeben zu können, bindet zwei Menschen. Liebe bedeutet Liebesarbeit. Aber das wissen wir ja alle. Wir wissen alles über die Liebe, aber können wir dauerhaft lieben?
Das kann man ganz leicht herausfinden, indem man mal versucht, eine Woche lang Menschen mit Liebe selbstlos zu begegnen. Liebe Deine Feinde … Also gehe auf sie zu und schenke ihnen das aufrichtige Gefühl, sie zu respektieren und zu achten. Alleine eine Woche lang einem Menschen freundlich zu begegnen, den man überhaupt nicht mag, sich ihm zuzuwenden, ihm zuzuhören und ihm immer wieder ein freundliches Lächeln zu schenken, wäre wahrscheinlich für viele Menschen schier undenkbar … oder es kostet sie unglaublich viel Kraft … Wahrscheinlich wird dieses Vorhaben auch eher zwanghaft unternommen, als das es von Herzen kommt, oder mit dem Gedanken, dass man etwas für diese Mühe zurück erwartet … Das aber ist keine Liebe …
Liebeskummer ist schlimm. Es schmerzt bis ins Mark, lässt einen völlig aus dem Lebensrhythmus gleiten … Doch genau in diesem Schmerz fühlt man … Man ist plötzlich voller Liebe und möchte sie dem Anderen geben, kann es aber nicht, weil der Andere nicht mehr da ist und auch nicht mehr da sein will. Es ist ein Gefühl, dass man lange nicht mehr gefühlt hat, und weil es so tief schmerzt, ist es Liebe, die widerbelebt werden möchte … Liebe kann nicht verletzen. Liebe ich, fühle ich meinen Partner. Liebe ich, fühle ich Liebe des Anderen, oder fühle Kälte … usw.
Ich spüre also meinen Partner, kommuniziere mit ihm auf einer anderen Ebene, die keiner Worte bedarf, sondern erhalte Signale von ihm über seine Gefühle, die mich mit seiner Liebe eins werden lassen … Anders gesprochen, ich kann über meine eigene Liebe jedes Signal empfangen, selbst die Veränderung von Gefühlen meines Partners mir gegenüber.
Das ist natürlich jetzt alles sehr einfach dargestellt, oder pauschalisiert, denn es gibt zig Abweichungen von der Art zu lieben … Nur möchte ich es einfach halten, um den Kern der Ursache klar definieren zu können.
Die gute Nachricht:
Liebeskummer hat etwas sehr Positives zu geben, auch wenn das jetzt nur wenige Leser glauben. Das plötzliche Fühlen von Liebe ist der erste Schritt, sich selbst wieder wahrzunehmen. Nur wenn ich liebevoll mit mir selbst umgehen kann, gehe ich auch liebevoll mit der Liebe zu einem Partner um.
Wie löse ich mich von diesem Schmerz, der sich Liebeskummer nennt? Ich habe hier sehr gute Erfahrungen in Folgendem bei Personen mit tiefem Liebeskummer gemacht:
Einsamkeit ist der Wegbegleiter des Liebeskummers. Diese Einsamkeit ist aber notwendig, um sich von Liebeskummer zu befreien. Man beschäftigt sich ausschließlich mit sich selbst. Nach einer gewissen Zeit der Verarbeitung könnte man anfangen, an den verlorenen Partner Briefe zu verfassen. Diese Briefe werden aber nie an den Absender abgeschickt. Nachdem man sich alles von der Seele schrieb, was unter Umständen Wochen dauern kann, da sich in dem Lösungsprozess immer wieder Situationen im Gedächtnis formulieren, die ebenfalls Beachtung finden müssen, werden diese gesammelten Werke zu einem Buch gebunden.
Danach haben sich betreffende Personen einen Platz in der Natur gesucht, wo sie ihrem Liebeskummer den letzten Platz der Ehre widmeten. Ja, sie haben buchstäblich ihr Buch begraben. Ein Schuhkarton diente sinnbildlich als Sarg. Sie fanden sozusagen eine Ruhestätte ihres Liebeskummers …
Man könnte auch von einem Befreiungsschlag reden …
Diese Methode hört sich seltsam an, aber sie ist nicht unbekannt …
So viel Aktion zu betreiben, wird nicht jedem Liebeskummer gerecht. Es gibt ja den kleinen Liebeskummer, der schon recht schnell heilsam ist, wenn man neue Menschen kennen lernt. Dafür kann das Net sehr hilfreich sein. Aber es gibt eben auch diesen tiefen Liebeskummer …
Liebeskummer kann dazu verhelfen, sich neu zu finden, vor allem aber, sich selbst zu lieben und zu schätzen … Man darf sich sodann nicht wundern, wenn man eines Tages wie Phönix aus der Asche emporsteigt …
Liebe bewirkt eben immer wieder Wunder …
Sarah
