Neulich fiel mir beim Aufräumen ein kleines Buch mit dem vielsagenen Titel "Das hat schon Oma so gemacht" in die Hände. Ich wunderte mich kurz, dass ich den häuslichen Ratgeber noch immer besitze und begann zu lesen.

 

Oma gibt Tipps, wie man bis zum allerletzten Krümel Reste nutzen kann: "Um Krümel zu sammeln, ist es angebracht, immer ein gut verschließbares Glas bereitzuhalten. Diese lassen sich als Vogelfutter oder Semmelbrösel verwenden. Ist die Milch leicht angesäuert, muss sie nicht entsorgt werden. Sie lässt sich mit einer Prise Backpulver retten."

 

Auch wird geraten, keine Eierschalen wegzuwerfen. Sie lassen sich nämlich im Backofen trocknen und anschließend im Mörser pulverisieren. Pflanzen freuen sich über so einen Dünger. Und was kann man tun, wenn der Strom ausfällt und sich weder Taschenlampe noch Kerzen im Haus befinden? Ganz einfach: Man dreht ein Papierküchentuch zusammen, befeuchtet es mit etwas Speiseöl und lässt es angezündet in einer mit Wasser gefüllten Schüssel schwimmen. Hoffentlich geht das gut! Immerhin muss die Prozedur in der Dunkelheit ausgeführt werden.

 

Neu ist für mich auch, dass sich Make-up-Flecken auf dunkler Kleidung angeblich mit einer Scheibe Brot entfernen lassen. Das werde ich bei der nächsten Gelegenheit ausprobieren.

 

Es sind keine Kartoffeln für selbst gemachte Pummes vorrätig? Kein Problem, meint Oma. In diesem Fall nimmt sie ganz einfach,  weiße Rüben als Ersatz, schneidet und frittiert sie wie Pommes frites, bis sie von "echten" Pommes kaum zu unterscheiden sind. Hier bin ich jedoch etwas skeptisch. Jedenfalls gehören weiße Rüben nicht zu meinen Vorräten.

 

Oma findet, dass schwarzer Tee nicht nur zum Trinken gut ist: Zwei verschieden farbige Perlonstrümpfe sind schnell eingefärbt, so dass sie zueinander passen: Man lässt sie ganz einfach so lange in heißem schwarzem Tee liegen, bis der Ton übereinstimmt.

 

Bevor Gäste eintreffen, lässt Oma in einem Topf Zimt und Zucker auf dem Herd warm werden. Der entstandene Backduft wird alle anderen Kochdünste übertönen und bei den Gästen ein angenehmes Gefühl hervorrufen, davon ist sie überzeugt. Natürlich könnte es passieren, dass man in der Hektik den Topf auf dem Herd vergisst und der Backduft einen etwas unangenehmen Brandgeruch annimmt. Mit dem Nebeneffekt, dass der Topf im Müll landet. Ob Oma noch einen Tipp hat, wie dieser Geruch zu übertönen ist, weiß ich leider nicht.

 

Dass Selterswasser Pfannkuchen wunderbar locker macht, ist bekannt. Oma empfiehlt noch, beim Pfannkuchenbacken unbedingt die Fenster geschlossen zu halten. Warum? Weil die Gefahr besteht, dass Pfannkuchen, die man zu stürmisch in der Luft wendet, vielleicht davonfliegen...