Wenn Tanz, Bewegung und Musik Heilung verspricht
....und Patient und Therapeut die Rollen tauschen.
Nun sind sie vorbei, 5 Wochen Vertretung Tanztherapie in einer kleinen Rehaklinik im Hessichen Bergland.
Und ich habe meine Erfahrungen gemacht, Einsichten gewonnen.
Irgendwann warst du da, standest im Kreis zur Namensvorstellung, eine große, kräftige Frau.
Deine Mundwinkel nach unten verzogen, erstarrt, keine Lebensfeude konnte ich sehen.
Die Vorstellung der Namen: Ich bin...... und ich fühle mich...
Für mich Indikatior, was ist mit der Gruppe los, ist sie in ihrer Kraft oder überwiegt die Müdigkeit.
Die Einen sind froh hier zu sein, die Anderen freuen sich auf die Bewegung, die Anderen sind vielleicht müde, eine Andere ist einfach neugierig.
Und dann kommst du dran.
"Ich bin Ottilie, und ich bin krank."
Die Worte kommen geschossen, da ist eine Wand. Laßt mich alle nur ja in Ruhe, höre ich zwischen diesen Worten, was soll ich hier, hier wollt ich nicht hin, habs verordnet bekommen, geht mir nur aus dem Weg.
Ganz tief in mir meldet sich etwas zu Wort, ein Wunsch, ein Ziel, ein Trotz und auch ein Schmunzeln, dich Ottilie, und das werde ich mir zur Aufgabe machen, bring ich zum Strahlen und zum Lachen.
Die Zahl ist ungerade, für Zweier-Übungen nicht so toll, jetzt bin ich gefragt. Nicht nur Therapeutin, DJ an der Musik, Beobachterin, nein, nun auch Tänzerin.
Und da stehst du nun, hattest keine Lust die nächstbeste Partnerin zu erwählen, jetzt wirst du die Übung mit mir machen.Und ich nehme dich, führe der Gruppe vor mit dir, was ich meine, stelle den tieferen Sinn dieses Bewegungsablaufes vor.
Und ich strahle dich an, zeige dir, wieviel Spaß es macht, auf die Musik zu hören, den Rhythmus aufzunehmen, sich in die Augen zu schauen, sich gemeinsam zu bewegen. Und du kannst nicht anders, ganz sacht verändert sich deine Mimik, ein ganz kleines Lächeln verzaubert dein Gesicht.
Doch ich bin noch lange nicht mit dir durch.
Zwei Tage später, nächste Therapiestunde, wieder eine große Gruppe, ich halte Ausschau nach dir, du bist nicht da. Eine Enttäuschung macht sich breit, wo bist du, du hast doch hoffentlich nicht aufgegeben.
Wir beginnen, und da öffnet sich die Tür, du kommst, wirkst abgehetzt, eine andere Anwendung, die Zeit zu knapp, du konntest nicht pünktlich sein.
Und wieder empfängt dich mein Strahlen und meine Worte.
Willkommen, Ottilie, komm in den Kreis, ich freue mich, dass du da bist.
Die Zeit verfliegt, Übungen, Themen, wir schwitzen, denn auch ich bin wieder Tänzerin.
Und irgendwann habe ich dich am Arm eine neue Übung, längst sind wir warm und du fragst mich:
"Sag mal, bist du eigentlich immer so fröhlich?"
Ich lass dich in meine Augen schauen, ganz tief bis in den Seelengrund, wie in einem Brunnen steht dort das Wasser.
Und ich sage zu dir. "Nein, Ottilie, ich bin sehr gerne fröhlich, aber ich weine auch oft."
Die nächsten Male merke ich eine Veränderung. Auf "Macarena" magst du nicht tanzen, ein Trotz kommt hoch und ein irrwitziger Gedanke. Du tanzt auf Macarena und zwar ganz wild, aber du reißt mich aus dem Kreis, tanz mit mir, nun tanz, das ist Herausforderung.
Ich strahle, ich lache und wild tanzen wir nun....wer heilt ihr eigentlich wen.....wer ist hier Therapeut.
Habe nun ein Thema mitgebracht, Aggression, eine ganz besondere Kraft, die auch gelebt werden will.
Richtig gelebt bedeutet sie: sich selber treu sein, Standpunkte zu vertreten, sich nicht aus seiner Inneren Mitte herausreißen zu lassen.
Witzige Übungen habe ich dazu im Gepäck und eine Übung, ich liebe sie.
"Lauf mit Sprung und Schrei." Zu einer fetzig-rappigen Musik zeige ich sie euch, nehme Anlauf, springe in die Höhe und ein Urschrei erschüttert die Sporthalle.
Da kommt Freude auf, das ist wilde, ursprüngliche Kraft.
Eure Schreie, ich feure euch an, manchmal hören sie sich wie Quieken und Maunzen an. An diesen Schreien muss noch gearbeitet werden, da fehlt noch ganz viel Power.
Und irgendwann kommt eine Stunde, ich sehe es an der Verordnungsliste, heute werden sich viele Frauen verabschieden, der Abreisetag ist angerückt.
Auch du Ottilie, kommst auf mich zu. Ich habe mein Ziel erreicht, du kannst lachen, mischt hier alle auf, strahlst, bist eine verrückte Frau, habe deine Kraft gesehen, deine Ursprünglichkeit.
Da stehst du nun vor mir, eine starke Frau, ich nehme dich in meine Arme und kann es nicht lassen, zwei dicke Küsse, rechts und links auf die Wangen, mein Dank an dich, du stolze Frau.
Du weißt es nicht und ahnst es kaum.
Ich konnte dir etwas Heilung schenken..........aber du...hast auch meiner Seele gut getan.
Und ich habe meine Erfahrungen gemacht, Einsichten gewonnen.
Irgendwann warst du da, standest im Kreis zur Namensvorstellung, eine große, kräftige Frau.
Deine Mundwinkel nach unten verzogen, erstarrt, keine Lebensfeude konnte ich sehen.
Die Vorstellung der Namen: Ich bin...... und ich fühle mich...
Für mich Indikatior, was ist mit der Gruppe los, ist sie in ihrer Kraft oder überwiegt die Müdigkeit.
Die Einen sind froh hier zu sein, die Anderen freuen sich auf die Bewegung, die Anderen sind vielleicht müde, eine Andere ist einfach neugierig.
Und dann kommst du dran.
"Ich bin Ottilie, und ich bin krank."
Die Worte kommen geschossen, da ist eine Wand. Laßt mich alle nur ja in Ruhe, höre ich zwischen diesen Worten, was soll ich hier, hier wollt ich nicht hin, habs verordnet bekommen, geht mir nur aus dem Weg.
Ganz tief in mir meldet sich etwas zu Wort, ein Wunsch, ein Ziel, ein Trotz und auch ein Schmunzeln, dich Ottilie, und das werde ich mir zur Aufgabe machen, bring ich zum Strahlen und zum Lachen.
Die Zahl ist ungerade, für Zweier-Übungen nicht so toll, jetzt bin ich gefragt. Nicht nur Therapeutin, DJ an der Musik, Beobachterin, nein, nun auch Tänzerin.
Und da stehst du nun, hattest keine Lust die nächstbeste Partnerin zu erwählen, jetzt wirst du die Übung mit mir machen.Und ich nehme dich, führe der Gruppe vor mit dir, was ich meine, stelle den tieferen Sinn dieses Bewegungsablaufes vor.
Und ich strahle dich an, zeige dir, wieviel Spaß es macht, auf die Musik zu hören, den Rhythmus aufzunehmen, sich in die Augen zu schauen, sich gemeinsam zu bewegen. Und du kannst nicht anders, ganz sacht verändert sich deine Mimik, ein ganz kleines Lächeln verzaubert dein Gesicht.
Doch ich bin noch lange nicht mit dir durch.
Zwei Tage später, nächste Therapiestunde, wieder eine große Gruppe, ich halte Ausschau nach dir, du bist nicht da. Eine Enttäuschung macht sich breit, wo bist du, du hast doch hoffentlich nicht aufgegeben.
Wir beginnen, und da öffnet sich die Tür, du kommst, wirkst abgehetzt, eine andere Anwendung, die Zeit zu knapp, du konntest nicht pünktlich sein.
Und wieder empfängt dich mein Strahlen und meine Worte.
Willkommen, Ottilie, komm in den Kreis, ich freue mich, dass du da bist.
Die Zeit verfliegt, Übungen, Themen, wir schwitzen, denn auch ich bin wieder Tänzerin.
Und irgendwann habe ich dich am Arm eine neue Übung, längst sind wir warm und du fragst mich:
"Sag mal, bist du eigentlich immer so fröhlich?"
Ich lass dich in meine Augen schauen, ganz tief bis in den Seelengrund, wie in einem Brunnen steht dort das Wasser.
Und ich sage zu dir. "Nein, Ottilie, ich bin sehr gerne fröhlich, aber ich weine auch oft."
Die nächsten Male merke ich eine Veränderung. Auf "Macarena" magst du nicht tanzen, ein Trotz kommt hoch und ein irrwitziger Gedanke. Du tanzt auf Macarena und zwar ganz wild, aber du reißt mich aus dem Kreis, tanz mit mir, nun tanz, das ist Herausforderung.
Ich strahle, ich lache und wild tanzen wir nun....wer heilt ihr eigentlich wen.....wer ist hier Therapeut.
Habe nun ein Thema mitgebracht, Aggression, eine ganz besondere Kraft, die auch gelebt werden will.
Richtig gelebt bedeutet sie: sich selber treu sein, Standpunkte zu vertreten, sich nicht aus seiner Inneren Mitte herausreißen zu lassen.
Witzige Übungen habe ich dazu im Gepäck und eine Übung, ich liebe sie.
"Lauf mit Sprung und Schrei." Zu einer fetzig-rappigen Musik zeige ich sie euch, nehme Anlauf, springe in die Höhe und ein Urschrei erschüttert die Sporthalle.
Da kommt Freude auf, das ist wilde, ursprüngliche Kraft.
Eure Schreie, ich feure euch an, manchmal hören sie sich wie Quieken und Maunzen an. An diesen Schreien muss noch gearbeitet werden, da fehlt noch ganz viel Power.
Und irgendwann kommt eine Stunde, ich sehe es an der Verordnungsliste, heute werden sich viele Frauen verabschieden, der Abreisetag ist angerückt.
Auch du Ottilie, kommst auf mich zu. Ich habe mein Ziel erreicht, du kannst lachen, mischt hier alle auf, strahlst, bist eine verrückte Frau, habe deine Kraft gesehen, deine Ursprünglichkeit.
Da stehst du nun vor mir, eine starke Frau, ich nehme dich in meine Arme und kann es nicht lassen, zwei dicke Küsse, rechts und links auf die Wangen, mein Dank an dich, du stolze Frau.
Du weißt es nicht und ahnst es kaum.
Ich konnte dir etwas Heilung schenken..........aber du...hast auch meiner Seele gut getan.
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