Das Alleinsein – es ist wohl das größte Elend des Älterwerdens, wenn man durch Scheidung, Tod des Partners oder alle möglichen widrigen Umstände den Partner verloren hat.
Junge Leute binden sich schnell wieder, sie „probieren“ immer und immer wieder, teilweise recht wahl- und ziellos die Partnerschaft, bleiben hängen oder auch nicht, zumindest aber bleiben sie nicht allein.
Bis, ja bis sie dann in späteren Jahren auch zu denen gehören, die nun geläutert, enttäuscht, frustriert, aber wiederum voller Hoffnung erneut den Partner fürs Leben suchen.
Und dann gibt es noch jene, die in „späten Jahren“ verwitwet, doch noch einmal das Glück der Partnerschaft versuchen wollen.
Sie alle haben eines gemeinsam: nur nicht allein sein.
Und da geht man dann schon einmal Kompromisse ein, da zieht man ein mögliches harmonisches Zusammenleben der Einsamkeit vor,
da verzichtet man auf die große Liebe, die es ja sowieso nicht mehr gibt, da hofft man, dass es schon „irgendwie“ funktionieren wird.
Ja, auch ich bin vor Jahren diesen Kompromiss eingegangen.
Man konnte miteinander auskommen, vieles gemeinsam unternehmen, die grundsätzlichen Interessen miteinander realisieren und ohne größere Auseinandersetzungen leben.
Immer unter der Maßgabe, immer noch besser als allein zu sein.
Dem aufmerksamen Leser ist sicher nicht entgangen, dass ich das Wörtchen „wir“ bisher tunlichst vermieden habe.
Denn dieses „wir“ fehlte tatsächlich, das kam höchstens einmal in Gesprächen, nie aber in den Gefühlen zum Ausdruck.
Nach außen hin, ein zufriedenes älteres Paar: “Ach wie schön, dass sie einander haben!“
Glücklich, nein glücklich aber war ich nicht einen Augenblick in diesen Jahren.
Na gut werden manche sagen, wenigstens nicht allein.
Aber man kann auch zu zweit verdammt allein sein, ja sogar einsam.
Und….man muss jeglichen Anspruch an das Glück aufgeben, restlos und rigoros, sonst geht die scheinbare Harmonie bald zum Teufel.
Und so zog ich dann doch irgendwann die Notbremse, bevor ich nicht nur das Glück, sondern auch mich selbst aufgegeben hätte.
Dass mir schon wenig später doch noch eine Liebe, die aber auch zerbrach, begegnet ist, ja das war ein Glück der besonderen Art.
Aber vielleicht ja auch ein ganz klein wenig „Verdienst“ für meinen Mut, keinen Kompromiss mehr zu leben.
Ich will niemandem zu irgendetwas raten, will auch nicht mit erhobenem Zeigefinger Beziehungen analysieren.
Eigentlich möchte ich nur sagen:
„Gebt dem Leben und der Liebe eine Chance, seid nicht zufrieden, ehe Ihr nicht glücklich seid!“