Einkaufen im Supermarkt sehe ich heute ganz entspannt. Das war nicht immer so. Schon im Alter von nicht einmal zwei Jahren war mein Sohn kaum noch im Einkaufswagen zu halten, wenn er die Werkzeugabteilung sichtete. (Wäre es doch die Spielzeugabteilung gewesen!) Seine ersten Worte waren außer "Mama" und "Papa" "Hammer" und "Meißel". Mein Versuch, einen Umweg um die verhängnisvolle Abteilung zu machen, scheiterte oft kläglich.

Es ertönte regelmäßig ein lautes und forderndes "Hammer haben!" Auf meine Antwort, dass er doch schon so viele verschiedene von der Sorte hätte, reagierte er mit Geschrei. Nun versuchte er es mit "Meißel haben!" Mittlerweile stand er auf dem Kindersitz des Einkaufswagens und war nicht mehr zu halten. Er stürmte, so schnell ihn seine kleinen Beine trugen, auf die Werkzeugabteilung zu und verlangte lautstark nach einem Hammer. Zu Hause besaß er eine kleine Werkbank, die sein Papa ihm gebaut hatte und eine beachtliche Nägelsammlung.

Das Holz der Werkbank war schnell übersät mit unzähligen Nägeln, die er sicher und geschickt dort platziert hatte.
(Ohne sich ein einziges Mal zu verletzen ...)

Bei einem unserer stressigen Einkäufe hatte der kleine Handwerker eine neue Idee. Er verlangte weder nach einem Hammer, Meißel oder anderem Werkzeug. Mit strahlenden Augen zeigte er begeistert auf sein neues Objekt der Begierde:

"Ich will eine Axt!" Natürlich wollte er überhaupt nicht einsehen, warum er keine Axt haben durfte. Das Geschrei "eine Axt haben!" wurde fordernder und lauter.
Einige Kunden beobachteten den kleinen Giftzwerg amüsiert.

Plötzlich erstarb das Geschrei und ich wollte erleichtert meinen Einkauf fortsetzen. Da hatte ich mich zu früh gefreut: "Eine Zange will ich", verlangte er mit bebender Stimme...

Na, wenn es weiter nichts ist ...