Wie die kleine Maus ein Zuhause fand
Vor langer Zeit existierten in der unendlichen Weite des Universums drei Planeten. Sie lagen nah beieinander und auf jedem der Planeten herrschte Leben.
Aber dennoch wollte Keiner mit dem Anderen jemals etwas zu tun haben.
Von anderen Nachbarplaneten wurden sie gemieden, denn Jeder für sich war sehr eigenartig, aber Sie waren auch einzigartig.
Man nannte sie den blauen, den roten und den grünen Planeten.
Es sollte jedoch der Tag kommen, an dem sich die Planeten vereinigten und zu einem einzigen Planeten verschmolzen, dem Planeten des Lebens.
Von dieser Begegnung und Verschmelzung handelt die folgende Geschichte.
Der blaue Planet hieß auch Planet der Kälte. Auf ihm lebten Wesen, die aussahen wie kleine Eiskristalle. Durchsichtig, hart und unendlich kalt. Aber doch jeder für sich eine einzige Schönheit. Um sie herum war es kahl und trist. Jedes dieser kleinen Eiskristalle war für sich hatte sein eigenes Eishaus und lebte sein Leben. Sie versuchten sich aus dem Weg zu gehen und wenn sie sich doch einmal, begegneten sprachen sie nicht und gingen aneinander vorüber. Keiner interessierte sich für den Anderen und dessen Leben. Se konnten gemeinsam nichts miteinander anfangen und lebten zurückgezogen in ihrem Haus.
Die Atmosphäre auf dem Planeten war kalt und gefühllos. Es gab keine Blumen, keine Farben, kein Lachen und überhaupt war es sehr ruhig hier auf diesem Planeten. Doch nahm man sich die Zeit und schaute einmal länger in eineinzelnes dieser Eiskristallgesichter hinein so konnte man eine große Sehnsucht ersehen und wenn man viel Geduld hatte, so mochte man aus Gestiken und kurzen Worten heraus erkennen, dass diese Wesen gerne etwas anders wären, aber nicht wussten wie sie auf ihrem kalten kahlen Planeten je etwas ändern sollten, ja woher sie überhaupt die Ideen nehmen sollten, wer anfangen sollte. Denn sie waren ja alle gleich.
Auf dem roten Planeten war es sehr heiß. Es lebten dort Wesen, die aussahen wie Feuerbälle. Es war ständig laut und unruhig hier und die Feuerbälle immer in Eile. Durch die immer währende Unruhe war keine Zeit für ein ruhiges Wort. Alles was die Wesen machten geschah in Hektik und mit Aggression. Sie lebten zwar in einzelnen Gruppen zusammen, aber innerhalb dieser Gruppe kam es immer wieder zu Streitereien, Handgreiflichkeiten und bösen Verletzungen. Nicht das die Feuerbälle das unbedingt wollten, aber ihre ewige Unruhe raubte ihnen die Nerven ließ sie keinerlei klare Gedanken fassen und hatte ihnen keinen Platz für Gemeinsamkeiten und Harmonie gelassen. Auch diese Wesen stellten sich oft die Frage wie sie wohl in ihrem Leben auf ihrem Planeten etwas ändern könnten aber auch hier wusste keiner wer ihnen zeigen sollte wie man in Harmonie in ihren Gruppen leben könnte.
Das Leben auf dem grünen Planeten erschien auf dem ersten Blick friedlich, freundlich und harmonisch. Die Lebewesen dort wirkten wie Schlingpflanzen.
Sie umrankten sich alle gegenseitig. Ja waren so miteinander verschlungen, dass es schwer war ein Einzelnes aus dem Ganzen Gewirr herauszufinden. Den Wesen war es aufgrund ihrer Verschlungenheit nicht möglich sich einzeln alleine fortzubewegen, oder irgendwelche eigenen Dinge zu tun. Ursprünglich sollte diese Verschlungenheit ihnen gegenseitigen Schutz und Hilfe geben, jedoch im Laufe der vielen Jahre dieses Planeten wurde es durch das einzige Wirrwarr immer schwieriger überhaupt einem Einzelnen noch Schutz zu geben. Die Wesen fühlten sich eingeengt und unglücklich, unzufrieden, weil sie nun weder einem Anderen noch sich Selber helfen konnten.
Irgendwann, keiner weiß mehr genau wann, flog über die Planeten ein Raumschiff. Es war ein wunderschönes Raumschiff ausgestattet in bunten Farben, gemütlichen Kuschelecken, Puppen, Clowns, verspielt, verträumt wie ein Märchenschiff.
Die Besatzung des Raumschiffes bestand nur aus einem einzigen Wesen. Bei diesem Wesen handelte es sich um ein kleines Mäuschen. Dieses Mäuschen war von einem Planet gestartet, den man Erde nannte. Es war dort nicht mehr zurecht gekommen und so hatte es sich entschlossen diese kalte für es so nichts sagende Erde zurückzulassen um in einer fernen neuen Dimension, dem Universum ein für sich zufriedeneres Leben zu finden.
Mitgenommen auf die lange Reise in die Ungewissheit hatte das Mäuschen nichts weiter als seine Gedanken und Träume und ein Menge Mut.
Nach einer endlos scheinenden Odyssee durch das Universum erschien vor dem Raumschiff eines Tages ein Planet.
Von dem grellen Licht, welches von dem Planeten ausging angezogen, aber auch um neugierig das dahinter zu erforschen versuchte das Raumschiff auf dem Planeten zu landen.
Der blaue Planet , auch der kalte Planet, erwies dem Raumschiff einen frostigen Empfang. Wie sollte es auch sonst sein. Dennoch beschloss das Mäuschen sein Raumschiff zu verlassen und sich diesen Planeten einmal genauer anzusehen. Im ersten Moment erschrak es sehr. Als es den kahlen frostigen Boden betrat. Das Mäuschen begann auf dem Planeten zu gehen und ihn zu erkunden.
Was war hier los? Es gab überall Eisberge, die wie Häuser aussahen, aber es war kein Lebewesen zu sehen. Das Mäuschen lief wohl endlos lange und irgendwann beschloss es wieder in sein Raumschiff zurück zu steigen, denn hier gefiel es ihm gar nicht.
Als es jedoch an seinem Raumschiff angekommen war erschrak es.
Um das Raumschiff herum standen viele kleine Wesen, die wie Eiskristalle aussahen und beäugten es neugierig von allen Seiten. Als die Wesen das Mäuschen erblickten schauten sie verwundert. So ein seltsames Geschöpf hatte sie noch ne gesehen. Das Mäuschen streckte ihnen ein Pfötchen entgegen und sagte „Hallo, ich bin froh hier endlich jemanden getroffen zu haben. Hier ist es so kahl und trist und ich dachte schon hier wäre kein Leben. Aber jetzt wo ich euch sehe, bin ich glücklich. Ihr seid so schön und einzigartig. Euch muss man einfach gerne haben.“
Die Wesen verstanden überhaupt nicht, was das Mäuschen ihnen sagen wollte, spürten aber etwas für sie Neues, Schönes, Warmes in ihrem Inneren.
„Kommt doch mit mir“, sprach das Mäuschen weiter, „Ich bin auf der Suche nach einem neuen Leben, was habt ihr zu verlieren. Hier ist es kahl und kalt und trist und ihr seid viel zu schön um so zu leben“.
Die Eiskristalle überlegten einige Zeit und stiegen dann zögernd in das Raumschiff und so startete das Mäuschen das Raumschiff aber diesmal mit einer größeren Besatzung.
Die Eiskristalle, die ja keine Gefühle kannten merkten, dass von dem Mäuschen und dem Raumschiff etwas ausging was sie wohl lange gesucht hatten und langsam begannen sie sich zu betasten, aneinander festzuhalten und in den Kuschelecken zu reiben.
So flog das Raumschiff wohl tagelang durch das Universum, bis das Mäuschen durch ein grelles Licht erneut aufgeschreckt wurde und wieder beschloss sich dieses Licht, welches von dem roten Planeten ausging genauer anzusehen.
Also landete es erneut, sagte zu den Eiskristallen sie mögen eine zeitlang auf es warten und verließ das Raumschiff.
Beim ersten Fußtritt nach außen wäre es am liebsten direkt wieder zurückgegangen, aber es war ja auf der Suche nach einem neuen Leben. Überall auf dem Planeten war es hektisch, laut und unruhig und entsetzlich heiß.
Es bewegten sich unermüdlich kleine Wesen, die wie Feuerbälle aussahen und als es beschloss einen dieser Feuerbälle anzusprechen schrie dieser nur ganz laut „Lass mich in Ruhe, ich habe keine Zeit und überhaupt, wie siehst du denn aus“.
Das Mäuschen ging weiter, traf auf den nächsten Feuerball und begrüßte diesen erneut. Es erntete aber genau dieselbe Antwort.
So ging es ihm noch unzählige Male und so begab es sich auf den Rückweg zu seinem Raumschiff. Es bemerkte allerdings nicht, dass ihm die Feuerbälle folgten, denn auch sie waren neugierig geworden, waren sie doch noch nie angesprochen worden.
Als sie das Raumschiff erblickten waren sie von seiner Schönheit genauso fasziniert wie einst die Eiskristalle. Das Mäuschen bemerkte nun auch, dass ihm die Wesen gefolgt waren und ebenso wie bei den Eiskristallen lud es sie ein mit zu fliegen. Zögernd, aber weil sie für sich ja auch etwas ändern wollten stiegen sie mit dem Mäuschen ein. Das Raumschiff war geräumig genug so dass auch für die Feuerbälle in einer andren Ecke genug Platz war.
Argwöhnisch beäugten sie erst einmal die Eiskristalle. Diese, wiederum waren vertrauter, neugierig geworden und überlegten wie sie an diese neue Besatzung herankommen könnten. Sie waren Eiskristallen, kalt und frostig. Die Feuerbälle waren heiß und unruhig. Das konnte doch gar nicht passen. Also blieben beide, die Feuerbälle und die Eiskristalle erst einmal in ihren Ecken sitzen und das Mäuschen startete das Raumschiff erneut um weiter zu suchen nach einem Platz an dem eine ein neues Leben beginnen könnte.
Während des Fluges versuchte es immer wieder die Feuerbälle und Eiskristalle zusammen zu bringen, redete auf sie ein, sprach ihnen Mut zu, aber es geschah nichts.
Dann plötzlich flog das Raumschiff auf ein neu erscheinendes helles Licht zu.
Dies war der grüne Planet.
Das Mäuschen wollte das Raumschiff landen und erneut den Planeten erkunden um dort vielleicht seinen Platz zu finden. Es bereitete ihm viel Mühe in diesem Wirrwarr überhaupt einen Landeplatz zu finden. Als es jedoch einen geeigneten Platz ausfindig gemacht hatte verließ es das Raumschiff.
Das Leben auf diesem Planeten verglich das Mäuschen mit einem Urwald.
Es war sehr frisch und friedlich hier. Aber es erschien auch alles sehr eingeengt, erstickend und erdrückend. Die Lebewesen umschlungen das Mäuschen direkt herzten und küssten es und es hatte Mühe sich ihnen zu entwinden. Doch schließlich hatte es sich befeit und sprach „oh je, wie könnt ihr nur so eingeengt zurecht kommen? Es gibt bei euch keinen Anfang und kein Ende. Seid ihr eines, oder mehrere. Man kann das kaum erkennen“.
Da die Wesen so umschlungen waren, war es ihnen nicht möglich dem Mäuschen überhaupt zu antworten. Das Mäuschen merkte jedoch, dass die Wesen nicht sehr glücklich waren und so, lud es auch sie ein in seinem Raumschiff mit zu fliegen, auf der Suche nach einem neuen Planeten. Die verschlungenen Wesen zögerten nicht lange, denn sie hatten ja die Hoffnung sich vielleicht helfen zu können.
So setzten auch sie sich in eine Ecke des Raumschiffes, zunächst verängstigt und erschreckt über die andere Besatzung, aber in ihrer Ecke eng umschlungen fühlten sie sich einigermaßen sicher.
Es vergingen unzählige Tage, Monate vielleicht Jahre, die da Raumschiff durch das Universum flog.
Das Mäuschen sprach immer wieder mit den einzelnen Gruppen an Bord, versuchte ihnen durch gutes Zureden Mut zu machen, sie einander näher zu bringen, denn in den Augen der Wesen war eine große Traurigkeit und Einsamkeit zu erkennen.
Es konnte nicht verstehen, dass sich diese Wesen, die in ihrer Gruppe so wunderbar und einzigartig waren nicht untereinander verbinden ließen.
Jede einzelne Gruppe konnte dem Mäuschen soviel Zufriedenheit geben, dass es dachte, wenn ich diese Gruppen miteinander verbinde, in Einklang bringen könnte wären sie selber auch glücklicher.
Es ergab sich, das vor dem Raumschiff erneut ein Planet auftauchte und das Mäuschen setzte zur Landung an, in der Hoffnung hier neues Leben zusammen mit den Gruppen beginnen zu können.
Durch seine Erfahrungen mit den bisherigen Planeten und deren Bewohnern zögerte es erst ein wenig das Raumschiff zu verlassen, aber seine Träume und sein Mut trieben es voran.
Als es die Tür des Raumschiffes öffnete strömte ein warmes, helles Licht in das Innere und ein seltsam wohliges Gefühl ergriff das Mäuschen. Auch die einzelnen Gruppen wurden von diesem Gefühl ergriffen und wie durch eine Wunder, eine unsagbar unbeschreibliche Kraft lösten sie sich aus ihren Gruppen um neugierig geworden was dieses Gefühl ausgelöst hatte das Raumschiff mit dem Mäuschen zu verlassen.
Außerhalb des Raumschiffes bot sich den Wesen ein Bild von solch einer Bezaubertheit. Vor ihnen lag eine endlos scheinende grüne Wiese mit einer unzähligen Pflanzenvielfalt in den schönsten Farben und ein warmes behagliches Licht strahlte ihnen entgegen. Auch ging ein zarter aromatischer Duft von dem Planeten aus, der die Wesen automatisch sanft und ruhig stimmte.
So begannen sie sich immer mehr aus ihren Gruppen zu lösen und auch einzeln den Planeten zu erkunden. Dadurch geschah es natürlich, dass sich die einzelnen Wesen verschiedener Gruppen berührten, oder sogar Worte über die Schönheit des Planeten wechselten.
Immer mehr lernten sie sich dadurch untereinander kennen und stellten fest, dass es ihnen sogar gut tat etwas über die Andersartigkeit des Gegenüber zu erfahren, ihm aber selber auch Ratschläge und Hilfe durch eigene Erzählungen zu geben.
Je weiter sie sich von dem Raumschiff weg auf dem Planeten bewegten umso einfacher wurde es für sie sich mit einem fremden Wesen noch enger zusammen zu schließen und es entstand eine völlig neue zusammengesetzte Gruppe.
Das Mäuschen beobachtete die Wesen und erkannte zum ersten Male seit langer Zeit eine Zufriedenheit in ihnen.
Ihre Augen leuchteten und es ging ein große Ruhe und Gelassenheit von ihnen aus.
Das Mäuschen begann nun sich selber auf dem Planeten umzusehen. Es fühlte die Pflanzenpracht, roch an ihnen und hatte das Gefühl, als ob eine unendliche große Last von ihm abfallen würde.
Langsam begann es seine Habseligkeiten aus dem Raumschiff zu räumen und mit jedem Teil, welches es aus dem Raumschiff trug schwand ein bisschen mehr von der Last die auf ihm lag.
Zwischendurch beobachtete es immer wieder die Wesen und erfreute sich an deren frohen, strahlenden Gesichtern.
Die Wesen hatten ihrerseits immer mehr zusammengefunden und bildeten einen großen schützenden Kreis um das Mäuschen.
In diesem Moment wusste das Mäuschen, dass es am Ziel seiner Reise angekommen war.
Es setzte sich in den um ihn gebildeten Kreis und sprach „Das ist das, wonach ich immer gesucht habe. Hier werden wir uns ein neues Leben aufbauen können. Alles bisherige vergessen. Wir werden weiter lernen, wie wir miteinander umzugehen haben. Wir werden uns respektieren und untereinander helfen. Das ist unser neues Leben.
Wie die kleine Maus ein Zuhause fand
Ein kurzes Märchen, nicht nur für Kinder"Das Leben eines Menschen ist das, was seine Gedanken daraus machen"
MEIN Artikel auf MEINER Homepage
http://www.engel-dk.de/kleine_maus.htm
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