Genau, du hast es gewusst, das war der Weihnachtsmann. Er fuhr schon die ganze Woche auf alle Weihnachtsmärkte denn er brauchte noch einen Baum. Nur, da war nix mehr. Bloß noch so lange Stangen mit kaum Ästen dran. Nein, sowas durfte er nicht bringen, da hätte er es sich verscherzt.
Die Kinder im Waisenhaus in Worms warteten bestimmt schon. So spät war er noch in keinem Jahr dran. Es war schon Heiligabend und langsam dunkelte es.
Was tun? Er dachte an das Wäldchen im Vorholz, ob da noch welche sind?
„Also denn man los Rudolf, fahren wir in Richtung Alzey. So fanden sie das Bäumchen, von dem das Gedicht handelt.
Unterdessen waren die Kinder im Heim beim Abendessen. Es klingelte anhaltend. „Wer mag das wohl sein? Haben wir noch etwas warme Suppe?“
Auf einen Wink von Frau Susanne ging der Älteste der Gruppe zur Tür. Schwer schleppte er einen Tannenbaum herein. „Na Bernd, was bringst du uns da?" 17 Augenpaare waren gebannt auf ihn gerichtet. Und dann ging es los,
„er hat uns nicht vergessen, der liebe gute Weihnachtsmann“, so schrie die Schar durcheinander. „Nun aber rasch“, mahnte Frau Susanne, „Tisch abräumen und dann wollen wir ihn schmücken.“
Jedes Kind hatte auf seinem Zettel einen Wunsch aufgeschrieben. Die Großen halfen den Kleinen. Schon ab dem ersten Advent hatten sie Strohsterne gebastelt, Äpfel mit Silber und Goldpapier umwickelt, alles kam nun an den Baum.
"Schnell die Mäntel anziehen, die Glocken läuten schon, wir wollen doch in die Kirche." Dort führten sie in den Schulklassen, welche die Kinder besuchten ein Krippenspiel auf. Die Kleinen hatten jeder einen Dreizeiler aufzusagen. Alles war sehr feierlich.
Noch ganz benommen, von dem jedes Jahr wiederkehrenden Erlebnis, gingen sie alle nach Hause.
„Ob das Christkind da war“? Geheimnisvolle Gesichter der anderen Hilfskräfte, -„möglich!“
Dann klingelte es ganz fein, zaghaft wurden die Kleinen zuerst hinein geschoben. Andächtig standen dann alle um Ihren Baum. Mittlerweile brannte die Kerzen. Keines der Kinder wagte sich näher zu gehen. So stimmte Frau Susanne das Lied an das alle kannten „Ihr Kinderlein kommet oh kommet doch all.“
„Nun Bernd, du bist der Älteste guck mal was du bekommen hast.“ Alle Kinder stürzten sich nun unter den Baum und wäre die Beleuchtung nicht elektrisch gewesen, nicht auszudenken.
Jedes war zufrieden, die Kleinen spielten. Nur Jens saß still in einer Ecke. Er war fünf und hatte erst vor zwei Monaten seine Eltern verloren. Es war ein Autounfall, an dem sie aber keine Schuld hatten. Der Junge wurde auch schwer verletzt und war jetzt gerade mal eine Woche hier.
Frau Susanne nahm ihn auf den Schoss und erklärte ihm, dass heute ein besonderer Tag sei. Alle Menschen, die verstorben waren schauten vom Himmel herab zu ihren Lieben. Dann trat sie ans Fenster und zeigte ihm einen hellen Stern, - „siehst Du, dort sind deine Eltern. Du bist noch zu klein sonst hätte sie dich mitgenommen. Erst wenn du groß bist und so alt wie unser Herr Berger, der Hausmeister, holt dich der liebe Gott.“
Jens sah nun gläubig in den Himmel, seine Spielsachen rührte er nicht an. Frau Susanne fragte sich, 'was hat er davon behalten? Hoffentlich wird er bald adoptiert, dass er wieder in eine normale Familie kommt.'
Fast alle Kinder wurden am ersten Feiertag abgeholt. Da waren reiche Leute die etwas Gutes tun wollten, auch Familien denen es weniger gut ging nahmen über die Feiertage „ihr Kind.“ Alle waren schon lange Zeit in ihren Familien. Die meisten blieben bis die Schule wieder anfing. Einige durften mit in den Winterurlaub.
Nur, adoptieren wollte sie niemand. Doch den Kindern machte das wenig aus. Tagsüber waren sie in der Schule, am Nachmittag auf der Straße, auf dem Bolzplatz und spielten mit anderen. Dass sie halt eben am Abend im Heim waren, fanden sie nicht so schlimm. Sie führten weitgehend ein ganz normales Leben.
Nun zurück zu unserm Weihnachtsbäumchen. So manchen Puff musste es ertragen. Doch es war sehr glücklich inmitten der lachenden Kinder. So vergingen die Feiertage. Am 7.Januar holte Herr Berger es.
Mittlerweile fielen die Nadeln. Er stellte es auf die Straße zu noch mehr seiner Verwandten. Dann kam ein Auto und holte sie. „Wohin fahren wir?“ Wisperte es.
“In den Zoo“, sprach ein etwas knorriger Ast. „Aber was tun wir dort?“
„Na, wir kommen in das Elefantengehege, sie knabbern an uns herum“,
„und dann“?
„Der Mist, den die Elefanten machen wird als Düngung verwendet. Vielleicht nach zwei oder drei Jahren treibt ein feiner Spross aus der Erde und nach mehreren Jahren wird daraus wieder ein schöner Tannenbaum." -
"So wie wir einmal waren?"-
"Ja genau so."-
"Dann ist's ja gut."
Wie es mit dem Bäumchen weiterging
Sicher habt ihr schon gemerkt, das war kein normaler Mann,denn welcher Mann kann schon mit Bäumen sprechen
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