Wie gesagt
Wir gebrauchen unsere Sprache ohne viel zu überlegen. Wir übernehmen Begriffe, die von anderen Sprachen kreiert wurden entweder in der Originalsprache, also englisch, oder in Übersetzungen, die dem fremdsprachlichen Wort entsprechen.
Wie gesagt
Wenn wir uns aber mal genauer mit der Sprache befassen, werden wir feststellen, dass wir von Dingen reden, die mit der Wirklichkeit oft nicht viel zu tun haben.
Nehmen wir als Beispiel den Begriff Anrufbeantworter. Haben Sie von dieser Maschine schon jemals eine Antwort für ihr Anliegen bekommen? Natürlich nicht. Sie müssen auf die Antwort warten, bis der gewünschte Teilnehmer Ihren Anruf zur Kenntnis genommen hat. Und auch dann ist es nicht sicher, ob Sie überhaupt eine Antwort bekommen. Wenn Sie meine Telefonnummer anrufen und ich bin nicht zuhause, dann erfahren Sie, dass Sie mit meinem Anrufentgegennehmer verbunden sind. Das ist zwar ein genauso schreckliches Wort wie Anrufbeantworter aber immerhin entspricht es den Tatsachen.
Oder nehmen wir den Begriff Hotline. Wenn Sie eine Hotline anrufen, werden Sie erstmal kaltgestellt. Sie kommen in die Warteschleife. Da müssen Sie nun bis zum Schwindligwerden imaginäre Achten fahren und meistens noch fürchterliche Musik hören. Bei meiner Krankenkasse wird zu diesem Zweck Mozart elektronisch vergewaltigt. Bei der Deutschen Telekom werden sie in der Störungsstelle im Minutentakt mit der Mitteilung verhöhnt, dass sie ihre Störungsmeldung auch per Internet aufgeben können. Nach einer dreiviertel Stunde vergeblichen Wartens erbarmte sich mein Handy meiner, nachdem der Akku leer war. Wie wäre es, den Begriff Warteschleife durch Abstellgleis und Hotline durch Freezeline zu ersetzen?
Besonders kreativ im Schöpfen von unzutreffenden Aussagen ist die Werbung. Wie heißt es doch so schön: "Die Creme ist extrem hautverträglich!" Kein Mensch hat bisher gemerkt, dass es darum doch gar nicht geht. Was schert es die Haut, ob die Creme sie verträgt? Viel wichtiger ist doch, dass die Haut auch cremeverträglich ist. Und das ist sie ganz und gar nicht. Durch regelmäßige Zuführung von Fetten wird die körpereigene Produktion der Talgdrüsen drastisch eingeschränkt und - schwupps - schon hat die Pharmaindustrie wieder einen gutgläubigen, meist weiblichen Konsumenten abhängig gemacht.
Weit verbreitete Unsitte ist es auch, dem Verbraucher die Verantwortung für die Unbedenklichkeit eines Produkts zu überlassen. Klassisches Beispiel ist der stereotypische Hinweis, der Zuschauern des Werbefernsehens bis zum Erbrechen tagaus tagein auf allen Kanälen entgegenschreit: "Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen sie die Packungsbeilage und fragen sie ihren Arzt oder Apotheker." Richtig müsste er lauten: "Zu Risiken achten sie auf die Nebenwirkungen und verklagen den Arzt oder Apotheker." Denn ein Produkt, das unbedenklich ist, bedarf eines solchen Hinweises nicht.
So werden wir sprachlich vergewaltigt und obendrein noch manipuliert und unsere Gesundheit geschädigt. Aber sind all diese Auswüchse nicht Ergebnis unseres eigenen Verhaltens? Wo kein Empfänger ist, wird der Sender bald verstummen. Wo kein Schaf ist, hat der Wolf keine Chance. Der Mensch ist mit allem, was er zur Gesunderhaltung seines Körpers braucht, bestens ausgestattet. Erst die Zuführung von unverträglichen Fremdstoffen macht aus diesem genialen Wunderwerk der Schöpfung ein degenerierendes, kränkelndes Leidensgefährt, das uns nicht mehr zu Höchstleistungen beflügelt, sondern uns in immer rasenderer Talfahrt in Richtung letzte Ruhestätte katapultiert. Es sei daran erinnert, dass eigenes Denken nicht nur erlaubt ist, sondern auch von großem Nutzen sein kann. Allein die Frage, ”wem dient es”, kann zu erleuchtungsähnlichen Erkenntnissen führen. Jeder Zweifel, dass unser Körper nicht vollkommen ist und der ständigen Wartung durch Ärzte und Pharmazie bedarf, ist Gotteslästerung.
So werden wir durch die Sprache manipuliert, es wird uns Mangel und Bedarf suggeriert, wo doch von der Natur schon alles bestens eingerichtet ist. Da kann Taubheit zum Segen werden. Vielleicht hören wir dann endlich auf unsere innere Stimme, die genau weiß, was uns gut tut.
copyright Lothar Volkspoet
Wenn wir uns aber mal genauer mit der Sprache befassen, werden wir feststellen, dass wir von Dingen reden, die mit der Wirklichkeit oft nicht viel zu tun haben.
Nehmen wir als Beispiel den Begriff Anrufbeantworter. Haben Sie von dieser Maschine schon jemals eine Antwort für ihr Anliegen bekommen? Natürlich nicht. Sie müssen auf die Antwort warten, bis der gewünschte Teilnehmer Ihren Anruf zur Kenntnis genommen hat. Und auch dann ist es nicht sicher, ob Sie überhaupt eine Antwort bekommen. Wenn Sie meine Telefonnummer anrufen und ich bin nicht zuhause, dann erfahren Sie, dass Sie mit meinem Anrufentgegennehmer verbunden sind. Das ist zwar ein genauso schreckliches Wort wie Anrufbeantworter aber immerhin entspricht es den Tatsachen.
Oder nehmen wir den Begriff Hotline. Wenn Sie eine Hotline anrufen, werden Sie erstmal kaltgestellt. Sie kommen in die Warteschleife. Da müssen Sie nun bis zum Schwindligwerden imaginäre Achten fahren und meistens noch fürchterliche Musik hören. Bei meiner Krankenkasse wird zu diesem Zweck Mozart elektronisch vergewaltigt. Bei der Deutschen Telekom werden sie in der Störungsstelle im Minutentakt mit der Mitteilung verhöhnt, dass sie ihre Störungsmeldung auch per Internet aufgeben können. Nach einer dreiviertel Stunde vergeblichen Wartens erbarmte sich mein Handy meiner, nachdem der Akku leer war. Wie wäre es, den Begriff Warteschleife durch Abstellgleis und Hotline durch Freezeline zu ersetzen?
Besonders kreativ im Schöpfen von unzutreffenden Aussagen ist die Werbung. Wie heißt es doch so schön: "Die Creme ist extrem hautverträglich!" Kein Mensch hat bisher gemerkt, dass es darum doch gar nicht geht. Was schert es die Haut, ob die Creme sie verträgt? Viel wichtiger ist doch, dass die Haut auch cremeverträglich ist. Und das ist sie ganz und gar nicht. Durch regelmäßige Zuführung von Fetten wird die körpereigene Produktion der Talgdrüsen drastisch eingeschränkt und - schwupps - schon hat die Pharmaindustrie wieder einen gutgläubigen, meist weiblichen Konsumenten abhängig gemacht.
Weit verbreitete Unsitte ist es auch, dem Verbraucher die Verantwortung für die Unbedenklichkeit eines Produkts zu überlassen. Klassisches Beispiel ist der stereotypische Hinweis, der Zuschauern des Werbefernsehens bis zum Erbrechen tagaus tagein auf allen Kanälen entgegenschreit: "Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen sie die Packungsbeilage und fragen sie ihren Arzt oder Apotheker." Richtig müsste er lauten: "Zu Risiken achten sie auf die Nebenwirkungen und verklagen den Arzt oder Apotheker." Denn ein Produkt, das unbedenklich ist, bedarf eines solchen Hinweises nicht.
So werden wir sprachlich vergewaltigt und obendrein noch manipuliert und unsere Gesundheit geschädigt. Aber sind all diese Auswüchse nicht Ergebnis unseres eigenen Verhaltens? Wo kein Empfänger ist, wird der Sender bald verstummen. Wo kein Schaf ist, hat der Wolf keine Chance. Der Mensch ist mit allem, was er zur Gesunderhaltung seines Körpers braucht, bestens ausgestattet. Erst die Zuführung von unverträglichen Fremdstoffen macht aus diesem genialen Wunderwerk der Schöpfung ein degenerierendes, kränkelndes Leidensgefährt, das uns nicht mehr zu Höchstleistungen beflügelt, sondern uns in immer rasenderer Talfahrt in Richtung letzte Ruhestätte katapultiert. Es sei daran erinnert, dass eigenes Denken nicht nur erlaubt ist, sondern auch von großem Nutzen sein kann. Allein die Frage, ”wem dient es”, kann zu erleuchtungsähnlichen Erkenntnissen führen. Jeder Zweifel, dass unser Körper nicht vollkommen ist und der ständigen Wartung durch Ärzte und Pharmazie bedarf, ist Gotteslästerung.
So werden wir durch die Sprache manipuliert, es wird uns Mangel und Bedarf suggeriert, wo doch von der Natur schon alles bestens eingerichtet ist. Da kann Taubheit zum Segen werden. Vielleicht hören wir dann endlich auf unsere innere Stimme, die genau weiß, was uns gut tut.
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