Ich kann mir ein Leben ohne meine Hobbys kaum vorstellen. Abschalten lässt sich dabei doch wunderbar. Man vergisst leicht alles um sich herum und ist einfach glücklich. Menschen im Rentenalter wird  empfohlen, sich ein Hobby zuzulegen. Nimmt man sich für Hobbys, die man schon immer ausgeübt hat, jetzt mehr Zeit, ist das etwas anderes. Doch die Wenigsten, die zum Beispiel noch nie Interesse am Malen hatten, werden mit 70 damit anfangen, vermute ich.

 

Wer sich nie für Fremdsprachen oder Kunstgeschichte interessierte, wird wohl in den seltensten Fällen einen Volkshochschulkurs buchen. Vermutlich müssen schon Keime und versteckte Sehnsüchte vorhanden sein, die sich nun Raum verschaffen. "Wenn ich in zwei Jahren pensioniert bin, werde ich in der Welt herumreisen", erzählte mir ein Bekannter, dessen Lieblings-Reiseziel die Bayerischen Alpen waren, vor ein paar Jahren. Und was macht er heute? Er reist in die Bayerischen Alpen.

 

Oft bleiben die großen Pläne für "nachher"  in der Schublade liegen. Man sollte sich keine Vorwürfe machen. Immerhin hatte man die besten Absichten, nur wird leider nicht immer etwas daraus. Mit dem Schreiben ist es etwas anderes. Manchmal fallen einem Begebenheiten aus der Vergangenheit ein, die nicht vergessen werden sollten. Es wäre doch schön, sie für nachfolgende Generationen aufzuschreiben. Außerdem könnte es spannend sein, einen Abriss des eigenen Lebens zu skizzieren. Vielleicht macht man dabei so manche, wenn auch nicht immer nur erfreuliche, Entdeckung.

Aber auch ohne Hobby muss sich niemand im Alter langweilen, finde ich. Viele Senioren machen sich sogar in sozialen Einrichtungen nützlich, wo ihre Hilfe dankbar angenommen wird. Nicht Wenige beginnen sogar im Alter ein Studium oder schreiben sich als Gasthörer in Universitäten ein. Warum auch nicht?

 

Eine Bekannte meinte vor kurzem: "Hobby? Für so was habe ich nun wirklich keine Zeit. Da arbeite ich lieber in meinem Garten."

 

 

 

 

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Gerd Altmann