"Der Anfang unserer Ehe war hart und schmerzlich. Schon einige Monate nach der Hochzeit verstanden wir uns nicht mehr. Alles, was ich sagte, wurde von Robert, meinem Mann, falsch aufgefaßt, und umgekehrt genauso. Wenn ich sagte: "Danke, dass du den Schrank repariert hast", verstand er dies als Vorwurf: "Du kannst ja nichts anderes als Schränke reparieren...". Er spürte, dass ich meinerseits die Schwierigkeiten nicht verstand, die er in seiner Familie hat durchmachen müssen.
Nach heftigen, dramatischen Auseinandersetzungen haben wir uns schließlich getrennt. Wir hatten nicht mehr die Kraft, an unserer Beziehung etwas zu ändern.
Zum Glück war da noch Herbert, mein Schwager. Zu ihm zog Robert, nachdem wir uns getrennt hatten. Herbert machte Robert und mich unabhängig voneinander mit seinem Freundeskreis bekannt. Sowohl Robert als auch ich spürten, dass das interessante Leute waren, und dass wir bei ihnen über alles reden konnten. Wir fühlten uns verstanden und angenommen.
Sie hörten uns lange zu. Schließlich gab uns einer den Rat, Robert und ich sollten anstelle des Negativen mal mehr das ins Licht rücken, was jeder an Positivem in sich selbst und im anderen sah.
Wir kapierten schon, dass das ein Weg wäre. Aber es dauerte eine Zeit, bis wir ernsthaft das aufgriffen und damit begannen. Und jetzt die Überraschung: Wir hatten den Eindruck, dass es funktionierte! Nach einiger Zeit des Trainings haben wir uns neu in unserer Beziehung gefunden. Wir zogen wieder zusammen und haben heute drei Kinder. Die Probleme sind nicht verschwunden, aber wir wissen jetzt durch unsere Erfahrung, dass wir täglich neu beginnen können, indem wir versuchen, einander immer wieder mit neuen Augen zu sehen." C.L.
