Wir haben dich sehr geliebt...
In unserer Erinnerung lebst du weiter.
Er ist lange her, dieser schrecklichste Tag meines Lebens, und doch weiß ich noch jede Einzelheit. Wir freuten uns auf das erste Osterfest mit dir. Fast vier Monate warst du zu dieser Zeit: Ein gesundes, munteres Baby, das viel lächelte. Deine drei Geschwister waren genauso vernarrt in dich, unser schönstes Weihnachtsgeschenk", wie wir dich nach deiner Ankunft in dieser Welt am 15. Dezember 1982 nannten. An diesem Ostersamstag schien die Sonne, das werde ich nie vergessen. Lange danach habe ich die Sonne nicht mehr bewusst wahrgenommen. Wie sollte ich weiterleben ohne dich? Geblieben sind Fotos aus vier glücklichen Monaten mit dir und ein Plüschhase, dein Kuscheltier...
An diesem Morgen, als ich dich leblos in deinem Bett fand, blieb die Welt für mich und für die ganze Familie stehen. Wie war das möglich? Der Notarzt erklärte uns später, dass der Plötzliche Kindstod ein Phänomen wäre, dem in erster Linie Kinder im ersten Lebensjahr zum Opfer fallen. Sie hören im Schlaf auf zu atmen. Ich hatte nie davon gehört, wollte es nicht glauben. Doch auch unser Kinder- und der Hausarzt bestätigten diese These. Zu dieser Zeit waren in Deutschland noch jährlich mehr als 2000 Kinder betroffen.
Doch warum wir, ausgerechnet wir, die wir doch schon ein behindertes Kind hatten?
Dein Leben hatte noch nicht richtig begonnen, als wir dich wieder hergeben mussten. Es war schwer, stark zu sein für deine Geschwister, die ihre Eltern brauchten. Lange Zeit habe ich mir Vorwürfe gemacht, weil ich dich auf den Bauch gelegt hatte. Später wurde davon abgeraten, Säuglinge auf dem Bauch schlafen zu lassen, dadurch erhöhte sich die Gefahr enorm. Doch zu dieser Zeit schliefen die meisten Babies auf dem Bauch...
Du hast ein Jahr später noch eine Schwester bekommen, um die wir natürlich auch große Angst hatten. Wir erzählten ihr schon früh von dir und wenn sie nach ihren Geschwistern gefragt wurde, hat sie dich immer auch genannt. Noch heute denken wir oft an dich: Wie würdest du wohl aussehen als junger Mann von 25 Jahren? Wärst du ruhig oder vielleicht auch genauso umtriebig wie deine "kleine" Schwester?
Zwei Jahre später verloren unsere Nachbarn durch den Plötzlichen Kindstod ihr 8 Monate altes Enkelkind. Zur gleichen Zeit wurde in unserem Wohnort ein 3 Monate alter Säugling wiederbelebt. Er hatte so schweren Sauerstoffmangel erlitten, dass er heute schwerstbehindert ist.
Eine Kindergartenfreundin meiner jüngsten Tochter verlor ihren kleinen Bruder am Plötzlichen Kindstod. Die Mutter machte mit ihrem Sohn einen Spaziergang, dachte, dass er schläft. Als sie ihn aus dem Kinderwagen hob, war es schon zu spät. Bekannte erlitten einige Jahre später das gleiche Schicksal: Ihre 2 Monate alte Tochter schlief im Schlafzimmer - und doch konnten ihre Eltern sie nicht schützen, am nächsten Morgen lebte sie nicht mehr.
Heute sind durch die empfohlenen Vorsichtsmaßnahmen im Vergleich zu damals zum Glück viel weniger Kinder vom Plötzlichen Kindstod betroffen. Doch jedes Kind ist eins zuviel...
An diesem Morgen, als ich dich leblos in deinem Bett fand, blieb die Welt für mich und für die ganze Familie stehen. Wie war das möglich? Der Notarzt erklärte uns später, dass der Plötzliche Kindstod ein Phänomen wäre, dem in erster Linie Kinder im ersten Lebensjahr zum Opfer fallen. Sie hören im Schlaf auf zu atmen. Ich hatte nie davon gehört, wollte es nicht glauben. Doch auch unser Kinder- und der Hausarzt bestätigten diese These. Zu dieser Zeit waren in Deutschland noch jährlich mehr als 2000 Kinder betroffen.
Doch warum wir, ausgerechnet wir, die wir doch schon ein behindertes Kind hatten?
Dein Leben hatte noch nicht richtig begonnen, als wir dich wieder hergeben mussten. Es war schwer, stark zu sein für deine Geschwister, die ihre Eltern brauchten. Lange Zeit habe ich mir Vorwürfe gemacht, weil ich dich auf den Bauch gelegt hatte. Später wurde davon abgeraten, Säuglinge auf dem Bauch schlafen zu lassen, dadurch erhöhte sich die Gefahr enorm. Doch zu dieser Zeit schliefen die meisten Babies auf dem Bauch...
Du hast ein Jahr später noch eine Schwester bekommen, um die wir natürlich auch große Angst hatten. Wir erzählten ihr schon früh von dir und wenn sie nach ihren Geschwistern gefragt wurde, hat sie dich immer auch genannt. Noch heute denken wir oft an dich: Wie würdest du wohl aussehen als junger Mann von 25 Jahren? Wärst du ruhig oder vielleicht auch genauso umtriebig wie deine "kleine" Schwester?
Zwei Jahre später verloren unsere Nachbarn durch den Plötzlichen Kindstod ihr 8 Monate altes Enkelkind. Zur gleichen Zeit wurde in unserem Wohnort ein 3 Monate alter Säugling wiederbelebt. Er hatte so schweren Sauerstoffmangel erlitten, dass er heute schwerstbehindert ist.
Eine Kindergartenfreundin meiner jüngsten Tochter verlor ihren kleinen Bruder am Plötzlichen Kindstod. Die Mutter machte mit ihrem Sohn einen Spaziergang, dachte, dass er schläft. Als sie ihn aus dem Kinderwagen hob, war es schon zu spät. Bekannte erlitten einige Jahre später das gleiche Schicksal: Ihre 2 Monate alte Tochter schlief im Schlafzimmer - und doch konnten ihre Eltern sie nicht schützen, am nächsten Morgen lebte sie nicht mehr.
Heute sind durch die empfohlenen Vorsichtsmaßnahmen im Vergleich zu damals zum Glück viel weniger Kinder vom Plötzlichen Kindstod betroffen. Doch jedes Kind ist eins zuviel...
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