Wir haben uns auseinandergelebt, wir müssen uns zusammensetzen
Die Tage werden wieder heller und länger. Schluss mit den dunklen Tagen, an denen ich die Rolläden spät hochgezogen habe, um sie nach wenigen Stunden wieder herunter zu lassen. Und Schluss mit der stundenlangen Unterhaltung mittels PC – hinaus ins Leben!
<p>Mit der Post kamen nur wenige Briefe zum Fest der Feste. Postbriefkästen sind rar geworden. Elektronisch lassen sich Briefe und Fotos schnell versenden. So ist es gewollt von höherer Stelle. Für Außenstehende ist unser Leben einsehbar geworden und unsere Mitteilungen und Telefonate werden gespeichert. <br />
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Mein Sohn rief an, er habe in der Stadt zu tun. Er nahm mich mit und ich hatte zwei Stunden Zeit zum Stöbern. Auf meiner Liste standen nur Kleinigkeiten. Unüberschaubar ist das Warenangebot. Aus welchen Quellen unserer Erde kommt so viel Material, um all diese Produkte herzustellen? <br />
Ich fand eine edle schlanke Vase, aubergine, dunkelviolett, passend für eine Rose, und dazu passende Teelichthalter, wandte mich aber ab und ging durch die Reihen mit Haushaltswaren. Undefinierbare Geräte - und beim näheren Hinsehen fand ich ihn, den Apfelteiler, der kürzlich in einer Kolumne als eine Kleinigkeit beschrieben wurde, die das Leben sehr bereicherte. Der Apfelteiler kam zu den zwei Knäulen Wolle, Herrensocken „ohne einschneidenden Gummibund“, zwei kleinen Kissenbezügen und –füllungen.<br />
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Weiter ging es durch die Bildergalerie zu den Büchern. Nach eingehender Suche fand ich einen Klassiker der modernen Frauenliteratur „so spannend wie eine Liebesgeschichte und so komisch wie die Männer“. Das war es doch, um das es täglich in meinem „Klassiker“ im Internet ging. Zufrieden verließ ich das Geschäft und schlenderte durch einen (nordischen) Möbelmarkt. Einen Teddy nahm ich hoch, meine Enkelin liebt Teddys, als eine Melodie erklang. Ich nahm den nächsten Teddy – keine Melodie, legte ihn zurück – und wieder erklang die Melodie. Es war mein Handy, das ich griffbereit in der Jackentasche hatte. Den Klingelton hatte ich lange nicht mehr gehört! Mein Sohn hatte bereits das Textilgeschäft nach mir durchsucht und ich war immer noch auf der anderen Seite. Gemeinsam gingen wir durch das Textilgeschäft und ich vernahm fast augenblicklich den sprichwörtlichen Widerwillen, der auf alle Männer zutreffen soll. Umgehend befanden wir uns wieder draußen und fuhren nach Hause.<br />
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Musik, mein Relaxsessel, mein neues Buch und mein brandneuer Apfelteiler mit dem zerteilten Apfel leiteten einen schönen Abend ein. Humorvolle Spannung schon auf der ersten Buchseite! Blitzschnell bestückte ich meinen Apfelteiler neu – die Kolumne hatte nicht zu viel versprochen. Wie war ich nur bisher ohne einen simplen Apfelteiler ausgekommen?<br />
Weiter im Text: Eine 27-jährige Studentin saß im Café auf der Flucht vor ihrem Partner, dessen unbeschreibliche Pedanterie in allen Bereichen ihm die fristlose Kündigung auf einem Zettel einbrachte, den er in diesem Moment finden musste. Er hatte seine erste gut dotierte Stelle, lebte weiter in ihrer Wohnung und rechnete zusätzlich bis zum Joghurtbecher alles genau auseinander. Sie wollte nicht dabei sein, wenn er die Kündigung fand, seine Reaktion nicht erleben müssen. Er sollte einfach gehen. -<br />
Eine etwa 35-Jährige betrat das Café, die Alleinstehende sah sich um und setzte sich zu der Alleinsitzenden. Nach einer Weile floss die Unterhaltung. Sie war frisch geschieden nach nur drei Jahren. Sie hatten sich auseinandergelebt und sich zusammengesetzt, um als erwachsene Menschen die Lage zu besprechen und neue Wege zu gehen, jeder für sich...</p>
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Mein Sohn rief an, er habe in der Stadt zu tun. Er nahm mich mit und ich hatte zwei Stunden Zeit zum Stöbern. Auf meiner Liste standen nur Kleinigkeiten. Unüberschaubar ist das Warenangebot. Aus welchen Quellen unserer Erde kommt so viel Material, um all diese Produkte herzustellen? <br />
Ich fand eine edle schlanke Vase, aubergine, dunkelviolett, passend für eine Rose, und dazu passende Teelichthalter, wandte mich aber ab und ging durch die Reihen mit Haushaltswaren. Undefinierbare Geräte - und beim näheren Hinsehen fand ich ihn, den Apfelteiler, der kürzlich in einer Kolumne als eine Kleinigkeit beschrieben wurde, die das Leben sehr bereicherte. Der Apfelteiler kam zu den zwei Knäulen Wolle, Herrensocken „ohne einschneidenden Gummibund“, zwei kleinen Kissenbezügen und –füllungen.<br />
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Weiter ging es durch die Bildergalerie zu den Büchern. Nach eingehender Suche fand ich einen Klassiker der modernen Frauenliteratur „so spannend wie eine Liebesgeschichte und so komisch wie die Männer“. Das war es doch, um das es täglich in meinem „Klassiker“ im Internet ging. Zufrieden verließ ich das Geschäft und schlenderte durch einen (nordischen) Möbelmarkt. Einen Teddy nahm ich hoch, meine Enkelin liebt Teddys, als eine Melodie erklang. Ich nahm den nächsten Teddy – keine Melodie, legte ihn zurück – und wieder erklang die Melodie. Es war mein Handy, das ich griffbereit in der Jackentasche hatte. Den Klingelton hatte ich lange nicht mehr gehört! Mein Sohn hatte bereits das Textilgeschäft nach mir durchsucht und ich war immer noch auf der anderen Seite. Gemeinsam gingen wir durch das Textilgeschäft und ich vernahm fast augenblicklich den sprichwörtlichen Widerwillen, der auf alle Männer zutreffen soll. Umgehend befanden wir uns wieder draußen und fuhren nach Hause.<br />
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Musik, mein Relaxsessel, mein neues Buch und mein brandneuer Apfelteiler mit dem zerteilten Apfel leiteten einen schönen Abend ein. Humorvolle Spannung schon auf der ersten Buchseite! Blitzschnell bestückte ich meinen Apfelteiler neu – die Kolumne hatte nicht zu viel versprochen. Wie war ich nur bisher ohne einen simplen Apfelteiler ausgekommen?<br />
Weiter im Text: Eine 27-jährige Studentin saß im Café auf der Flucht vor ihrem Partner, dessen unbeschreibliche Pedanterie in allen Bereichen ihm die fristlose Kündigung auf einem Zettel einbrachte, den er in diesem Moment finden musste. Er hatte seine erste gut dotierte Stelle, lebte weiter in ihrer Wohnung und rechnete zusätzlich bis zum Joghurtbecher alles genau auseinander. Sie wollte nicht dabei sein, wenn er die Kündigung fand, seine Reaktion nicht erleben müssen. Er sollte einfach gehen. -<br />
Eine etwa 35-Jährige betrat das Café, die Alleinstehende sah sich um und setzte sich zu der Alleinsitzenden. Nach einer Weile floss die Unterhaltung. Sie war frisch geschieden nach nur drei Jahren. Sie hatten sich auseinandergelebt und sich zusammengesetzt, um als erwachsene Menschen die Lage zu besprechen und neue Wege zu gehen, jeder für sich...</p>
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