Frau liegt auf dem Bett und Mann kommt entkleidet zur Tür. Frau lächelt und sagt: „Oh … Ich denke, wir spielen jetzt mal: Ich sehe was, was du nicht siehst …“

Was meint sie nur damit? War das jetzt eine nette Aufforderung zum oralen Sex, oder war es der charmante Hinweis, dass Mann sich nun endlich zum Sportstudio anmelden soll???

Nun, im Alter jenseits der jungen Jahre haben so mancher Mann und manche Frau ihre kleineren Figurproblemchen.  Steht man morgens so vor dem Spiegel, dann hüpft ja vielleicht noch das Herz ein wenig, aber abends möchte man vielleicht dann doch lieber mit verhängten Spiegeln leben. So ein knackiges Figürchen ist die Zeit von gestern … heute haben Schwerkraft und Fülle das Sagen …

Und was muss sich da nicht nur Mann anhören, Frau geht es auch nicht besser. Sagt doch der Abteilungsleiter witzig wirkend auf einer Abteilungsfeier zu ihr: „ Der Witz, den ich Ihnen, Frau Sowieso jetzt erzählen werde, ist so gut, da fallen Ihnen doch glatt die Titten runter … Oh, ich sehe, Sie kennen ihn schon …“

Ja, da kann man schon mal ins Grübeln kommen …

Vor allem, wenn man so selbst Hand anlegen muss, betätigt man sich doch schon glatt sportlich, um mit der Moderne mithalten zu können, oder man lässt sich eben an intimeren Stellen ab sofort einen Schnäuzer stehen …

Aber es gibt ja so unendlich viele Lösungen, dem lästigen Speck ein Ende zu setzen. Es hilft jedoch nichts wirklich, denn mit dem Alter verändert sich auch der Körper. Das wäre aber jetzt gelacht, wenn man da nicht mit entsprechender Entschlossenheit wenigstens versucht, so einen Alterungsprozess aufzuhalten …

Doch nichts ohne Risiko, denn der Körper spricht so seine eigene Sprache … Pillen haben im Allgemeinen so den Effekt, dass das Leben und nicht nur das Essen nicht mehr schmeckt, und hört man irgendwann gequält damit auf, dann sieht man nach einigen Wochen schlimmer aus als vorher. Gleiches gilt für jegliche Form der Diät.

Da gibt es ja noch den Sport. Er belebt ja zusätzlich Geist und Seele, und wenn man sich dann so mühevoll abends da noch so durchgequält hat, lacht die Pizza geradezu dreimal breit, denn die hat man sich ja nun auch redlich verdient …

Überhaupt, man hat sich doch ein Leben verdient, man hat hart geschuftet, unternimmt es immer noch und soll sich nun jeglicher Gaumenfreuden und Genüsse verwehren? An Salatblättchen und Möhren knabbern, nur um mal wieder so richtig schön schlank auszusehen?

Kalorienzählen ist ja auch eine so wirksame Methode, aber alleine sich einzugestehen, dass so eine schöne vollmundige Mahlzeit gleich das Tageslimit an Kalorienzufuhr sprengt, widerstrebt doch jedem Gaumen …

Und so ziehen Frau wie Mann durch die Bekleidungsgeschäfte und erschrecken gewaltig, dass die Jeans schon wieder eine Nummer größer gekauft werden müssen …

Die alles erlösende Lösung bleibt dann die OP. Nichts mit Hungern, nichts mit abstrampeln im Sportstudio, so in Nullkommanichts ist alles weg … Genial, mancher nimmt dafür sogar einen Kredit auf. Aber, aber, die Strafe folgt auf dem Fuße … Jeden unnatürlichen Eingriff straft der Körper mit heftigsten Schmerzen. Aber so manch einer nimmt auch das in Kauf.

Klar, jetzt müsste natürlich an dieser Stelle kommen: Wer sich liebt, liebt auch seinen Körper und nimmt ihn so wie er ist, wie er sich entwickelt und steht zu ihm … liebt die Speckpölsterchen und sagt sich: Ich liebe mich, wie ich bin …

Aber so leicht ist es dann doch nicht, denn sonst würden die Pharmaindustrie, die Werbung, die Ärzte nicht so gigantische Umsätze nachweisen …

Denn, manch einer will so schlank bleiben, wie er mal war, doch machte ihm der Körper einen Strich durch die Rechnung … Das muss nicht einmal etwas mit unkontrollierbarem Essen zu tun haben, oder mit leichter Faulheit des Sports gegenüber … midlife crises oder Wechseljahre verändern den Körper, und Mann wie Frau können sich abstrampeln, so viel wie sie wollen, sobald sie damit aufhören, freuen sich die netten Fettpölsterchen … Das trifft natürlich nicht alle Betroffenen gleich, die einen leiden darunter mehr als andere. An manch Glücklichen geht der Kelch vorüber, ohne dass sie mit ihrer Figur jemals in einen Konflikt geraten, dafür knittert bei ihnen das Gesicht, oder die Zähne verabschieden sich, oder, oder …

Ich bin persönlich durchaus der Meinung, dass man seinen Körper lieben kann, auch wenn man mit Teilen von ihm nicht zufrieden ist und diese Unzufriedenheit bekämpft.

Was bringt uns die Selbstzerfleischung in Gedanken, die täglichen Frust auslöst, wenn es Methoden gibt, dagegen einzuschreiten, damit wir unseren Seelenfrieden wiederfinden? Damit wir uns wieder vollumpfänglich lieben können …

Man sollte seinen Körper kennen, um zu wissen, was man ihm zumuten kann, damit die Seele wieder lacht und der Geist zu entsprechendem Durchhaltevermögen motiviert. Ist man mit seinem Körper  in Einklang, dann findet man für sich die entsprechende Methode, ohne dass sich der eigene Körper dagegen aufbäumt. Es zählt einzig der Wille!

Seinen Körper besiegen zu wollen, wird sich sicherlich dauerhaft rächen. Aber Körper, Seele und Geist auch weiterhin in einer willentlich annehmbaren Methode in Harmonie leben zu lassen, lohnt sich sicher allemal,  … und … so fühlt man sich spürbar auch im Alter wohl …

Sarah