Ich fragte mich immer: Wieso sperren sich so viele Menschen gegen die Erkenntnis, dass Liebe handfeste Gründe und Auslöser hat, und glauben statt dessen lieber an so'n geradezu esoterisches Schicksalsgedöns?
Heute fiel mir die Antwort ein: Die meisten Leute müssen an die Schicksalshaftigkeit der Liebe glauben! Also dass die Liebe eine Himmelsmacht ist, die auf unerklärliche Weise plötzlich schicksalshaft über zwei Menschen hereinfällt... weil irgend ein Amor da aus Jux und Dollerei seine Pfeile in der Gegend rumgeschossen hat... usw.
Schaut mal, ich gehöre auch zu denjenigen, die nix haben, die nix können, die nix sind. Also wo es für niemanden auf der Welt Gründe gibt, sie zu lieben. Und wenn ich nicht an die Schicksalshaftigkeit der Liebe glauben würde, müsste ich das einsehen – also dass mich niemals jemand lieben wird. Weil ich nicht lieb, weil ich nicht unterhaltsam, weil ich nicht intelligent usw. usw., und vor allem weil ich nicht schön bin. Also wenn ich nicht an die Schicksalshaftigkeit der Liebe glauben wollte, dann müsste ich die Hoffnung, jemals geliebt zu werden, ein für alle mal aufgeben.
Aber solange die Menschen an die Schicksalshaftigkeit der Liebe glauben, können sie hoffen, irgendwann mal von jemandem geliebt zu werden. Ich dagegen, der ich weiß, dass Liebe eindeutige und klar benennbare Auslöser hat, muss mit der traurigen Gewissheit leben, dass mich höchstwahrscheinlich niemals jemand lieben wird.
Wüsste ich nicht, wäre ich glücklich.