Wie jeden morgen saß Yasim auf dem Marktplatz von Basra und verkaufte seine Waren .
Heute war ein guter Tag und er hatte nach drei Stunden schon all seine Gewürze und
Kräuter verkauft und nun verträumte er die Zeit auf dem Boden sitzend und Tee trinkend
allein in Gesellschaft mit seinen Falken Tar , der wie immer fast regungslos auf seinem
Holzständer saß.
Als er sich gerade aufraffen wollte um zu gehen kam ein Mann zu seinem Stand und fragte
ihn was er zu verkaufen hätte . „ Nichts „ antwortete Yasim „ Es ist alles verkauft „ .
Der Fremde blickte unfreundlich auf ihn herab und sagte „ Was sitzt du dann noch hier
und was heißt hier alles verkauft , verkaufe mir den Falken ich gebe dir 20 Piaster für Ihn „

Yasim winkte abweisend mit den Händen und sprach „ Der Falke ist nicht zu verkaufen er ist
auch nicht mein Eigentum sondern mein Freund ich kann ihn dir nicht geben „ . Aber eh Yasim sich versah schnappte sich der Fremde den Holzständer mitsamt dem Falken und
rannte durch die engen Gassen der Altstadt von Basra hinweg .

Yasim rief aufgeregt Allen zu was geschehen war doch alle die es gesehen hatten sagten ihm
er müsse sich nicht wundern der Dieb sei „ Faruk der Teufel „ gewesen , der schlechteste
Mensch den es in Basra gäbe .


Faruk der Teufel war mit seiner Beute in seinem Unterschlupf angekommen und überlegte
schon wem er den Vogel verkaufen könnte um einen verlorenen Tag wieder gut zu machen.
Erst würde er einmal schlafen und morgen weiter sehen .

Er legte sich auf sein Lager und stellte den Holzständer mit dem Vogel neben sich .
Irgendwann schreckte er aus dem Schlaf auf und spürte einen Schmerz in seiner
Brust als habe man ihm etwas aus der Brust herausgerissen . Doch nach einiger Zeit
schlief er wieder ein und erwachte erst am anderen morgen.

Er ging ohne den Vogel in die Stadt um sich nach einem Käufer umzusehen . Wie
so oft kam er auch durch die Straße der Bettler die er oft im Vorbeigehen anspukte
und beleidigte , doch an diesem morgen wollten die Worte nicht so recht über seine Lippen
und auch der Speichel blieb in seinem Mund und er spürte etwas was er noch nie zuvor
gespürt hatte , die Bettler taten ihm leid .

Schnell verstieß er diese Gedanken und suchte den Hehler Selim auf um ihm nach
neuen Geschäften zu befragen , doch als er ihn an diesem morgen sah , sah er ihn
wie er ihn noch nie vorher gesehen hatte . Selim war ein hässlicher , jämmerlicher
Schurke , feige und verlogen . All dies hatte Faruk nie gestört , warum gerade heute .
Ehe er ein Wort mit ihm gesprochen hatte war er schon wieder auf der Straße und
war froh das es so war .

Plötzlich merkte er das er in den Stadtteil der Aussätzigen geraten war und war sich
selber nicht in klaren wie das geschehen sein konnte. Dies war nun bestimmt nicht der
Stadtteil in dem er sich gerne aufhielt. Ein vollkommen in Tücher eingehülltes Kind
kam auf ihn zu und bettelte nach Brot …und was tat er , er durchwühlte seine Taschen
und fand noch in einer fünf Piaster die er dem Kind gab .
Vollkommen verwirrt rannte er zurück in sein Versteck , schnappte sich den Falken
samt Ständer und lief so schnell er konnte zu Markt wo er nach kurzer Zeit Yasim
mit seinem Kräuter und Gewürzstand sah. Ohne ein Wort zu sagen nahm er den Ständer
mit dem Falken und stellte ihn vor Yasim auf den Boden .
„ Es tut mir leid was ich gestern getan habe ich bringe dir dein Eigentum wieder „ sagte
Faruk zu Yasim und er wusste selber nicht wie diese Worte über seine Lippen kamen .

„ Ich habe dir schon gestern gesagt , er ist nicht mein Eigentum , vor langer Zeit hat ihn
ein Kunde bei mir vergessen , doch vorher erzählte er mir das der Vogel Tar heiße was
wohl Erkenntnis bedeuten soll .
„ Was hast du ihm den zu fressen gegeben „ fragte Faruk „ Eigentlich nie etwas , der Alte
hat mir damals erzählt der Vogel würde mit Vorliebe die harten Schalen von weichen
Kernen lösen und verspeisen aber ich konnte ihn nie dabei beobachten .

Faruk lächelte ihm zu drehte sich zum Weitergehen und rief noch zurück „ Ich auch nicht
aber glaub mir sie schmecken ihm.