Wo fahren wir dieses Jahr im Urlaub hin fragte ich meine Kinder. Mum, ich weiß nicht, war die Antwort meiner Tochter, Hauptsache mit dem Zelt, meinte mein kleiner Sohn. Fährst du diesmal mit fragte ich meinen Mann. Weiß ich noch nicht, seine Antwort.

 

Also nicht, dachte ich mir, wie immer in den letzten 3 Jahren seit er trocken war.

 

Ich ging an den PC, suchte Zeltplätze. Niederlande? Da waren wir in den letzten Jahren häufig zum zelten. Die Zeltplätze sind super, aber an Wochenenden fahren wir ja auch immer dorthin.

 

Da kam meine Tochter an, du Mum, der Ulli hat mich angerufen, du weißt doch, der aus dem Chat, den wir schon mal in Passau besucht haben. Er fragt, ob ich in den Ferien eine Woche nach Passau käme. Hm Passau, auch nicht schlecht.

 

Also machte ich mich auf die Suche nach einem Zeltplatz und wurde auch fündig, nicht weit von Passau weg, sogar mit Schwimmbad. Passau finde ich sehr reizvoll, auch ist man schnell mal in Österreich. Mein Sohn hatte grade seine Mittelalterphase mit Rittern und Burgen. Da gibt es auch einiges für ihn zu sehen. Der Urlaubsort für dieses Jahr war gefunden.

 

Nur, wie kriege ich das alles in meinen Panda. 3 Personen, Zelt und alles was dazu gehört.

 

Nun, alles eine Sache der Organisation. Da meine Tochter schon 3 Tage vorher in Passau sein wollte um irgend welche Festivitäten mitzumachen, von denen Ulli gesprochen hatte, rief ich nochmals die Anmeldung des Campingplatzes an. Vereinbarte, dass meine Tochter vorab mit kleinem Zelt ankommen wird. Kaufte die Fahrkarte für den Zug bis Passau. Ulli würde sie in Passau am Bahnhof abholen und zum Campingplatz fahren.

 

Gesagt getan.

 

Meine Tochter war schon dort, ich packte alles was wir brauchten in den Panda, es ist erstaunlich, was in den kleinen Wagen alles rein ging. Also nicht der Panda von heute, sondern der erste. Meiner hatte 2 Schiebedächer. Am nächsten Tag ging es los. Es war wunderschönes Wetter. Die Autobahn war nicht zu voll. Am Spätnachmittag kamen wir an.

 

 

 

Und...

 

 

ja, ich könnte sagen es ist schon Tradition bei uns, wir kommen an und Wolken ziehen auf. Wir bauen das Zelt auf und schaffen es grade noch, bevor der Wolkenbruch los geht. Das kann uns jedoch nicht erschüttern, meine Kinder und mich, das gehört, wie gesagt, schon fast zur Tradition.

 

Es hörte an diesem Tag nicht mehr auf zu regnen. Wir fuhren nach Passau, gingen dort essen und fuhren zurück zum Zeltplatz. Ich war müde von der Fahrt. Es regnete immer noch. In der Nacht kam noch ein Gewitter und Sturmböen auf. Die Wassermassen hielt eine Zeltstange im hinteren Bereich nicht aus. Sie knickte einfach weg. Davon wurde ich wach.

 

 

Ich raus aus dem Zelt, ans Auto. Ich hab immer Ersatz für alles dabei. Schließlich zelte ich seit meiner Jugend.

 

Mittlerweile war auch meine Tochter wach. Bei Gewitter, Sturm und Wolkenbruch tauschten wir beide die Zeltstange aus. Mein Sohn, der im kleinen Zelt schlief, bekam von allem nichts mit.

 

Am nächsten Morgen, sah ich mir das Unheil genauer an. Einiges war nass geworden. Da es immer noch regnete, bekam meine Tochter den Auftrag, die nassen Sachen im Trockner im Waschhaus zu trocknen.

 

Ich machte Frühstück und dann machten wir uns eben einen gemütlichen Regentag im Zelt. Spielten Karten und Kniffel. Gegen Mittag fuhren wir zum Einkaufen nach Passau. Kauften uns Kuchen für Nachmittags und fuhren zurück. Ich machte uns Kaffee und Kakao, wir aßen unseren Kuchen und dann spielten wir wieder. So verging der Tag. Es hörte auch in dieser Nacht noch nicht auf zu regnen.

 

Am nächsten morgen, als ich das Schlafzelt verließ, sank ich knöcheltief im Matsch ein. Da neben dem Zeltplatz noch ein kleiner Bach floss, die Zeltwiese das viele Wasser gar nicht aufnehmen konnte, hatte sich der Platz in einen kleinen Sumpf verwandelt. Ich ging nach oben zur Rezeption, erstens um Brötchen zu holen und zweitens, ob man mir einen Rat geben konnte, wie ich den Sumpf im Zelt trocken legen könne.

 

Und ich bekam Hilfe. Der Eigentümer des Platzes hatte jede Menge Holzplatten, die er mir zur Verfügung stellte. Damit legten wir den Boden des Vorzeltes aus. Jetzt hatten wir sogar einen komfortablen Holzboden im Zelt. Quasi Zelt mit Parkett. Wer hat so was schon.

 

Auf jeden Fall lassen wir uns von keinem Wetter den Urlaub vermiesen. Für heute hatten wir uns eine Tour nach Österreich vorgenommen und machten sie auch. Soll es doch regnen, wir haben Urlaub und wir genießen ihn. Wir bummelten durch den kleinen Ort direkt hinter der Grenze. In einem CD-Laden fand meine Tochter eine CD die sie schon lange haben wollte.

Wir gingen in ein kleines Café tranken Kaffee, aßen wunderbaren Kuchen und als wir das Café verließen kam die Sonne raus.

 

Danach hatten wir keinen einzigen Regentag mehr. Wir erkundeten die Gegend, fuhren an einen nahe gelegen See zum schwimmen und fuhren nach 3 Wochen gut gelaunt nach Hause.

 

Text: Nika Nachtwind