Vor vielen Jahren sah ich in einem Zoo eine GorillaDame, die an beiden Beinen mit kurzen Ketten gefesselt war. So diente sie als Maskottchen für die Werbung des Zoos. Kein Käfig um sie rum.

Im Arm hatte sie voller Zärtlichkeit ihr blutjunges Baby, das sie mit warmer, sichtbarer Liebe und Geduld hätschelte und versorgte. In Ihrer eigenen Welt lebte sie, die Besucher waren meist wie nicht existent für sie.

Dann griff sie zu einer Kokosnuß neben sich und öffnete diese mit einem gewaltigen Biß.
Ohne auch nur eine Sekunde ihr Kind aus dem zärtlichen Blick zu lassen.

Der Zoo war weder klein noch unbedeutend.
Im Gegenteil. Er wurde international hoch gelobt.

Mir kam Gunter Amend in den Sinn: "Gegen Bullen hart, im Bette zart".

Mein Verhältnis zu Zoos ist sehr ambivalent. Auch wenn da in letzter Zeit viel durch Aufklärung sich verbessert hat, so hat doch die Zeit immer wieder gezeigt, daß eine „artgerechte“ Haltung in Gefangenschaft nur der zweitbeste Weg zur Erhaltung einer Art seien kann und darf.

Auf meiner letzten Reise in Laos habe ich einen anderen Ansatz zu Artenschutz gesehen und kennengelernt. Sicher ist auch der nicht der Weisheit letzter Schluß. Nur, der Ansatz ist eben ein anderer. Den Lebensraum schützen und erhalten.
Durch Ecotourismus.
Der schwarze Gibbon, lange als ausgestorben geglaubt, lebt „wieder“ und noch vermehrt er sich.

Dank radikalem Schutz.

Die Grenze des Erfolges ist aber auch da bereits zu ahnen. Die „Haustierhaltung“ dient noch der Ernährung. Nur werden die Touristen auch da zunehmend anprangern, das Haustiere gegessen werden. Hund und Katze werden sich in Zukunft zunehmend unkontrolliert vermehren und durch die Verbreitung der endemischen Tollwut ein wahres Massaker unter den Eingeborenen und der Tierwelt anrichten. Schon heute sind ganze Dörfer verlassen. Hund und Katze haben längst die „Herrschaft“ übernommen. Jammervolle Existenzen Nur die Reifen der durchfahrenden Lastwagen halten die Vermehrung noch auf. Gift, früher als Waffe genutzt, tötete in Folge viele andere Tiere.

Der Mensch ist und bleibt der größte Feind der Natur. Und sein Wahn alles überall haben zu wollen bringt dort den Tod durch Hund und Katze, im Gegenzug hier den Tod durch Anopheles.
Nur um ein paar Beispiele zu nennen.

Und während alle Touristen eine riesige Angst vor Haifischen und Schlangen haben ist der Tod auf sanften Pfoten für Mensch und Tier die tatsächliche, reale Gefahr.
Von der Anopheles mal ganz abgesehen.
Noch.
Copyright Dummbatz