Viele von uns stellen sich immer wieder die Frage, allein leben oder mit einem Partner?
Welches wäre die ideale, optimale Lebensform, gibt es die überhaupt?
In der uns umgebenden Gesellschaft sehen wir heute vielfältige und sehr unterschiedliche Lebensformen, wobei die freiwilligen und unfreiwilligen Singles eine sehr große Gruppe darstellen.
Das war noch in der Generation meiner Eltern und Großeltern anders.
Man lebte in Familien, ja sogar Großfamilien zusammen, in der auch unverheiratete und verwitwete Angehörige ihren Platz behielten.
Das hatte Vorzüge, brachte aber auch Nachteile mit sich.
Im besten Fall Geborgenheit und Unterstützung, in negativer Hinsicht Kontrolle und Bevormundung.
Heute sind das Recht und der Wunsch auf Autonomie, Freiheit und Selbstverwirklichung hoch geschätzte Werte, die nicht mehr weg zu denken sind.
Aber welcher Lebensform ist der Vorzug zu geben, welche genießt die höchste oder höhere Akzeptanz, die höhere gesellschaftliche Wertschätzung?
Die Gesetzgebung spricht da eine eindeutige Sprache zugunsten von Ehe und Familie.
Es bestehen jedoch Unterschiede in Bezug auf allein lebende Männer oder Frauen.
Eine allein stehende Frau, ob unverheiratet, geschieden oder verwitwet, wird zumeist bemitleidet und als defizitär eingestuft. Mit einem männlichen Partner oder gar einem Ehemann an ihrer Seite steigen auch ihr Ansehen und ihr gesellschaftlicher Status.
Frauen, die freiwillig darauf verzichten, werden eher beargwöhnt.
Man unterstellt ihnen häufig Egoismus, Egozentrik, Karrieresucht, Beziehungs- und Bindungsschwächen, Unweiblichkeit.
Warum nun leben so viele Frauen heute bewusst und sogar gern allein?
Sie haben ihre Autonomie, Unabhängigkeit und Freiheit und ein selbst bestimmtes Leben ohne Bevormundung zu schätzen gelernt, insbesondere wenn sie sich aus Zwängen in ihrer Ursprungsfamilie oder einer unglücklichen Partnerschaft befreit haben.
Mit steigendem Alter und größerer Lebenserfahrung wird man selbstbewusster, anspruchsvoller und kritischer in Bezug auf eine Beziehung, einen Partner.
Man wünscht sich einen Menschen, der das eigene zufriedene Leben noch schöner mitgestalten hilft, mit dem man Freud und Leid teilen kann und mit dem einen viele Interessen und ähnliche Haltungen und Ansichten zu wichtigen Lebensthemen verbinden.
Man sucht einen Seelengefährten, einen echten Partner in Augenhöhe.
Und findet man ihn nicht, beschließt man weiterhin allein zu leben, vielleicht kürzere Zeiten mit so genannten Lebensabschnittspartnern (neu-deutsche Wortschöpfung) zu verbringen, weiter zu suchen oder gar die Suche gänzlich aufzugeben.
Wer wollte sagen, bestimmen, was richtig und gut wäre?
Natürlich haben uns unsere Mütter und Großmütter – jedenfalls die meinen - etwas anderes vorgelebt, gelehrt: Kompromissbereitschaft, Anpassung, Selbstbeschränkung, mehr Nächsten- als Eigenliebe und insbesondere, dass eine Frau besondere Erfüllung finden könne als Ehefrau und Mutter.
Damals wie heute haben sich aber immer schon Frauen diesen Erwartungen und gesellschaftlichen Vorgaben entzogen und gemacht, was sie für richtig hielten und sind dabei durchaus glücklich geworden.
Denn das ist es doch wohl, wonach wir Menschen streben - Glück!
