Zusammen

Gemässigten Schrittes gehen wir zusammen
durch das Land unserer Träume;
Häuser und Höfe
sind über hunderte von Kilometern verstreut
und viele von den Menschen,
die dort wohnen,
haben sich von ihrem früheren Zuhause abgewandt,
haben ein neues Leben begonnen
und dem Stress und dem Wahnsinn Adieu gesagt.

Ich weiss nicht,
ob Du das auch immer willst;
Dir gefällt zuerst mal die Landschaft
und natürlich die Menschen, die dich mögen,
weil Du ihre Sprache sprichst
und Dein Lachen sie verzaubert:
Du könntest damit die halbe Welt umtreiben.
Und die Oliven zum Vermouth
und den tinto zum Schinken schmecken uns,
wenn langsam die Sonne über den Bäumen untergeht
ganz besonders gut.

Wir wohnen in einem alten Hotel,
wo die Betten genauso
fürchterlich quietschen wie die Treppen,
aber das stört heute niemand,
denn wir sind die einzigen Gäste.
Wir haben einfach den Alltag
für 24 Stunden vergessen
und sind in eine Stille geflogen,
die uns verzaubert.

Wenn wir durch die Weinberge streifen
und sich zuweilen ein Bauer zu uns gesellt,
der ganz fürchterlich schnell
über seinen Ärger mit der Regierung
mit uns redet
und uns seine Nöte schildert,
wie das Leben so teuer geworden ist,
weil die Fremden die Preise verderben,
weil sie alles um jeden Preis kaufen,
dann können wir verstehen,
weshalb auch dieses Paradies
bald vom Ausverkauf bedroht ist.

Aber dann trösten wir Signore
und sagen ihm,
dass noch nicht alle tedescis
das Land entdeckt hätten,
weil die meisten halt noch immer
an's Meer fahren würden.
Und dann schüttelt er den Kopf und sagt:
"Diese Verrückten"