Zweites Leben.....
Treffen kann es jeden, viele verdrängen es. Solange es uns gut geht, ist das Leid Anderer uns egal. Aber wehe, es trifft dich, oder dich, oder deinen Nachbarn selber. Ich beschreibe hier Schicksale, eng bei einander (auf Grund von mehreren Tatsachengeschichten aus dem Umfeld einer ehemaligen Schulklasse)und doch jedes Schicksal mit unterschiedlichem Ausgang. Da sich diese Krankheit fast schon zur zweiten Volkskrankheit entwickelt, spreche ich es an.
Vor Jahren waren sie unbeschwert, glückliche Teenager, mit vielen Träumen und Hoffnungen, gebettet in der Sicherheit und liebevollen Umsorgung der Familie. Keiner dachte daran, wie schnell doch so ein Leben vergeht, wie schnell es zuende ist, bevor wir uns überhaupt bewusst sind, das ist wahres Leben.
Zu jungen Erwachsenen heran gereift, ging jeder seinen Weg.
Träume sind dazu da, sie zu verwirklichen. Mit den Jahren sind ihre Lebensläufe vom eigentlichen Leben abgewichen. Man machte schmerzliche Erfahrungen durch Trennung , Scheidung, versuchte sein Dasein umzukrämpeln,neu zu beginnen.
Doch manchmal war das Schicksal Gnadenlos und schnell.
In den ersten Jahren gab es Klassentreffen.
Jeder freute sich von den Anderen zu erfahren, wie sie sich entwickelt haben, ob man noch genauso aussieht wie damals, die gleichen Flausen im Kopf hat, oder die Persönlichkeit eine total andere war.
Wie im Fluge verging die Zeit.
Ein junger Mann, er war gerade erst 29, fing sein Leben richtig gut an, hatte Erfolg im Beruf, etwas Pech in einer Partnerschaft. Er wurde von heute auf Morgen krank. Es dauerte nicht lang. Bevor die Ärzte die entgültige Diagnose aussprachen, verstarb er plötzlich...an Krebs. Ein bösartier Tumor, Heilung war nicht möglich.
So blieb bei dem Kassentreffen der erste Sitzplatz leer.
Jahre später, sie waren Mitte 30, wieder ein Treffen. Die Schulfreunde/innen kundschafteten aus, wer alles kommt. Die Einladungen raus geschickt, Personenanzahl in einer Gaststätte reserviert.
Ein Schulfreund war Tankwart,nach zweitem Anlauf mit einer jungen Frau sehr glücklich, baute allein ein Haus auf, wurde während der Bauperiode Vater.
Für ihn begann ein glücklicheres, zweites Leben. Wie vom Blitz getroffen erfuhr er, Leukemie besiegelte sein Schicksal. Er kämpfte genau 1 Jahr gegen den Tod an. Das Haus hatte er mit Hilfe von Verwandten gerade noch fertig bekommen. Zum Schluss hies es, der Krebs streute bis in die Lunge. In einem Sauerstoffzelt erlebte der Schulkamerad die letzten Wochen und konnte zu haus einschlafen, in den Armen seiner Frau. Sie war 27 und er 35.
5 Jahre später sahen sich die Klasse wieder.
Manche lebten oberflächlich weiter, waren sich nicht bewusst, wie wertvoll doch jeder Augenblick, jede Minute, jeder Tag ist.
Schon längere Zeit machte ein Schulkamerad Schlagzeilen. er hatte sich nur bei einem Klassentreffen blicken lassen, verschwand dann in der Versenkung.
Wie die ehemalige Klasse hörte, wurde er seit 9 Jahren gesucht von der Polizei. Ganze 9 jahre brauchte man, um ihn als Täter, Dieb/Betrüger zu entlarven! Der Mann war damals 39. Kam ins Gefängnis. Seine Haftstrafe wäre sehr lang geworden, doch das Schiksal hatte anderes mit ihm vor.
Er erkrankte an Lümpfdrüsenkrebs, verstarb genau am Tag, mit 40 Jahren, seiner Verurteilung, bevor die Richter ihn sahen. Den geschädigten, geschundenen Opfern kein Trost.
Eine Schulkameradin hatte nach einer Beziehung, wo ein Kind hervor ging, einen Neuanfang geschafft. Sie brach erst ein Studium ab, als Lehrerin, beendete nach langen Kampf, die Beziehung, erlernte einen neuen Beruf, stieg steil die berufliche Karriereleiter hoch. Zwei Kinder von zwei Männern, eine Ehe hinter sich, lernte sie durch das Internet die Liebe ihres Lebens kennen.
Endlich war der Durchbruch da. Die Kinder 17 und 12, einen fantastischen Beruf mit gutem Geld, viele Freunde, beliebt. Der neue Mann war bescheiden, lieb und half ihr sehr, die Kinder mochten ihn wie einen Vater, den sie sich immer wünschten. Sie heirateten bald und lebten 4 jahre als Ehepaar glücklich.Die junge Frau war eine starke Raucherin.
Wenn man sein zweites, besseres Leben gefunden hat, vergisst man zuweilen, wie schnell sich alles ändern kann.
Sie hatte eine Grippe und ständig Kopfschmerzen. Als Migränepatient waren Kopfschmerzen zum Leben gehörend. Doch dann sah sie doppelt, und verschwommen, bekam ständig Ohnmachtsanfälle. Diagnose...Gehirntumor, nicht heilbar.
Ein schwerer Schlag für alle. Besonders für die Familie. Der Ehemann war tapfer und gab ihr bis zum letzten Atemzug das Gefühl von Geborgenheit und Liebe. Sie kämpfte und litt mit vielen Chemotherapien und Operationen für ihre Kinder, den Mann ein ganzes Jahr vergebens.
Bei dem Klassentreffen war die Stimmung ruhig, teils bedrückt. Mit 40 ist man noch nicht alt, beginnt man ein besseres Leben. Die Kinder sind groß, man hat mehr Zeit für sich und den Partner, lebt allmählich mehr seine Wünsche, Träume aus.
Wieder ein paar Stühle leer. Blicke streifen die halbvollen Tische. man sah sich um, wer ist noch da. Das nächste Klassentreffen wurde in kürzerem Abstand gewählt.
Eine Schulfreundin hatte ein bewegtes Leben hinter sich. Der Ehemann lebte 14 Jahre neben ihr her. Die Liebe ein Trugschloss. Alles durchlebte, erkämpfte die Schulkameradin allein. Sie freute sich über kleine Abwechslungen, wie das Klassentreffen, um sich in die Vergangenheit zurück zu leben.
Beginn von Krebs. Erst niedergeschmettert, hoffnungslos sich der Krankheit ergebend. Dem Ehemann war alles gleichgültig. Das Leben sollte mit einem Mal vorbei sein. Dabei wollte sie doch jetzt einen Neubeginn wagen, ohne Mann.
Nach der Liebe suchen, die sie nie kannte.
Die Kinder waren der einzige Halt.
Der erste Test, wie man erfuhr, positiv.
Die junge Frau war am Ende. mehrere Teste zeigten Veränderungen an.
Vor ihr lag, entweder Chemotherapien, oder sein Schiksal in die eigene Hand nehmen.
Sie erlebte nur noch Ohnmacht, Trauer, Leere in sich. Sah in den Nächten immer wieder ihr Leben wie einen Film vor sich ablaufen. Träumte, dass sie tief fällt, ein Licht in der Ferne, ein Schatten, der ihr zu winkte.
Eine schnelle Entscheidung musste her. Aus dem Nichts kam plötzlich ein unbändiger Lebenswille.
Sie entschied sich für eine OP. Danach schätzte sie jeden Atemzug, jeden Augenblick, Ereignis mehr, als früher, weil der Frau bewusst war, das Leben ist nur geliehen.
Man darf es nicht verschwenden.
Selber über Leben und Tod entscheiden müssen, ist die schwerste Entscheidung.
Die Schulklasse wollte ein Treffen in einigen Jahren wieder durch führen. Vielleicht hatte man auch Angst, wieder zu viel Schlechtes zu hören.
Allen wurde bewusst, eine zweite Chance zu bekommen, ist nicht jedem gegönnt. Glauben wir ruhig, dass es eine zweite Chance, ein zweites Leben gibt, wenn unser Schicksal es zulässt.
Zu jungen Erwachsenen heran gereift, ging jeder seinen Weg.
Träume sind dazu da, sie zu verwirklichen. Mit den Jahren sind ihre Lebensläufe vom eigentlichen Leben abgewichen. Man machte schmerzliche Erfahrungen durch Trennung , Scheidung, versuchte sein Dasein umzukrämpeln,neu zu beginnen.
Doch manchmal war das Schicksal Gnadenlos und schnell.
In den ersten Jahren gab es Klassentreffen.
Jeder freute sich von den Anderen zu erfahren, wie sie sich entwickelt haben, ob man noch genauso aussieht wie damals, die gleichen Flausen im Kopf hat, oder die Persönlichkeit eine total andere war.
Wie im Fluge verging die Zeit.
Ein junger Mann, er war gerade erst 29, fing sein Leben richtig gut an, hatte Erfolg im Beruf, etwas Pech in einer Partnerschaft. Er wurde von heute auf Morgen krank. Es dauerte nicht lang. Bevor die Ärzte die entgültige Diagnose aussprachen, verstarb er plötzlich...an Krebs. Ein bösartier Tumor, Heilung war nicht möglich.
So blieb bei dem Kassentreffen der erste Sitzplatz leer.
Jahre später, sie waren Mitte 30, wieder ein Treffen. Die Schulfreunde/innen kundschafteten aus, wer alles kommt. Die Einladungen raus geschickt, Personenanzahl in einer Gaststätte reserviert.
Ein Schulfreund war Tankwart,nach zweitem Anlauf mit einer jungen Frau sehr glücklich, baute allein ein Haus auf, wurde während der Bauperiode Vater.
Für ihn begann ein glücklicheres, zweites Leben. Wie vom Blitz getroffen erfuhr er, Leukemie besiegelte sein Schicksal. Er kämpfte genau 1 Jahr gegen den Tod an. Das Haus hatte er mit Hilfe von Verwandten gerade noch fertig bekommen. Zum Schluss hies es, der Krebs streute bis in die Lunge. In einem Sauerstoffzelt erlebte der Schulkamerad die letzten Wochen und konnte zu haus einschlafen, in den Armen seiner Frau. Sie war 27 und er 35.
5 Jahre später sahen sich die Klasse wieder.
Manche lebten oberflächlich weiter, waren sich nicht bewusst, wie wertvoll doch jeder Augenblick, jede Minute, jeder Tag ist.
Schon längere Zeit machte ein Schulkamerad Schlagzeilen. er hatte sich nur bei einem Klassentreffen blicken lassen, verschwand dann in der Versenkung.
Wie die ehemalige Klasse hörte, wurde er seit 9 Jahren gesucht von der Polizei. Ganze 9 jahre brauchte man, um ihn als Täter, Dieb/Betrüger zu entlarven! Der Mann war damals 39. Kam ins Gefängnis. Seine Haftstrafe wäre sehr lang geworden, doch das Schiksal hatte anderes mit ihm vor.
Er erkrankte an Lümpfdrüsenkrebs, verstarb genau am Tag, mit 40 Jahren, seiner Verurteilung, bevor die Richter ihn sahen. Den geschädigten, geschundenen Opfern kein Trost.
Eine Schulkameradin hatte nach einer Beziehung, wo ein Kind hervor ging, einen Neuanfang geschafft. Sie brach erst ein Studium ab, als Lehrerin, beendete nach langen Kampf, die Beziehung, erlernte einen neuen Beruf, stieg steil die berufliche Karriereleiter hoch. Zwei Kinder von zwei Männern, eine Ehe hinter sich, lernte sie durch das Internet die Liebe ihres Lebens kennen.
Endlich war der Durchbruch da. Die Kinder 17 und 12, einen fantastischen Beruf mit gutem Geld, viele Freunde, beliebt. Der neue Mann war bescheiden, lieb und half ihr sehr, die Kinder mochten ihn wie einen Vater, den sie sich immer wünschten. Sie heirateten bald und lebten 4 jahre als Ehepaar glücklich.Die junge Frau war eine starke Raucherin.
Wenn man sein zweites, besseres Leben gefunden hat, vergisst man zuweilen, wie schnell sich alles ändern kann.
Sie hatte eine Grippe und ständig Kopfschmerzen. Als Migränepatient waren Kopfschmerzen zum Leben gehörend. Doch dann sah sie doppelt, und verschwommen, bekam ständig Ohnmachtsanfälle. Diagnose...Gehirntumor, nicht heilbar.
Ein schwerer Schlag für alle. Besonders für die Familie. Der Ehemann war tapfer und gab ihr bis zum letzten Atemzug das Gefühl von Geborgenheit und Liebe. Sie kämpfte und litt mit vielen Chemotherapien und Operationen für ihre Kinder, den Mann ein ganzes Jahr vergebens.
Bei dem Klassentreffen war die Stimmung ruhig, teils bedrückt. Mit 40 ist man noch nicht alt, beginnt man ein besseres Leben. Die Kinder sind groß, man hat mehr Zeit für sich und den Partner, lebt allmählich mehr seine Wünsche, Träume aus.
Wieder ein paar Stühle leer. Blicke streifen die halbvollen Tische. man sah sich um, wer ist noch da. Das nächste Klassentreffen wurde in kürzerem Abstand gewählt.
Eine Schulfreundin hatte ein bewegtes Leben hinter sich. Der Ehemann lebte 14 Jahre neben ihr her. Die Liebe ein Trugschloss. Alles durchlebte, erkämpfte die Schulkameradin allein. Sie freute sich über kleine Abwechslungen, wie das Klassentreffen, um sich in die Vergangenheit zurück zu leben.
Beginn von Krebs. Erst niedergeschmettert, hoffnungslos sich der Krankheit ergebend. Dem Ehemann war alles gleichgültig. Das Leben sollte mit einem Mal vorbei sein. Dabei wollte sie doch jetzt einen Neubeginn wagen, ohne Mann.
Nach der Liebe suchen, die sie nie kannte.
Die Kinder waren der einzige Halt.
Der erste Test, wie man erfuhr, positiv.
Die junge Frau war am Ende. mehrere Teste zeigten Veränderungen an.
Vor ihr lag, entweder Chemotherapien, oder sein Schiksal in die eigene Hand nehmen.
Sie erlebte nur noch Ohnmacht, Trauer, Leere in sich. Sah in den Nächten immer wieder ihr Leben wie einen Film vor sich ablaufen. Träumte, dass sie tief fällt, ein Licht in der Ferne, ein Schatten, der ihr zu winkte.
Eine schnelle Entscheidung musste her. Aus dem Nichts kam plötzlich ein unbändiger Lebenswille.
Sie entschied sich für eine OP. Danach schätzte sie jeden Atemzug, jeden Augenblick, Ereignis mehr, als früher, weil der Frau bewusst war, das Leben ist nur geliehen.
Man darf es nicht verschwenden.
Selber über Leben und Tod entscheiden müssen, ist die schwerste Entscheidung.
Die Schulklasse wollte ein Treffen in einigen Jahren wieder durch führen. Vielleicht hatte man auch Angst, wieder zu viel Schlechtes zu hören.
Allen wurde bewusst, eine zweite Chance zu bekommen, ist nicht jedem gegönnt. Glauben wir ruhig, dass es eine zweite Chance, ein zweites Leben gibt, wenn unser Schicksal es zulässt.
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