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  • Mercedes Sosa singt nicht mehr

    Die argentinische Sängerin starb am 04.10.2009 im Alter von 74 Jahren.

    Mercedes Sosa ist vielen Menschen als Folklore-Sängerin bekannt, doch sie war mehr, als das. Mit ihren Liedern machte sie Politik. In ihrer sanften Art mit einer imposanten Stimme erlebte sie die Repressalien der Militärdiktatur, ging 1980 ins Exil nach Frankreich und kehrte 1982 wieder in ihr Heimatland zurück.

    Trotz aller Unterdrückung hieß eines ihrer bekanntesten Lieder “Gracias a La Vida”. Dank an das Leben.

    http://www.youtube.com/watch?v=DPLUSH9xwzA

    Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner ordnete nach dem Tod der weltbekannten Sängerin eine Staatstrauer an.

Antworten

  • M. Anne.HL 05.10.2009, 14:59:01

    Finde ich traurig, aber bis gestern zu dem Bericht im TV hatte ich von dieser Frau nie etwas gehört oder gesehen. Aber sie ruhe in Frieden.

  • Ehemaliges Mitglied 05.10.2009, 11:40:04

    Mercedes Sosa, Kämpferin für Frauenrechte und gegen Krieg, Gewalt und Unterdrückung. Ihr Leben auch bezeichnend für die Umbrüche in Lateinamerika.

  • C. carmenbybern 05.10.2009, 11:24:15

    ein sehr schöner text....

    Ich danke dem Leben, das mir so viel gegeben:
    Es gab mir zwei Augen, um deutlich zu trennen
    das Weiße vom Schwarzen; die Welt zu erkennen,
    den sternklaren Grund überm endlosen Himmel
    und den, den ich liebe im Menschengewimmel.

    Ich danke dem Leben, das mir so viel gegeben:
    Es gab mir zwei Ohren, die Welt zu erlauschen,
    Gesang von Zikaden, des Regenguss' Rauschen,
    Geräusch von Turbinen, vom Hämmern an Bauten,
    die zärtliche Stimme des lange Vertrauten.

    Ich danke dem Leben, das mir so viel gegeben:
    Es gab mir die Stimme, es gab mir die Laute,
    so konnte ich rufen, den, dem ich vertraute:
    die Mutter, den Freund und den Bruder zu finden,
    den Weg zu der Seele des Liebsten ergründen.

    Ich danke dem Leben, das mir so viel gegeben:
    Es gab mir zwei Füße, um sie zu benützen,
    so laufe ich müde durch Städte und Pfützen,
    auf Berge, durch Wüsten, so heiß ohnegleichen,
    dein Haus, deine Strasse, um dich zu erreichen.

    Ich danke dem Leben, das mir so viel gegeben:
    Es gab mir mein Herz, und das klopft zum Zerspringen,
    will ich die Früchte des Geistes besingen,
    seh ich wie weit ist das Gute vom Bösen,
    seh ich deine Augen und kann mich nicht lösen.

    Ich danke dem Leben, das mir so viel gegeben:
    Es gab mir mein Lachen, es gab mir mein Weinen,
    und lässt mich das Glück von dem Leid unterscheiden,
    mein Lied ist aus diesen zwei Quellen entsprungen,
    mein Lied für mich selber und für euch gesungen,
    mein Lied für mich selber und für alle gesungen.

  • C. carmenbybern 05.10.2009, 14:29:46

    para Irene:

    Das erbitte ich von Gott:
    [Exakt: "Nur das Eine erbitte ich von Gott", B.S.]
    dass das Leiden mich nicht gleichgültig lässt,
    dass der bleiche Tod mich nicht findet,
    leer und einsam und ohne gehandelt zu haben, wenn es angebracht war.
    (Meint eigentlich: das getan zu haben, was man tun muss. Die Prägnanz des englischen "without doing enough" kann man im Deutschen nicht toppen.)

    Das erbitte ich von Gott:
    dass die Ungerechtigkeit mich nicht gleichgültig lässt,
    dass sie mich nicht auf die andere Wange schlagen,
    nachdem ihre Klauen mich zum Glück nur gekratzt haben.

    (Das kann man nicht wörtlich übersetzen: "la garra" ist metaphorisch der Fang, aber auch die Klemme, in der man sitzt. "Después que una garra me arañó esta suerte" meint also: "Nachdem ich ihnen nur knapp entkommen bin" oder im übertragenen Sinn: Ich konnte mich aus der Klemme, in der ich saß, zum Glück fast unverletzt befreien - und beim nächsten Mal halte ich ihnen nicht so einfach die Wange hin.)

    Das erbitte ich von Gott:
    dass der Krieg mich nicht gleichgültig lässt,
    dieses Furcht erregende Monstrum,
    das die Unschuldigen gnadenlos zertrampelt.

    Das erbitte ich von Gott:
    dass der Betrug mich nicht gleichgültig lässt,
    falls ein treuloser Verräter [an der gerechten Sache B.S.] mehr erreicht als die Wenigen,
    und dass diese Wenigen nicht so leicht vergessen.

    ("Unos quantos" heißt "einige Wenige", also das Gegenteil dessen, was im Wikipedia-Artikel steht.)

    Das erbitte ich von Gott:
    dass die Zukunft mich nicht gleichgültig lässt,
    und dass ich auch die nicht aufgebe, [dass ich auch an die denke, B.S.]
    die sich aufgemacht haben, weil sie anders leben wollen.

    [Das ist IMHO im Spanischen schön doppeldeutig - es können die Ausgegrenzten gemeint sein, die anders leben müssen als der Mainstream oder auch die, die eine andere, neue Gesellschaft wollen].

    Das erbitte ich von Gott:
    dass der Krieg mich nicht gleichgültig lässt,
    dieses Furcht erregende Monstrum,
    das die Unschuldigen gnadenlos zertrampelt.

    Quelle: http://www.burks.de/forum/phpBB2/viewtopic.php?t=6585

  • C. carmenbybern 05.10.2009, 11:33:39

    Dieses lied habe wir oft in jüngeren jahren gesungen,
    es braucht nur eine gitarre und jeder spanisch sprechende kann mindenstens eine strofe davon mitsigen