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Autismus - Asperger-Syndrom

  • Asperger-Syndrom... was ist das?

    Hallo in die Runde!

    Bitte entschuldigt die vllt etwas dumme Frage im Betreff, doch micht interessiert ganz einfach, was ich mir unter Asperger vorstellen muss. Ich bin selbst nicht betroffen, auch meine Kinder nicht, doch ich habe einen Menschen kennengelernt, der davon betroffen ist.
    Ich habe im Netz auch schon einige Seiten gefunden, die es eher medizinisch erklären, doch mir hilft es im Verstehen besser, wenn es mir Betroffene erklären würden.
    Freue mich über eure antworten und grüße lieb!

    schwarze_seele

Beiträge

  • Ehemaliges Mitglied 21.01.2008, 10:53:05

    Hallo zusammen. Ich möchte hier mal 'reinschnuppern', weil ich nicht denke, dass so ein Forum das Richtige für mich ist. Dennoch, einen Versuch ist es wert. Mein Sohn (knapp 6 Jahre) ist vom Asperger-Syndrom betroffen. Wir haben die Diagnose seit dem Spätsommer und ich bin immer noch dabei, es zu verarbeiten. Obwohl es mich nicht überrascht hat. Denn den 'Verdacht' hatte ich schon lange.
    Ich kann daher auch nur sagen, wie ER reagiert, agiert und sich verhält. Er hat wenig Interesse daran, Freundschaften zu pflegen, spielt am liebsten alleine oder mit seinem Bruder (in guten Phasen). Er reagiert in manchen Situationen derart heftig und aggressiv, dass ein Außenstehender erschrecken würde. Er hat einen fast fanatischen Gerechtigkeitssinn, dem man nicht entsprechen KANN, was ihn wiederum zuweilen sehr wütend macht. Man kann kurz sagen: ihm fehlt - in vielerleit Hinsicht - ein Maß. Auch, was körperliche Nähe oder auch den Umgang mit anderen betrifft (Toben, Kämpfen), ist es für ihn schwer, die Grenze einzuhalten.

    Ich könnte seitenlang daüber schreiben, aber das ist es erstmal. Ich denke, bei jedem äußert es sich auch ganz anders. Was mir noch aufgefallen ist - bei ihm sind es immer Phasen. Stärkere und leichtere Phasen.

    Alles Gute! Augusta

  • C. Colly 21.03.2008, 15:06:48

    Hallo Augusta,
    ich habe eine große große bitte an dich. FÖDERE DEIN KIND. Ich bin traurig manchmal sogar frustiert, das meine Mutter mich nie zu einem Spezialisten gebracht hatte. Auch wenn es damal sehr schwer gewesen wäre, einen gegeigneten Arzt zu finden.
    Ich habe auch zu 99% alleine gespielt. Wie dann die Walkman´s rauskammen, bin ich stunden lang alleine um die Alster in Hamburg gelaufen. Ich weiß das meine Mutter sich damals sorgen gemacht hatte, aber es hieß dann, es ist die Pupertät.
    Ich liebe farben und male manchmal etwas. Es wird mit der zeit immer besser. Und basteln tue ich auch gerne. Alles dinge die man alleine machen kann.
    Hast du schon mal mit dem Arzt und/oder der Krankenkasse über Therapien gesprochen? Zum beispiel eine Reit-Therapie?
    Ich habe 2 Katzen die mir das gefühl geben, ich kann eigentlich alles schaffen. Evtl. ein Tier für dein Sohn? Ein Kanninchen oder sogar eine Katze? Vorrausgesetzt er ist nicht allergisch gegen Tiere und der Arzt sagt ja dazu.
    Da ich erst vor kanpp 2 Jahren meine Diagnose erfahren habe, musste ich mich an die Gesellschaft anpassen. Ich wohne alleine und brauche da keine Hilfe, da meine Mutter mir doch viel beigebracht hat, sie war auch immer geduldig.
    In der Schule (1-9 Klasse)war ich immer ein Aussenseiter, und habe mich manchmal mit blanker Gewalt gegen meine Mitschüler gewert. Habe die Hauptschule mit achundkrach geschaft. Dannach habe ich ein weiteres Schuljahr gemacht, da ich keinen Ausbildungsplatz gefunden hatte. Diese Schuljahr hat mir sehr viel spaß gemacht, da die hälfte eine Behinderung hatten. Dannach habe ich mit bravur meine Mittlere Reife nachgeholt und wenn mein Vater 1988 nicht gestorben wäre, dann hätte ich sogar versucht mein Abitur nachzuholen.
    Mein Traumberuf war Tierpflegerin oder Tischlerin. Bin Bürokauffrau geworden und arbeite jetzt in der Buchhaltung. Da ich mit Zahlen mehr anfangen kann als mit Buchstaben.
    Augusta, siehe die Diagnose deines Sohnes als eine große Chance für ihn und für dich und für deine Familie an. Er ist kein Dummkopf und auch nicht schwachsinnig. Er ist etwas ganz besonderes. Vergiß aber auch nicht den Rest der Familie. Nicht das diese zu kurz kommt.
    Selbst Albert Einstein soll ein Aspi gewesen sein. Wer weiß was deinem Sohn alles offen steht. Eigentlich die ganze Welt.
    Suche eine Schule wo Behinderte und nicht Behinderte zusammen hin gehen (wenn du es nicht schon gemacht hast).
    Ich wünsche dir, deinem Sohn und den Rest deiner Familie alles Gute
    Gruß
    Colly

  • C. Colly 21.03.2008, 14:36:14

    Hallo schwarze_seele,
    ich kann von mir sagen, das ich eine angenehme Kollegin bin, da ich nicht ständig rede. Wenn ich was zu sagen haben, sage ich was, und sonst halte ich mein Mund.
    Ich für mein Teil mag nicht gerne Reden, empfinde es oft als unnötig, nevend ja sogar als störend. Diesen "Small-Talk" behersche ich überhaupt nicht. Ich kann wunder bar ein Gespräch totschweigen. Wenn es um ein interresantes Thema geht, dann bin ich aber kaum zu stoppen. Dann werde ich wütend wenn mir andere Leute reinreden.
    In einer Beziehung lebe ich nicht, ich habe es einpaar mal versucht, aber irgendwann nerven die Partner, da diese ständig da sind und ich meinen Freiraum brauche.
    Das gleiche gilt bei Aktivitäten, wie zum Beispiel Kegeln gehen mit anschließendem Essen. Ich kann es nicht, irgendwann muß ich weg und alleine sein. Wenn ich keine möglich keinten habe und ständig präsent sein muß, das heißt mich an der Unterhaltung zu beteiligen, bei sachen Lachen wo auch ander Lachen was ich aber nur peinlich finde, dann werde ich irgendwann wie ein Tier. Ich beiße um mich in dem ich die anderen Beleidige oder nicht mehr wahrnehme und mich innerlich zurückziehe.
    Ich hatte immer gedacht das ich Menschenangst habe, da ich den Menschen ausdem Weg gegangen bin und nicht alzu viel mit ihnen was zu tun haben wollte. Aber seit ich die Diagnose habe, merke ich das das keine Menschenangst ist, sondern desinterresse an den Menschen ist. Die interresieren mich nicht, viele empfinde ich als störend, als überflüssig.
    Ich habe 2 gute Freundinen, eine wohnt in Saarbrücken die andere wohnt in Hamburg. Bei beiden kann ich so sein wie ich bin, ich muß mich nicht verstellen. Meine Freundin in Hamburg hilft mir dadurch, das ich bei ihr mein Herz ausschütten kann und das zu den unmöglichsten Zeiten. Was mir sehr schwer fällt, meine Gefühle mein inerstes jemanden mit zu teilen.
    Ich denke das einen Menschen sehr gut einschätzen kann, bis jetzt lag ich mit meinen Urteil bei 5% danneben. Schwule Männer z.B. erkenne ich sofort, auch wenn es für andere nicht offensichtlich ist.
    Meine Schwanken bestehen nur in Depressionen. Spründe im Denken ja, jemanden was zu erklären, fällt mir sehr schwer, da ich ja weiß was ich erzählen will und es vor meinem geistigen Auge sehe und so schon mal,für ander, wichtige Details auslasse. Ich weiß es ja.
    Ich kann nicht sagen, ob alle "normalen, gesunden" Menschen glücklicher sind, als wir Aspis. Manchmal denke ich mir, das ich besser dran bin, als die gesunden. Ich habe nicht diese zwischen menschlichen Probleme wie ich es bei anderen sehe. Ich sehe die Welt halt anders. ;O)
    Hoffe etwas geholfen zu haben.
    Gruß

  • Ehemaliges Mitglied 01.12.2009, 20:09:23

    ist doch okay so und habe dir bei der pinnwand geantwortet Linda ., Wir müssen stark bleiben für unsere Kinder

  • Ehemaliges Mitglied 21.01.2008, 13:41:18

    Hallo Augusta,
    das erinnert mich an meine Jugend, aber damals wusste noch keiner was das ist. Dementsprechend bin ich auch behandelt worden. Heute bin ich ruhiger.
    Gruß Gerd