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Beziehungssucht

  • Wie komme ich da heraus?

    Der erste Weg aus dieser Beziehungssucht ist der, sie anzuerkennen. Und Erkenntnis geht nicht ohne Erschrecken und Schmerz ab. Die nächste Erkenntnis ist jene, Hilfe zu brauchen.
    Als kleiner Trost: Sie ist weit verbreiteter, als man denkt, und Frauen mehr betroffen als Männer.

    Natürlich ist der nächste Schritt der zu einem Fachmann, dem Therapeuten. Dazu muss aber zuvorderst der Wille vorhanden sein, sonst geht nichts, wie überall. Widerstände werden von überall her aus dem Umfeld kommen, denn für dieses bedeutet es, Sie sagen auch mal 'Nein', nicht gerade bequem für alle, die Ihr 'Ja' gewohnt sind. Oder Ihre "liebe Art" stets betonten.
    Letztendlich lohnt aber eine völlig neue Lebensqualität....

Beiträge

  • Ehemaliges Mitglied 09.03.2010, 19:38:26

    Ein unglücklicher Mensch, der in sich keine Mitte hat, neigt dazu, sich anlehnen zu wollen, anstatt sein Ich zu entwickeln. Dennoch was ist das für ein Mensch, der das Glück ausschließlich in sich selber sucht? Ist nicht unsere gesamte Natur auf Ergänzung und Zweisamkeit ausgelegt? Warum sollte ich das leugnen? Zu zweit sehe und fühle ich mehr und kann inneren Reichtum mit einem lieben Menschen teilen und damit verdoppeln. Ist nicht der Kampf gegen den Wunsch nach Zweisamkeit (hier mit Sucht in Zusammenhang gebracht) nicht ein Versuch, Unfähigkeit zur Zweisamkeit zu kaschieren und das Singldasein zu beschönigen?Der Egozentriker oder Narziß jedenfalls braucht niemanden.

  • L. Lindi 08.10.2009, 22:40:29

    ja Nicki,
    ganz kurz gefasst...
    lieber das bekannte Elend,
    als das unbekannte Glück...

    Ich veruche jetzt einfach mal in mir das Glück zu finden, damit es nicht unbekannt bleibt.
    linda

  • Ehemaliges Mitglied 09.09.2009, 21:08:58

    Hallo Nicki, mich erinnert das an etwas, was ich über Depressionen gelesen habe: Wenn Menschen beginnen, sich aus dem Schlamassel herauszuarbeiten, stoßen sie auf Widerstand in der Umgebung, weil sie nicht mehr so "funktionieren", wie die anderen das gewohnt sind.

    Nein-Sagen-Lernen war auch für mich keine leichte Übung. Die frühere Kindererziehung war eher darauf ausgerichtet, brave Kinder heranzuziehen. Widerstand wollte man brechen und begrüßte ihn nicht als Willens- und Charakterstärke.

    Das Überraschende für viele ist, dass die Menschen in der Umgebung dankbar für klare Worte sind. Sie sind keine Hellseher. Und man muss ihnen sagen, was man für Bedürfnisse und Grenzen hat. Wenn man die Grenzen freundlich und bestimmt setzt, wird es zum Erstaunen vieler erfreut aufgenommen.

    Menschen, die schlecht Grenzen setzen können, stauen dann oft viel Zorn in sich auf, weil die übrigen Menschen ihre Grenzen überschreiten. Aber wenn diese nicht klar definiert sind, ist das ja auch zu erwarten. Und wenn dann einmal ein gewisses Limit überschritten ist, "explodieren" diese weichen Menschen und reagieren so heftig, dass sie nahestehende Menschen vor den Kopf stoßen und sehr verletzen.

    Man muss sich also klar machen, dass es auch den Mitmenschen nützt, wenn man klare Grenzen zieht und diese auch mitteilt, weil man dadurch unfaire Erwartungen (wie Hellseherei z. B.) und unangemessene Reaktionen vermeiden kann. Das trägt zum Seelenfrieden aller Beteiligten bei.

  • Ehemaliges Mitglied 26.08.2009, 09:58:41

    Natürlich gebe ich dir da Recht. Es gibt für jedes Problem auch einen Auslöser. Wird sich damit nicht auseinander gesetzt, wird das eh nichts. Selbst Rückfälle habe ich alleine in den Griff bekommen, da mir professionelle Hilfe in der dementsprechenden Situation mit begrenzten Möglichkeiten nicht wirklich helfen konnte. Auseinandersetzung mit sich selbst. Ohne dem klappt es nicht. Aber das muss jeder Mensch mit sich ausmachen, welcher Weg für ihn geeignet ist, um das in den Griff zu bekommen. Beschäftigung ist auch nur ein Teil davon.

  • N. Nicki 25.08.2009, 10:17:37

    Gratuliere Birgit, war aber sicher Schwerstarbeit. :)
    Manche haben die Kraft nicht.
    Wenn diese Sucht (und es ist eine anerkannte) aber zu schwer wird, dann eben sich leichter machen und Hilfe in Anspruch nehmen.
    Wie viele denken, sie hätten Selbstwert, bis sie eines besseren "belehrt" werden (durch's Leben). Erst von weiter weg hat man den Überblick, gilt für alles.