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Gedichte und Gedanken

  • Mein Schlaf

    Mein Schlaf

    ist wie ein tiefer Wald: flaschengrünes Moos
    wächst zwischen kohleschwarzen Stämmen.
    Nacht ist es, Nacht von samtner Finsternis
    gläsern durchhellt vom Licht aus Mond.

    Erdgebunden schwer bin ich,
    dem Wirr aus Unterholz verhaftet,
    dem Moderduft, dem feuchten Gras,
    der kühlen Ruhe unter Pilz- und Rankendach.

    Dort treff ich altbekannte Wesen,
    die hocken leicht und still im Wind,
    den Rosenblütenblättern gleich beschienen
    um einen lohegoldnen Feuerkranz.

    Unhörbar schwatzen sie vom Tag,
    lautlos besingen sie den Abend, schlaftrunken
    webend schon an einem Tuch aus Trommelschlag
    und Flötenspiel, so zart wie Rauchquarznebel.

    Setz ich mich dann hinzu, beschließ den Kreis,
    verfall ich unverzüglich ihren Traumgeschichten,
    geh ich vorüber - weise lächelnd nur -,
    so lassen sie mich fliegend schweben.

    Wohin?
    Ich weiß es und vermag es dennoch nicht zu sagen,
    erinnre wage, die Reise währte lang und führte weit
    durch Atlasblau, durch Bronzerot im Blick aus Firmament.

    Kehr ich zurück, halb wach, halb schlafend,
    dann ist’s schon Tag, mal vogelfrüh, mal später,
    dann höre ich, und schau noch nicht,
    dann liegt die Nacht als wartend ferner Garten.

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