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Muss ich meine Mutter lieben?

  • Habe nur die eine mutter

    hallo ihr grüße euch,
    ich habe auch keine "solche" mutterwärme und liebe erhalten, wie ich sie meinen kindern von mir gegeben habe. reden werde und kann ich auch net darüber mit ihr. ich sage mir nur immer, es hätte net anders sein sollen, denn ich habe nur die eine mutter. es gab auch situationen , wo ich sie umarmen sollte, aber das konnte ich net und werde sie nur noch begrüßen mit weit ausgestreckten armen. ich respektiere meine mutter, aber sie kann mir net jetzt, wo es mir zurzeit net so gut geht, weil ich gerade mit meinem poattrauma konfrontiert werde, net anders sein und werden. ich müßte mit meiner mutter reden, aber sie ist 70 und ich sage mir ich werde es nie tun können, schon allein weil ich sie kenne. es ist meine mutter und eine andere habe ich net, also respektiere ich. verzeihen werde ich nie können, was sie mir antat, aber lernen damit zu leben und sie zu respektieren, dass kann ich.
    lg chrissi

Beiträge

  • a. ant 28.10.2009, 18:06:14

    Einen Gruß in die Runde.
    Ich gehöre auch zu denen, die mal ihre Mutter für das "Unglück in der Jugend" verantwortlich gemacht hat. Meine Mutter lebt noch und erwartet heute noch "Tochterverhalten" von mir. Zitat:"Warum habe ich nur die Schwangerschaft und alles auf mich genommen, wenn du mich HEUTE nicht liebst?" Allein dieser Satz zeigt das Dilemma, worin sich viele Mütter finden: Sie werden mit einem biologischen Vorgang konfrontiert, woraus die Gesellschaft eine Verpflichtung gemacht hat. "Mütter müssen ihre Kinder lieben".
    Mit Grundschulalter bekam ich raus, dass ich "ein Zufall" bin. Für manch einen eine Katastrophe, aber nicht für mich. Mit diesem Wissen VERSTAND ich schlagartig das Verhalten meiner Mutter besser: Wenn eine Frau gezwungener Maßen Mutter wird, hat das nicht "Liebe zum Kinde" zur Folge.
    Ich habe weitere 40 Jahre gebraucht, um die Situation von Frauen und Müttern zu verstehen. In dem Maße, wie sie für "wichtig" erklärt werden, werden sie auch zu "Hauptschuldigen" gemacht. Männern und Vätern sieht man es gnädig(er) nach, wenn sie sich "aus der Verantwortung stehlen", aber eine "nicht funktionierende" Mutter, eine "Rabenmutter" bekommt das volle Programm der Entrüstung.
    Nur diese eine Mutter? So habe ich auch mal gedacht. Aber heute weiss ich: Wer so denkt/lebt, merkt nicht, wie viele andere "Bezugspersonen", Menschen es gibt, die ohne "Belastungen und Familientiteln" Liebe geben können und WOLLEN. Ich finde es bedauerlich, wie sehr wir Andere mit unseren Erwartungen und Enttäuschungen belasten. Ich spreche heute meine Mutter von Schuld frei, weil ich weiss, wie sehr sie selbst kaputt gemacht wurde. Ich habe meine Schuld bei meinen Kindern erkannt und diesen "Teufelskreis" durchbrochen. Aber bis dahin war es ein "dornenreicher" Weg.

  • G. Roadrunner 21.10.2009, 16:21:25

    Respekt ist bestimmt richtig und wichtig! Wahrscheinlich sollte man auch nicht vergessen, dass man schließlich auch von ihr etwas mitbekommen hat (obwohl ich zeit meines Lebens mir geschworen habe: Ich werde NIE so wie meine Mutter!!!).
    Ich besuche sie, telefoniere regelmäßig mit ihr und höre mir ihre Sorgen an - aber ich LIEBE sie nicht. In ihrem Alter wird sie sich nicht mehr ändern, sie wird auch nie mit mir darüber sprechen können, weder jetzt noch früher.
    Aber ich kann mich eben auch nicht von ihr lossagen, denn sie ist meine Mutter. Und nicht eine Freundin, mit der ich den Kontakt längst abgebrochen hätte...

  • c. chrissi 21.10.2009, 15:40:21

    habe nur die eine mutter

  • j. joli 26.12.2009, 23:49:56

    Auch wenn ich Johanna heiße, glaube ich, ich bin hier anonym. Dadurch ist es mir möglich meine Muttersichtweise hier in die Gruppe zu stellen.

    Als Kind wurde ich aus Hass von meiner Mutter schwer misshandelt. Die Begründung lag in meiner Abstammung väterlicherseits. Diese Misshandlungen führten zu einem „Schmerzgedächtnis“. Ihr könnt es googlen. – Das organische Nervensystem ist überreizt und sendet mit Hilfe des Botenstoffes Substanz P Dauerschmerz. Med. lassen sich diese Schmerzspuren nicht löschen, andere lebensnotwendige Botenstoffe verringern ihre Aktivitäten, schwächen den Körper und lassen den Schmerz von Jahr zu Jahr ansteigen, immer mehr. Täglich bekomme ich Morphium usw. Es ist nicht psychisch bedingt. Man kann diese Schmerzen heute mit MRT sichbar machen. Täglich werde ich durch die wachsenden Schmerzen an diese unmenschliche Frau erinnert. Ich fühlte mich auf die Probe gestellt, hasse oder liebe ich diesen Menschen, der meine biologische Mutter ist. Nein, ich empfinde gar nichts. Ich lebte im Ausland, lernte 2 Berufe mit Abschluss und arbeitete in der Kunst und mit Behinderten. Ich wurde glücklich. Später verheiratete ich mich gut mit einem lieben Beamten und bekam eine Tochter. Wir lebten am Stadtrand mit viel Garten und Tieren. Meiner Tochter erfüllte ich fast jeden Wunsch. Nie sollte MEIN Kind Leid empfinden, nie. Viele Kinder gingen bei uns ein und aus. Später studierte unsere Tochter. Mein Mann und ich schenkten und zahlten und drängten uns nie auf. Nein, wir wollten keine aufsässigen Eltern sein, aber immer für das Kind da sein. Eltern gibt es nur einmal. Mit 39 Jahren heiratete sie. Wir schenken ihr einen guten Teil unseres Ersparten. Ich sagte: „ Mein Kind mehr können Papa und ich Dir nicht geben, meine med. Maßnahmen kosten mittlerweile sehr viel.“ Sie nahm es, schrieb eine Mail, in der sie es uns kundtat „Ich möchte keinen Kontakt mehr zu Euch.“ Warum war ich keine gute Mutter gewesen? Warum?
    Ich hatte ihr doch alles gegeben? Auch meine Liebe aus aufrichtigem Herzen, immer! - Nein, ich gab ihr nicht alles, Leid, von dem ich als Kind so viel erfahren musste, hielt ich von ihr fern. Wie sollte sie erfahren, dass Mütter (Eltern) einmalig sind.

  • c. chrissi 23.10.2009, 11:46:43

    johanna, es ist net so das sie net meine mutter ist. ich habe keine andere, aber ich entschuldige ihre art mutter zu sein, eben damít, sie mußte, da sie mit fünf kindern allein und ich die älteste, eben irgendwo ihren frust loswerden und mehr möchte ich net darüber schreiben, denn wenn es einem gut geht und alles paßt im leben. beziehung, job, dann sieht man auch alles mit anderen augen, aber irgendwas gerät irgendwann mal aus den fugen und es paßt nix mehr im kopf rein, dann sieht man gewisse dinge anders. aber das soll net heißen, das ich meine mutter verachte, aber ich kann ihr net die liebe geben, die ich von meinen kindern bekomme.
    trotz allendem "SIE IST UND BLEIBT MEINE MUTTER; DENN ICH HABE KEINE ANDERE!!!!"
    chrissi