Anmeldung zur Platinnetz Community
E-Mail-AdressePasswort
angemeldet bleiben
Sie sind noch nicht bei Platinnetz?
Jetzt Mitglied werden

zurück zur Themenliste Thema der Gruppe

Philosophenecke

  • Feststellung

    Feststellung 1982
    Keiner meiner Gedanken können vor meinem Gewissen fliehen,
    unerfüllte Träume, die wie Vögel vorüberziehen und mein
    Horizont voller Luftschlösser. Leider nur auf Sand gebaut, nun
    bröckelt die schillernde Fassade, der man hatte sonst vertraut.
    Bieder grinst der schmutzige Hinterhof.
    Phantasie, du bist mir ja so gnädig, nur das Gewissen behauptet,
    du bist doof.
    Das Gewissen nagt an meiner Seele. Widersprüche und
    Kompromisse geben sich ein Stelldichein. Sie spalten geschickt
    meine Zunge und stampfen meine Meinung klein.
    Gegenwart, du scheinst mir allmächtig, machst mich als
    einzelnen Menschen so klein. Dass ich nur noch meine Meinung
    denke, raubst mir die Kraft, die ich brauche zum Schreien.
    In mir brodelt mein ganzes Wissen, die Gleichgültigkeit bietet
    sich wie eine Hure an, dass der Wohlstandsrausch, Lust und Gier
    die Überhand gewinnen kann.
    Vorurteile zeigen mir vorwurfsvoll meine Masken, mauern mich
    meiner Meinung ein.
    Wie kann ich mich mit meinen Gedanken befreien?
    Kommt schon raus ihr wirren Gedanken, die sich in mir
    verrannt, hab ich in meinem Kopf ein Labyrinth erkannt und
    nun such ich meinen Sinn vom Leben, rechne mit mir selber ab,
    grabe aus die Hoffnungen, die endeten wie im Massengrab.
    Bilanz zu ziehen für mein kostbares Leben, ich glaub, ich hab
    zuviel klein beigegeben.
    Nun gluckst du da, dein Kopf wiegt schwer, deine Gedanken
    schwirren wie Fische im Wörtermeer.
    Gegenwart du scheinst mir zu allmächtig, hieb- und stichfest.
    Für mich nicht anfechtbar mit all deinen Gesetzen, prägst den
    Zeitgeist mit deinem Weltenclan. Scheint mir doch dagegen die
    Zukunft fast wie niederträchtig, weil sie trägt die Hoffnung aller,
    auch aller derjenigen, die einst fielen in den vielen Kriegen,
    endeten die Hoffnungen im Massengrab. Weil sie einst mal in
    der Gegenwart waren ?
    Zukunft, du eilst mir stets einen Schritt voraus, wie kannst du
    nur die Last ertragen, die einfach nur Hoffnung heißt.
    Du weißt doch selbst, wer in der Zukunft ernten will, muss in
    der Gegenwart die Saat der Vernunft streuen, das heißt aber
    auch, sich nicht vor der Realität zu sträuben. Feigheit schlägt
    gierig Wurzeln, Kompromisse und Widersprüche tanzen elegant
    im Reigen, zeigen mir aussichtslose Bilder. Der Mut zeigt voller
    Stolz auf Verbotsschilder, sollte es dies schon gewesen sein?
    Wozu aus meinem Labyrinth befreien. Bin zwar nun auf der
    Suche nach dem Zorn der mich verstummen lies. Dreh mich
    aber nur im Kreise in meinem eigenen Labyrinth. Könnt ich
    finden einen Weg in meiner Wut. Könnt ich auch gleich was
    damit ändern an dem Weltenclan mit all den heiligen Göttern,
    müsste jeder zahlen seinen Tribut, ausstehen heißt es Untertan.
    Doch was nützen mir all diese Gedanken, nichts mehr reißt mich
    und sie aus der Bahn, sollte gleich zum Himmel steigen, mich
    erheben wie ein Untertan?
    Wieder steigt ein Weltverbesserer, greift wirr ins Himmelszelt.
    Nur von oben kann man regieren, ändern, was einem nicht
    gefällt.
    Die Meere modern vor sich hin. Die dritte Welt ist wie die
    Ozonschicht, für den Wohlstandsfortschritt viel zu dünn,
    ist der Wohlstand egoistisch oder sogar naturfaschistisch?
    Neptun ist bestimmt schon krepiert. Schnell ein Gebet, ob dies
    noch funktioniert?
    Erst mal seinen Segen auf mein Labyrinth, das die Botschaft, die
    ich verkünde einen Ausgang find.
    Aber auch alles ist schon angeprangert. Papiere suhlen sich auf
    dem Schafott und das ganze Gelaber vermischt mit politischem
    und religiösen Komplott, hieb- und stichfest, nicht mehr
    anfechtbar, ach du Gegenwart wie bist du mir doch nah.
    Die Pessimisten lecken Wunden, hilflos staunen viele Menschen,
    hören sprachlos zu, es wird viel zu viel zerredet, es ist doch
    schon viel zu viel gesagt, man gewöhnt sich ans eigenen Leben,
    solange man sich noch verwöhnen kann.
    Die Angst beginnt erst 5 nach 12 aber bestimmt ist auch dieses
    schon gesagt. Der Wald ist zwar sauer, er lacht sich fast tot.
    Es gibt zwar mehr Waffen als für die Menschheit Brot.
    Was nützt mir so manches Gebot. He, ihr Götter, ihr, wie ihr
    euch vergöttern lasst, lebt doch besser als der feudalste Adel mit
    Gesetz und Recht?
    Bloß nichts ändern,
    die Ampel der Hoffnung steht noch nicht auf rot.
    Die nächste Generation wird es schon meistern, solange können
    wir noch die Welt verkleistern, mit Farbe bemalen - rosarot.
    Die Ampel auf gelb zu stellen, wäre noch zu früh, die Zeichen
    der Welt zu erkennen, wäre Idiotie.
    Wir pflastern zu dem Weltenschmerz und stecken ein, sonst
    könnten wir nicht so optimistisch sein.
    Bin ich an der Endstation - R E S I G N A T I O N - ?
    Doch der Fahrplan Zukunft ist für mich nicht leserlich, schau
    nur glotzend auf die Scheibe und erkenne mein eigenes Gesicht.
    Reden darüber und Gedanken verlieren? Hör ich doch zu
    denjenigen, die sich ließen von der Gegenwart verführen.
    Was nützt eine Selbstkritik in meinem Labyrinth, wenn ich
    keinen Gedankenanhang find, dazu bin ich viel zu klein.
    Was nützen mir meine Naivschreibereien? Annoncieren und
    suchen, wer hat mit mir die Kraft zum Schreien.
    Wer hat Lust, was zu ändern oder wollen wir weiter schlendern
    auf unserem Seelenasphalt, wo die Gleichgültigkeit marschiert.
    Kann bloß hoffen wie viele, das die Zukunft findet ein Happy
    End

Beiträge

  • Ehemaliges Mitglied 13.01.2008, 00:29:16

    Ehrlich gesagt finde ich es schade, dass man einen Beitrag, wie den von Udo Awe nicht einfach so stehen lassen kann, sondern sofort beginnt ihn zu hinterfragen, zu kommentieren und zu diskutieren.

    Für mich ist so ein Zeugnis persönlichster Gedanken Anlass, es zu lesen, dabei "zuzuhören" und nachzudenken.

    Mein Respekt vor einem solchen Text ist groß genug, dass ich nicht einmal ein einziges Komma kommentieren würde.

    ...man muss doch nicht alles zerreden, oder?

  • Ehemaliges Mitglied 13.01.2008, 11:22:50

    @Rodolfo B.

    Parteilos ist man nie, man ergreift wenigstens Partei für
    sich selbst.

    ich schließe mich dem vorredner an..............?

    Der Kampf mit dem eigenen Widerspruch ist ein
    Widerspruch.

    als was denn bitte nun kommt von deine seite bitte?

  • Ehemaliges Mitglied 12.01.2008, 15:49:31

    Hallo, Udo Awe,

    kannst Du Dein Thema (noch) etwas erläutern?

    Wie kommst Du auf die Idee, es seien „Deine“ Gedanken??

    Auf Deiner HP fragst Du (auch Dich selbst?):
    “ Was wären wir ohne Gedanken,
    was wären wir ohne Sprache,
    was wären wir ohne Worte,
    Was wären wir ohne Kunst?“

    Hast Du eine Antwort gefunden?

    „Die größten Raubtiere sind wir sowieso, wir können uns nur zähmen oder schämen durch die Wortwahl!“, sagst Du.
    Wieso glaubst Du, das von mir zu wissen oder wen meinst Du mit „wir“? Und was hat Dein Glauben mit der Realität zu tun?


    Gruß
    robo

  • Ehemaliges Mitglied 18.01.2008, 18:00:25

    hallo uwe,
    schwierig, solche texte bei verlagen unterzubringen. höchstens im selbstverlag. meiner ansicht nach würden die sehr gut zu RAP-music passen. ich habe sie beim lesen innerlich mitgesungen.
    versuch doch mal, kontakt mit solchen gruppen aufzunehmen.
    grüsse

  • Ehemaliges Mitglied 13.01.2008, 14:29:21

    @robo:
    Also, mein Beitrag hatte auch mit einem deiner Beiträge nichts zu tun – dein Zitat deines eigenen Beitrags, tja, da weiß ich nicht, wo ich den hintun soll.

    Das Vorhandensein der Selbst-Darstellung ist eines, das sich mir schon eine geraume Zeit aufdrängt – wir könnten darüber ein neues, eigenes Thema eröffnen?

    Ansonsten:
    Nun, ich nehme deinen „Schluss-Satz“ humoristisch, obwohl mir jegliche komische, satirische, ironische oder kabarettistische Einordnung von „Sir“ und „zu Befehl“, etc. komplett abgeht.
    Das mag an meiner beschränkten Auffassung liegen, könnte aber auch nur einfach sinnloses Gefasel sein, nicht wahr?