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Politische Meinungsbildung

  • veränderung der parteienlandschaft durch nichtwähler

    die politik-, politiker- und parteienverdrossenheit und damit die zunahme derer, die nicht mehr wählen gehen, führt zu verschiebungen in der parteienlandschaft. denn genau das ist es, was die althergebrachten milieus zum einstürzen, zumindest zum wanken bringt. sicher, viele faktoren haben das profil der bevölkerung verändert. die alten werden mehr, die jungen weniger. die globalisierung führt zu einer veränderten berufslandschaft und erhöhtem wettbewerb. selbst der gut ausgebildete mittelstand kann sich nicht mehr auf einen Arbeitsplatz einrichten, sondern muss auch flexibilität beweisen. die balance zwischen berufstätigen und beziehern von transferleistungen ist nicht mehr gewährleistet.
    dadurch gibt es immer mehr menschen, die sich als verlierer empfinden oder es auch tatsächlich sind. die starken lassen sich dagegen gern vom ausland anziehen oder vermeiden, soweit es geht, sich als gesellschaftliche elite zu sehen und einzubringen. und der schlingerkurs, den die parteien oft genug fahren, um die Menschen gleichermaßen anzusprechen, verunsichert wiederum die breite mitte. dort aber will man ernst genommen werden und den erforderlichen beistand erfahren, beispielsweise wenn es um finanzielle entlastungen geht. viele dieser Wählen fühlen sich immer mehr allein gelassen. dieses klientel sucht vergebens nach führung und wertevermittlung.
    auf der suche nach vertrauen der mitte werden nicht nur die programme der parteien, sondern auch deren konkrete entscheidungen immer volatiler. das hilft eben nicht dabei, die aus enttäuschung geborene verdrossenheit zurückzudrängen. deswegen haben die großen parteien auch weniger probleme mit den wählern als mit den nichtwählern. dass sich die mitte scharenweise der wahl enthält, stärkt die überzeugungstäter der politischen ränder sowie der klientelparteien. während die volksparteien dahindümpeln, zwingt die stärke der kleinen dann doch wieder zur ungeliebten großen koalition, in der wiederum noch weniger klare positionierung möglich ist.
    und in diesem zwiespalt schreiben die parteien neue pragramme, um sich vom koalitionspartner abzuheben. meist jedoch ohne erfolg. jedenfalls fühlen sich viele wähler von diesen programmen nicht angezogen.

Beiträge

  • Ehemaliges Mitglied 15.11.2007, 14:16:42

    Hallo Roy,
    auf Deine Kanzlerentscheidungen darf man sicher gespannt sein. Aber nicht dass hier nur eine neue Parteigründung vorgeschlagen wird. Da gabs nämlich hier schon mal die angepriesenen "Violetten" die uns leider auch nicht aus unserem wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und bevölkerungspolitischen Jammertal herausführen konnten. Solls nun vielleicht um eine Weltrevolution gehen?

    Hoffentlich sollen die Renten nicht weiter geschmälert werden. Und mein Sparkapital für Alter, Siechtum und sonstige Unbill des Lebens, möchte ich eigentlich auch nicht noch mehr schrumpfen sehen müssen. Ja und dann, aufs Autofahren und gelegentliche Reisen und meinen Rotwein möchte ich eigentlich auch nicht gerne verzichten. Bleibt noch der Wunsch, am Schluß evtl. auch noch etwas vererben zu können.

    Also lieber Roy, bleib als Kanzler maßvoll und tolerant und denke bitte an a l l e (nützlichen?) Glieder der Bevölkerung.
    Nimms halt von den dicken Kapitalbonzen,
    den Politikern und meinetwegen auch überversorgten Beamten. Pass aber bitte auf, daß die Kapitalisten im Falle eines Zugriffs auf ihre Pfründe, nicht ihre Gelder im Ausland anlegen und der dortigen Wirtschaft zur Verfügung stellen. Da brauchts dann eben doch eine Weltrevolution. Und hab auch noch ein bisschen einen fürsorglichen Blick auf unsere überbordende Staatsverschuldung.

    Nichts für ungut, es war nicht ganz bierernst gemeint und dazu noch ganz im Rahmen der gebotenen "political correctness".

    Gruß Rodolfo

  • Ehemaliges Mitglied 08.11.2007, 17:42:45

    Also Altruismus oder Idealismus sind doch durchaus positiv besetzte Begriffe. Und dass manchmal ein gesunder Realismus mit einem Schuss Pessimismus helfen würde, absehbare Fehlentwicklungen klar zu erkennen und beim Namen zu nennen und damit noch größeres Unheil abzuwenden, dürfte auch einleuchtend sein.

  • Ehemaliges Mitglied 07.11.2007, 12:40:43

    feindlichkeit gegen andere ist immer etwas schlechtes

  • Ehemaliges Mitglied 24.11.2007, 17:56:11

    Ob "sie" genug von den Lügen haben, weiß ICH nicht (ich kann nur "für mich" sprechen). Aber sich einzubilden, mensch würde mit seinem alle 4 Jahre stattfindenden Wahlgang etwas "bewegen", halte ich doch für DUMM.

  • Ehemaliges Mitglied 24.11.2007, 18:27:18

    @ Ina
    Natürlich kannst du nur für dich sprechen, denn die meisten anderen würden es sich wohl verbitten, wenn andere in ihrem Namen sprächen.

    Allerdings denke ich schon, dass mit der Wahl Partei - also einer Denkrichtung - etwas bewirkt wird. Diese Denkrichtung wird durch jede für sie abgegebene Stimme stärker und vielleicht wird sie so stark, dass ihr Denken zur allgemeingültigen Grundlage der politischen Entscheidungen wird.

    Also kann es nicht so dumm sein. Demokratie ist ganz gewiss nicht die Herrschaft der Dummen - auch nicht des Mittelmaßes - sondern sie ist vor almme die Herrschaft des Kompromisses, des Ausgleichs mit anderen Meinungen, die auch beachtet werden müssen.

    Das heißt dann auch "Anpassung". Und Anpassung bedeutet auch ändern der früheren Meinung, weil sonst der Partner nicht mitmacht.

    Wer dann unter diesen Umständen von "Lügen" spricht, der ist allerdings tatsächlich dumm. Dümmer gehts nicht mehr ...