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veränderung der parteienlandschaft durch nichtwähler
die politik-, politiker- und parteienverdrossenheit und damit die zunahme derer, die nicht mehr wählen gehen, führt zu verschiebungen in der parteienlandschaft. denn genau das ist es, was die althergebrachten milieus zum einstürzen, zumindest zum wanken bringt. sicher, viele faktoren haben das profil der bevölkerung verändert. die alten werden mehr, die jungen weniger. die globalisierung führt zu einer veränderten berufslandschaft und erhöhtem wettbewerb. selbst der gut ausgebildete mittelstand kann sich nicht mehr auf einen Arbeitsplatz einrichten, sondern muss auch flexibilität beweisen. die balance zwischen berufstätigen und beziehern von transferleistungen ist nicht mehr gewährleistet.
dadurch gibt es immer mehr menschen, die sich als verlierer empfinden oder es auch tatsächlich sind. die starken lassen sich dagegen gern vom ausland anziehen oder vermeiden, soweit es geht, sich als gesellschaftliche elite zu sehen und einzubringen. und der schlingerkurs, den die parteien oft genug fahren, um die Menschen gleichermaßen anzusprechen, verunsichert wiederum die breite mitte. dort aber will man ernst genommen werden und den erforderlichen beistand erfahren, beispielsweise wenn es um finanzielle entlastungen geht. viele dieser Wählen fühlen sich immer mehr allein gelassen. dieses klientel sucht vergebens nach führung und wertevermittlung.
auf der suche nach vertrauen der mitte werden nicht nur die programme der parteien, sondern auch deren konkrete entscheidungen immer volatiler. das hilft eben nicht dabei, die aus enttäuschung geborene verdrossenheit zurückzudrängen. deswegen haben die großen parteien auch weniger probleme mit den wählern als mit den nichtwählern. dass sich die mitte scharenweise der wahl enthält, stärkt die überzeugungstäter der politischen ränder sowie der klientelparteien. während die volksparteien dahindümpeln, zwingt die stärke der kleinen dann doch wieder zur ungeliebten großen koalition, in der wiederum noch weniger klare positionierung möglich ist.
und in diesem zwiespalt schreiben die parteien neue pragramme, um sich vom koalitionspartner abzuheben. meist jedoch ohne erfolg. jedenfalls fühlen sich viele wähler von diesen programmen nicht angezogen.
Ehemaliges Mitglied | 03.09.2007, 17:27:30
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