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Politische Meinungsbildung

  • Meine politische Grundeinstellung und ihre Entwicklung

    Ich will mal hoffen, dass ich das alles in einem Nacht-und Nebel-Artikel möglichst klar und pregnat rüberbekomme!

    Ich stamme aus armen Verhältnissen. Meine Bildung habe ich mir großteils selbst erarbeitet. Meine Eltern und Verwandten konnten mir meine Fragen nur selten beantworten. Mit Mathe und den Naturwissenschaften in der Schule habe ich hauptsächlich schlechte Erfahrungen gemacht. Allerdings hatte ich in meinen Interessen scho eine gewisse Unterstützung. Meine Oma hat mir ein Mikroskop und ein paar Bücher geschenkt. Darin stand wie man experimentiert. Ich habe mir von meinem TAschengeld ein paar Reagenzgläser, einen Erlenmeyerkolben und all das andere gekauft. Die Experimentierkäten bekam ich nur zaghaft zusammen. Ich musste einmal einen richtigen Aufstand machen, um meine Chemiebaukästen zu bekommen (Weihnachtsgeschenke, Geburtstagsgeschenke).

    Als wir endlich Chemie als FAch hatten, wusste ich schon alles, was in den ersten drei Jahren Stoff des Unterichts war. Mein Lehrer kannte mich aber und hat mich aus dem Unterricht ausgegrenzt, weil er Angst hatte, dass ich seinen Unterricht kaputt mache.

    Naja, alles konnte ich nicht lernen. Vieles blieb mir einfach schleierhaft. Immer wenn ich etwas verstehen wollte hat der Lehrer gemauert oder meine Eltern wussten es nicht.

    Ich habe früh bemerkt, dass ich kaum eine Chance hatte.Mein Vater war zu arm und zu beschäftigt, ein HAus zu bauen. Das hat mir nicht viel genützt. Ich habe die Chemie an den Nage gehängt und mich der Soziologie zugewandt. Die Lehrer waren 68er und all das klang ziemlich pausiebel für mich. Ich kann das alles jetzt nur noch bruchstückhaft erklären. Aber eines ist doch von besonderer Bedeutung: soziale Gerechtigkeit, weil die gesellschaftlichen Strukuren der Nachkriegszeit (das Nicht-Leisungsprinzip der Stände im vergangenen Prussen) immer noch ein Nachklang fand. Der fette Reiche hat sich seine Bildung vom Vater oder der Mutter in den Arsch blasen lassen. Er war nicht intelligenter. Er war weit aus weniger originell und fantasievoll. Hatte weniger Ideen. So jemand studiert dann Chemie mit Erfolg, obwohl er keinen nennenswerten Überblick gewinnen kann. Der den Überblick gewinnt, scheitert an der 7 Semester Hürde, obwohl er Ideen hat die kein anderer kennt.

    So ist das. Aber in der Schule wusste ich diese Zusammenhänge noch nicht so bewusst. Ich war einfach ein Linker, Umweltbewusstsein, Ethik, vielleicht war ich eine Art Romantiker. Den Kommunisten habe ich nie ganz vertraut. Ich war ein Demokrat. Direkte Demokratie war mein Ding. Aber davon konnte ich nur träumen, also hab ich das gemacht. Die FDP war für mich ein Verein von Abzockenden Bürgern, der Lehrer war langweilig liberal, aber fair! Das habe ich erlebt als ich eine Klausur nicht mitgescghrieben habe, weil ich Pech beim Trampen hatte und zu spät kam. Die Linken sind immer dogmatischer geworden, weiß man ja! Aber der Kapitalismus war immer ein Dorn in meinem Auge. Die Bonzen, die geglaubt haben, sie wären etwas Besseres haben mich immer abgeschreckt. So fette Typen, die gedacht haben, einen Menschen verachten zu können, weil er weniger Geld verdient, weil er ein Kadettchen fährt; Wenn es die nie gegeben hätte, wäre ich längst selbststänig!

    Meine politische Einstellung ist heute mit keiner Partei wirklich konform.

    Das kann sie auch gar nicht sein, weil die Parteien seit den 80er Jahren Clubs für Clientelpolitik sind, die Interessen vertreten, die nur alt Eingessesen allses recht machen. Ich verachte HArtz IV aber ich kann es nicht ganz verurteilen. Die Agenda 2010 ist nicht weit gedacht. Die übrigen Reformen sind auf Dauer nicht wirksam, weil sie zu kurz gedacht sind. Der Entwurf der Sozial oder der Arbeitslosenhilfe war nur Almosengeberei, nicht wirksam für ein tatsächlich sebstbestimmbares Leben. Das verkümmerte Etwas danach scheitert an der Organisation, dem fehelenden Geist der Solidarität, den ewig fehlenden Einsichten einer heute modernen Geselllschaft. Hilfe für Selbsthilfe ist was wir alle brauchen. Nicht nur ich. Nein, auch die Politike brauchen für ihren Erfolg genau das was jedem Menschen Lebensqualität bringt.

    Heute bin ich nicht wirklich links, nicht rechts. Nicht wirklich konservativ aber ein Mensch der manche konservative Politiker ernst nehmen kann. Aber Traditionen bedeuten mir zumindest nicht sehr viel.

    Finanzielle Freiheit ist mir ein Begriff. Das ist das was den Mittellosen fehlt, um politische Freiheit ganz ausschöpfen zu können. Ohne Geld kann man nicht wohnen, wo man will. Man kann nur wohnen, wo es sich bezahlen lässt. Das ganze System des Bürgertums, der bürgerlichen Gesellschaft scheint zu scheitern. Ist aber auch keine wirkliche Identität für mich.

    Die Freiheit des Geistes zählt auch für mich. Ich hab es da mit Friedrich Schiller: "wenn du es richtig in die HAnd nimmst, wird jedes Werkzeug zur Waffe!".

    Gruß an alle, die schreiben!

Beiträge

  • Ehemaliges Mitglied 01.11.2007, 23:08:42

    @Susanne Sch
    Obwohl ich diese persönlichen Befindlichkeiten und Auseinandersetzungen in einem öffentlichen Forum ablehne: Ja ich habe diese Mail an Walter K. geschrieben und ich stehe auch nach wie vor voll hinter ihr.!!!
    Schauen Sie sich nur die wiederholten üblen Diffamierungen und lächerlichen Unterstellungen von Walter K. auf meine div. Beiträge an.
    Im Übrigen bin ich mir nicht ganz sicher, ob sich hinter Ihrer UserID nicht eine zweite User ID des Walter K. verbirgt.
    Eine weitere persönliche Auseinandersetzung ist damit für mich erledigt.
    Ich bedaure zutiefst, dass diese eigentlich niemand interessierenden Meinungsverschiedenheiten hier öffentlich ausgetragen werden.

  • S. sus 02.11.2007, 21:34:48

    lieber rolf,
    nun sind wir also per "sie", was ich respektiere und angemessen finde. vielleicht erlaubt uns das bei der kommunikation doch weitgehende sachlichkeit.
    es belustigt mich, dass sie mir, aus welchen gründen auch immer, nicht zugestehen, eine autonome person dazustellen und mich für ein pseudonym des herrn k. halten.
    mögen sie dies für sich zurecht legen wie´s beliebt. feministisch betrachtet könnte sich die frage stellen, ob sie eine frau nicht für auseinandersetzungsfähig genug halten. doch das müssen wir hier nicht erörtern.
    meiner meinung nach hat es ein mann mit format nicht nötig diskussionsteilnehmern diffamierende e-mails zu übersenden.
    ich würde mich gerne mit ihnen auf eine ernst zu nehmende art und weise verständigen und bitte sie daher von persönlichen angriffen abstand zu nehmen und sich zur sache zu äußern.
    vielen dank
    susanne sch.

  • Ehemaliges Mitglied 01.11.2007, 12:48:34

    Auf den aufschlußreichen Beitrag von Ekkehard Steinel müßte man jetzt eigentlich ebenso ausführlich antworten. Ich will es bei zwei Gedanken belassen:

    1) Natürliche Ungleichheit:
    Soziale Gerechtigkeit im Sinne von materieller Gleichhheit und gleicher Aufstiegsmöglichkeiten, ist eine Utopie.
    Die Menschen unterscheiden sich grundsätzlich stark hinsichtlich ihrer Intelligenz, Begabung und Leistungsfähigkeit durch das erhaltene Erbgut, die Gene. Und wenn die notwendigen Leistungsträger durch allzu große Umverteilung und Gleichmacherei in ihrem Ehrgeiz und ihrer Leistungsmotivation gebremst werden, dann wird der Kuchen, von dem den Schwächeren die notwendige Hilfe zur Selbsthilfe zukommen soll, insgesamt auch kleiner ausfallen. Daher führt eine gleichmachende totale "soziale Gerechtigkeit" eher zu allgemeiner Verarmung. Von der ausufernden Bürokratie einmal ganz abgesehen.
    Dass es ein Kind reicher Eltern möglicherweise leichter hat, als ein Abkömmling aus der Unterschicht ist sicher richtig. Aber letzten Endes entscheiden die Intelligenz, Kreativität und individuelle Leistungsmotivation über Aufstieg oder Absinken in der gesellschaftlichen Hierachie. Nicht jeder kann ein Studium ergreifen und nicht jeder kann KfZ-Fachkraft bei Daimler werden.

    2)Individuelle Freiheit:
    Es ist eine Utopie zu glauben, der Staat müsse für alle gesellschaftlichen, sozialen und finanziellen Probleme eine Lösung parat haben. Dies gilt vor allem dann, wenn man sich selbst als selbstbestimmtes Individium betrachtet -losgelöst von Volk, Nation, Staat sowie Solidaritätsbewußtsein und sein Leben gemäß der hedonistischen
    Parole: "Ich - alles - sofort", genießen möchte.
    (Letzteres möchte ich jetzt absolut nicht Ekkehard Steinel unterstellen.)

  • Ehemaliges Mitglied 02.11.2007, 06:24:14

    @Susanne

    Herr Walter Bayer lässt die Maske des Biedermanns fallen. Demaskierung! Jetzt ist er sich nicht sicher, ob sich nicht hinter Susanne Sch. die zweite User ID von Walter K. verbirgt. Sherlock Holmes ist er auch noch, nicht nur Weltökonom und Hausmeister des Forums.

    @Thomas Lindwurm.
    Warum soll Ekkehard Steinel nicht seine sehr persönliche Biografie vorstellen, wenn er diese exemplarisch sieht für viele andere Biografien.

    Warum soll er eine politische Einstellung ausführlicher darlegen? Er hat das doch im wesentlichen.



    Wer ist mit unsozialer Egomane gemeint?
    Wer hat nach deiner Auffassung nicht "zumindest ein pasr persönliche ethische Grundsätze"?

  • Ehemaliges Mitglied 02.11.2007, 07:28:37

    Und noch mal Kurt Tucholsky

    Die Lösung

    Wenn was nicht klappt,
    dann wird vor allem mal nicht berappt.
    Wir setzen frisch und munter
    die Löhne, die Löhne herunter -
    immer runter!
    Wir haben bis über die Ohren
    bei unsern Geschäften verloren...
    Unser Geld ist in allen Welten:
    Kapital und Zinsen und Zubehör.
    So lassen wir denn unser großes Malheur
    nur einen, nur einen entgelten:
    Den, der sich nicht mehr wehren kann.
    Den Angestellten, den Arbeitsmann;
    den Hund, den Moskau verhetzte,
    dem nehmen wir nun das Letzte.
    Arbeiterblut muß man keltern.
    Wir sparen an den Gehältern -
    immer runter!
    Unsre Inserate sind nur noch ein Hohn.
    Was braucht denn auch die deutsche Nation
    sich Hemden und Stiefel zu kaufen?
    Soll sie doch barfuß laufen!
    Wir haben im Schädel nur ein Wort:
    Export! Export!
    Was braucht ihr eigenen Hausstand?
    Unsre Kunden wohnen im Ausland!
    Für euch gibts keine Waren.
    Für euch heißts: sparen! sparen!
    Nicht wahr, ein richtiger Kapitalist
    hat verdient, als es gut gegangen ist.
    Er hat einen guten Magen.
    Wir mußten das Risiko tragen...
    Wir geben das Risiko traurig und schlapp
    inzwischen in der Garderobe ab.
    Was macht man mit Arbeitermasen?
    Entlassen! Entlassen! Entlassen!
    Wir haben die Lösung gefunden:
    Krieg den eigenen Kunden!
    Dieweil der deutsche Kapitalist
    Gemüt hat und Exportkaufmann ist.
    Wußten Sie das nicht schon früher -?
    Gott segne die Wirtschaftsführer!