Lieber Wolfgang! Deine in schöne Poesie gefassten Gedanken erinnern mich daran, wie ich einst verführt wurde!
Ohne Dir in Deiner Poesie es jetzt nachzutun, schildere ich, wie es mir einst erging:
All meine Jugendlieben waren bis auf eine ---eine kurze Spanne -- unglückliche, unerwiderte gewesen.
Auf der Oberschule machte ich mich unbeliebt, da ich nicht linientreu war. So mußte ich die Schule verlassen, wurde an eine andere strafversetzt - zur Bewährung-. Da ich aber nicht einschwenkte, trieb man mich von Nervenzusammenbruch zu Nervenzusammenbruch. Schließlich mußte ich auch diese Schule verlassen.
Um mich aus schulischem Sorgenfeld erst einmal in eine andere Welt zu entrücken, gaben meine Eltern mich,den achtzehnjährigen zu einer mit ihnen seit Jahrzehnten bekannten Künstlerin.Bei ihr wartete wichtige arbeit auf mich. Sowohl das Dach des Hauses, welsches die Künstlerin bewohnte, als auch das Dach eines weiteren Gebärdes wir vom Zahn der Zeit desolat geworden, Die Schatze rahmenlos gestapelter Ölgemälde litten schon teilweise stark unter der dauernden Nässe.
Die Gemälde waren teils von der Küstlerin, größtenTeils jedoch von ihrem verschollenen Manne,
Ich brachte die Dächer in Ordnug, trocknete soweit möglich die Bilder. Mir selbst richtete ich das langeDachz7immer mit seinen Gipswänden und geschwungenen Dachfenster gemütlich her, Die schönsten Jugendbilder, eins vom Gatten gemalt schmückten nun zusammen mit Pferdemotiven und anderem Schönen die weißen Wände , eine sehrt große Spieluhr, fast einen Meter lang- machte ich wieder gängig, Sie spielte viele Lieder und Schlager aus den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Aber auch das schöne Schubertlied „Leise flehen meine Lieder“ fehlte nicht auf der Walze der Wundermaschine,
Hin-und wieder kamen Gäste zu der alten schönen Frau und ließen sich aus der Hand lesen. Auch mir gab sie den ersten Unterricht in Chiromantie und vermittelte mir einiger anderer esoterischer Wisssen.
Eines Abends wollte sie aus meinen Händen lesen. Ich ließ es geschehen. Bald darauf ging ich müde von des Tages Arbeit auf mein Zimmer. Ich entzündete eine Kerze und zog die Spieluhr auf. Die schon Starkheruntergebrannte Kerze verlosch bald. Ich schlief bei den klängen der Spieluhr ein.
Im festen Schlaf war ich noch nicht, unbewusst der Spieluhr noch lauschend……
Da spürte ich über mir einen weiblichen Körper mich verführnd, wie duás in deinem Gedichte beschrieben:
Die Verführung
Mit Reife, Erfahrung und kundigen Händen
eröffnet sie sachte den Tanz der Verführung;
mit schamroten Wangen, die Blöße bedeckend,
erlebt er den Zauber der ersten Berührung.
Ihr Mund saugt sich fest an geschlossenen Lippen,
sie führt seine Finger an samtweiche Brüste,
fühlt an ihrem Bauch seine drängende Härte,
sein Zittern verrät die erwachten Gelüste.
Sie fordert und lockt mit der Hitze des Schoßes,
liebkost seine Männlichkeit mit ihrem Munde,
sein heftiges Atmen weicht heiserem Stöhnen,
er schöpft aus dem Vollen der Gunst dieser Stunde.
Schon öffnet sie weit ihre feuchtwarmen Schenkel,
noch hält sie die Zügel und führt ihn zum Ziele,
sie reitet ihn wild in den Rausch der Begierde,
ist Sklavin und Herrscherin in diesem Spiele.
Pulsierendes Zucken - Taifun der Erfüllung -
nur langsam erwachen sie aus seinem Bann,
sie streicht ihm das schweissnasse Haar aus der Stirne;
'Wohlan, schöner Jüngling, nun bist du ein Mann.'
Und Tanzen ist Träumen mit den Füssen.
©W.CH
Das Überraschungsmoment konnte größer nicht sein. .Doch natürlich erkannte ich sie.Wußte, dassie überdie sechzig hinaus war, und das positive daran zu erkennen,, richtig zu werten --- dazu war ich zu jung, zu unerfahren, Schreck und Entsetzen kämpften in mir mit der Wonne des Gefühls.
Nun wusste ich aber aus medizinisch. Philosophischen werken, das das sexuelle Ersterlebnis prägend für die erotischen Beziehung des ganzen Lebens bleibt. Und daher hatte das Ersterlebnis etwas wunderbares, schöness zu sein… Aber die alte wenn auch auf ihre Art schöne Frau,,,
ich griff zu einem magischen Trick. Einem Z/aubertrick. Und plötzlich war es die Künstlerin, wie ich sie von den schönsten Jugendbildern kannte, die ja in meinem Zimmer hingen, Nun konnte ich mich voll dem Genuß hingeben --- bös ich trotz meines überwiegend passiven genießens voll erschöpft langsam in Orpheus Reich hinüberglitt. -----
Am anderen Morgen reiste ich ab. Zusehr hatte den Jüngling dies Ersterlebnis aufgewirbelt, aufgewühlt, als das ich zuhätte bleiben können. Zum Manne gemacht verließ ich sie….