Anmeldung zur Platinnetz Community
E-Mail-AdressePasswort
angemeldet bleiben
Sie sind noch nicht bei Platinnetz?
Jetzt Mitglied werden

zurück zur Themenliste Thema der Gruppe

Single-Dasein

  • Verletztheit/Schmerz

    Da es in der letzten Zeit in verschiedenen Foren (Auf Partnersuche/Liebe&Dating) zu teilweise aggressiven Auseinandersetzungen kam, möchte ich hier einen Raum schaffen, in dem es möglich ist über unsere Erfahrungen in Bezug auf unsere Verletztheit zu schreiben.

    - Wie haben wir den Schmerz über den Verlust des Partners erlebt?
    - Wie haben wir "gegengesteuert"?
    - Ist dies überhaupt gelungen?
    - Oder haben wir ganz einfach verdrängt?
    - Warum geben wir uns und einem potentiellen neuen Partner keine
    Chance mehr?

Beiträge

  • Ehemaliges Mitglied 24.01.2008, 21:15:48

    Der Verlust einer Partnerin, schwer zu verkraften. Bei mir kam noch unser Baby dazu. Ich kam vom Dienst, und beide wollten mich abholen.
    Auf der Kreuzung sah ich Blaulichter, es kam grün und ich wollte fahren, da lag er, der Kinderwagen, mitten auf der Strasse.
    Mit dem Schirmchen, bin in den Notarztwagen, meine Tochter,
    Ihre Augen sahen mich an, warum ich sah ich, zwei Tage später starb meine Freundin.
    Verlust, immer noch, Schmerz, ja.
    Ich habe zwei Kinder, 12 und 8. Wenn ich meine kleine Tochter sehe, ja, da denke ich nach, ihre Schwester wäre heute 20 Jahre alt.
    Doch ich weiss es, nur die Zukunft zählt.

  • R. Renier 24.01.2008, 00:56:08

    @Ursula
    Liebe und Vertrauen sind Gefühle und sind nicht steuerbar...so sehr man sich das auch in Einzelfällen wünschen mag. Sie lassen sich weder an- noch abstellen...allenfalls verdrängen.

    Ja, ich denke, daß wirkliche tiefe Liebe das absolute Vertrauen voraussetzt. Sie äußert sich ja auch gerade in diesem Vetrauen. Allerdings wird man das Mißtrauen auch nicht einfach abstellen können. Zu groß ist die Angst vor dem neuen tiefen Schmerz. Sehr aufmerksames Hinhören, Hinsehen und Hinfühlen gerade in der Zeit des Kennenlernens ist sicher nicht falsch. Aber man sollte sich hüten, dem neuen Partner gleiches oder ähnliches Verhaltensmuster - wie vom Expartner erlebt - zu unterstellen. Es wäre ihm gegenüber ungerecht. So wie die Liebe zum neuen Partner wächst, kann ja auch das vertrauen wachsen.
    Die bisherige Lebensgeschichte des neuen Partners sagt ja auch etwas aus. Inwieweit man dabei aber auf seinen Charakter schließen kann, muß man wohl sehr individuell beurteilen.

  • E. Eri 28.01.2008, 22:47:42

    Christine, das kann ich sehr gut verstehen. Meine Kinder waren erwachsen und haben mir sehr geholfen durch ihre Anwesenheit. Als sie jedoch wieder abreisten um ihrem Beruf nachzugehen fiel ich in ein Riesenloch. Nähe konnte ich auch noch nicht zulassen, obwohl das schon Jahre her ist und das ist wirklich eine einsame Angelegenheit.

  • R. Renier 24.01.2008, 01:09:28

    @La Perla
    ja Uschi, das kenne ich auch..diese panische Angt vor neuem Verlust. Es lähmt..blockiert..obwohl man sich eigentlich nach der Zweisamkeit und der Nähe sehnt. Je mehr man sich öffnet, je man man liebt und vertraut, desto größer der Schmerz beim Verlust.
    Ich weiß nicht, ob dieser Zusammenhang so stimmt, aber ich empfinde es so.
    Besonders beim Verlassenwerden könnte verletzter Stolz eine wesentliche Rolle spielen.

  • Ehemaliges Mitglied 24.01.2008, 21:05:08

    Guten Abend, ích möchte mich ganz herzlich für die Beiträge zu meinem Beitrag bedanken; ich freue mich, dass es hier doch noch Menschen gibt, mit denen man sich ernsthaft unterhalten kann (vorbei ich gegen Nonsens auf einem gewissen Niveau auch nichts habe).

    In diesem Zusammenhang möchte ich noch einmal den Gedanken der Berechnung aufgreifen; ich meine damit ich habe dir 1. 2. 3.... gegeben und was habe ich dafür zurück bekommen. Dieses Thema wurde ja auch schon in anderen Foren diskutiert und betrifft nicht die Menschen, die ihren lieben Partner durch Tod verloren haben. Handelt es sich dabei um gesunden Menschenverstand oder um Berechnung? Wie verträgt sich diese Denke mit Vertrauen mit Liebe. Gerade wenn man verlassen worden ist und viel gegeben hat kommen einem solche Gedanken, denn völlig selbstlos ist nun mal keiner. Ist es die Wut, die solche Gedanken produziert, oder die Verletztheit?

    Uschi