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Wie vergesse ich meinen geliebten Partner nach einer Trennung?

  • Allg. Gedanken zur (Partnerschafts-)Trennung u. dem Sinn von Trennungs-Schmerz

    Wie sollten mann/frau mit einer Trennung umgehen? Vom Sinn von Trennungsschmerz u. ob sich da Männlein von Weiblein unterscheiden?

    MEINE GEDANKEN MAL DAZU.
    (Zur Diskussion gerne freigestellt ...)

    Es gibt 2 Möglichkeiten, mit einer Trennung umzugehen. Entweder sich dem ganzen stellen (und damit verarbeiten) oder aber vor dem Trennungs-Schmerz flüchten, ihn verdrängen.

    Das beste wird es stets sein, die Trennung zu "VERARBEITEN". Gedanklich sich damit zu beschäftigen, zu reflektieren.
    Etwa:
    - Warum ist es zu dieser Trennung gekommen?
    - Wo waren die ersten Anzeichen der Trennung?
    - Inwiefern verlief diese Trennung ähnlich oder unterschiedlich zu früheren?
    - Welche BeziehungsMUSTER erkenne ich in mir? (EIN ZENTRALES THEMA, denke ich)
    - Hätte es einen Sinn gehabt, die Beziehung weiterhin fortzuführen?
    - Wurde an der Beziehung beidseitig "gearbeitet", um ihr nochmals eine Chance zu geben?
    - etc, etc, etc, ...

    Das innerliche Verarbeiten/"Verdauen" (nicht nur in Trennungssituationen, z. Bsp. auch im Todesfall eines nahen Angehörigen) ist immens wichtig. DAS bedeutet leider, leider mit Sicherheit, psychischen Schmerz ertragen zu müssen. Ihn auszuhalten. Und man sollte sich ihm stellen. Nur so verheilen frische Wunden u. werden zu Narben. Und nur vernarbtes Gewebe ist geheilt ;-).

    Die (falsche) Alternative wäre: einfach nur zu flüchten, und damit sich dem Schmerz nicht zu stellen. Ihn nicht zuzulassen. Das geschieht aber häufig. Z. Bsp. dann, wenn man einfach in eine neue Partnerschaft FLÜCHTET. Oder wenn mann/frau inneren Schmerz über Alkohol oder eine andere Droge BETÄUBT. Oder zum "Arbeitssüchtigen mutiert". Man kann auch sozuzsagen als Ersatz , da neigen wohl eher die Männer zu, einen "100 PS stärkeren Wagen kaufen", *gg*, oder, dann zum Ausgleich mal eher eine Domäne der Frauen, kaufsüchtig werden. Da gibt es schon `ne Menge an Möglichkeiten ... VOR DEM (TRENNUNGS-)SCHMERZ DAVONZULAUFEN.

    Erst, wenn ich die alte Beziehung "verdaut" habe, eben diesen inneren Schmerz zulassen konnte, habe ich sie auch VERARBEITET. Nur dann KANN ICH IN INNERER FREIHEIT MICH EINER NEUEN BEZIEHUNG ZUWENDEN. (Alles andere müßte eigentlich eher zum Scheitern verurteilt sein.)

    Den Schmerz muß leider jeder alleine (er)tragen. Man kann ihn einem anderen nicht abnehmen. Jeder muß alleine durch. Aber man kann ihn lindern: etwa dadurch, daß man eine vertraute Person findet, bei der man sich (im wahrsten Sinne des Wortes) "ausschütten" kann. Und so lange ausschütten, bis das Schmerzfaß geleert ist ;-). Also: Reden, reden, reden ... Auch wenn sich die Gedanken, u. damit auch die Sätze, immerfort im Kreise drehen. Vielleicht auch im Sinne eines Sich-frei-Redens. Oder aber man besucht eine Selbsthilfegruppe mit Gleichbetroffenen zu dieser Thematik. Da SPÜRT man (also nicht unbedingt eine rationale Ebene), daß man nicht alleine ist.

    DER SCHMERZ IST DER WEG ...ist ein Leitgedanke von mir. Vielleicht sogar ein Lebensziel. Und IN DIESEM Zusammenhang (DAS kann auch SEHR mißverstanden werden ;-)) wird man verstehen, daß ich nun nicht SM-mäßig veranlagt bin.

    In der Verarbeitung von innerem Schmerz ...bei einer Trennung, bei einer "traumatischen" Lebensänderung, beim Tod eines Menschen ... gibt es da Unterschiede zwischen m und w? Ich denke, ja. Männer neigen eher dazu, dem Schmerz aus dem Wege zu gehen. Sich ihm nicht zu stellen. Und vielleicht hängt es auch noch mit dem - für mich überholten - alten Rollenverhalten von Mann-Frau zusammen:
    "Ein Mann hat *harrrrt* zu sein, hart wie Kruppstahl, hart wie eine *TTeutsche Eiche*, *gg*, darf keine Gefühle zeigen, darf nicht weinen."

    Stelle die Gedanken mal gerne zur Diskussion ...



    Abendgrüße
    Tiro

    PS: Dieser Beitrag war ursprünglich (und gerade eben) für einen anderen Bereich gedacht:
    http://www.platinnetz.de/forum/8421/von-mann-zu-mann
    Wollte diesen Beitrag als Antwort schreiben. Und der ist dann ellenlang geworden. Habe mich dann spontan entschlossen, einen eigenen Thread daraus zu machen. Und das in einem Forum, wo die Anzahl der Mitglieder größer ist. Voila ...




Beiträge

  • Ehemaliges Mitglied 08.04.2008, 13:30:36

    Hallo Hella, Tiro,
    danke für Eure Beiträge zum Thema :)
    Die Sache ist kompliziert. Es stimmt, ich habe Probleme, mich zu entscheiden. Weil meine Freundin, wohl wegen ihrer Unsicherheit bzgl. meiner Absichten, Druck auf mich ausübt, weitere Schritte zu unternehmen (bin ausgezogen, wohne bei ihr seit ca. 6 Wochen), also mein Haus verkaufen, die Scheidung einreichen usw. (wovor ich momentan zurückschrecke). Meine Frau gibt mir auch nur noch wenig Zeit zurückzukommen (was, denke ich, verständlich ist).
    Auf der einen Seite stehen da meine Kinder, die ich liebe, meine Frau, die mir noch nicht gleichgültig ist (wir haben uns nicht monatelang zerkracht, es kriselte zum ersten mal richtig, seit wir zusammen sind, also seit 18 Jahren und ich bin dann abgehauen, den Streit habe ich hauptsächlich provoziert, um einen Grund zu haben, auszuziehen. Natürlich war nicht alles in den 18 Jahren Gold. Wir haben uns etwas auseinandergelebt, die Sexualität liess aus meiner Sicht auch viel zu Wünschen übrig. Die Kommunikation zwischen uns war auch zum Erliegen gekommen, finanzielle Probleme = seit Jahren hohe Belastung durch Hypotheken, entsprechend wenig Geld und durch Kinder auch wenig Zeit, um mal was zusammen zu unternehmen, ich trug seit Jahren die alleinige Verantwortung für die Finanzen, kam nicht vom Fleck), mein Haus.
    Auf der anderen Seite meine Freundin, die mir viel davon gab und gibt, was mir in meiner Beziehung zuletzt fehlte: Liebe, Wärme, das Gefühl, das ich nicht immer alleine für alles verantwortlich bin (nicht nur in finanzieller Hinsicht).
    Was mir Bauchschmerzen bereitet, ist, das mich meine Frau, bevor ich ging, anflehte, uns gemeinsam eine zweite Chance zu geben. Ich wollte es aber nicht, weil ich mir meine zweite Chance bereits in Form meiner Freundin nebenbei aufbaute. Und deswegen, weil ich sie so stehen liess nach all den gemeinsamen Jahren, fühle ich mich wie ein Arschloch. Um mir meine Seelenruhe zu kaufen, versuchte ich alles zu tun, damit sie und die Kinder meine Abwesenheit so gut wie möglich überstehen können. Ich nahm nichts außer meinen Klamotten mit, überließ meiner Frau den Zugang zu meinem Konto, kümmerte mich abends um die Kinder, an den Tagen, an denen sie arbeiten musste. Versuchte die Finanzen so zu regeln, dass sie das Haus behalten könnte. Es nützte alles nichts. Ich war weg, die Kinder vermissten mich, meine Frau auch.
    Meine Freundin sagt mir zwar ständig, ich wäre nicht für alles in der Welt verantwortlich und wäre auch keine Lebensversicherung für meine Frau, trotzdem brennt es immer wieder mal im Magen. Habe Schuldgefühle.
    Nun habt Ihr ein genaueres Bild. Hat jemand einen guten Rat für mich???

  • Ehemaliges Mitglied 09.04.2008, 16:19:01

    Leute, wenn es so einfach wäre, hätte ich mich schon längst entschieden. Es gibt so vieles, das für die eine oder andere Frau spricht! Wonach sollte ich gehen? Nur nach Liebe? Das Gefühl vergeht ein wenig nach der ersten Begeisterung. Nach der schönen Vergangenheit? Sie ist vergangen. Nach dem Wohl der Kinder? Ich glaube kaum, dass es die richtige Basis ist.
    Ich bin seit Wochen innerlich zerrissen. Denke ständig nach und finde nicht die Lösung. Tue damit beiden Seiten weh, mich eingeschlossen. Warum ist es so schwer, sich in dieser Situation zu entscheiden? Ich tu mich schwer, die langen gemeinsamen Jahre und die gemeinsamen Kinder einfach aufzugeben. Andererseits habe ich es schon irgendwie getan, oder? Hätte ich es getan, wäre ich wohl offener für die neue Beziehung, die unter meiner Unentschlossenheit leidet. Ihr habt alle ähnliche Erfahrungen gemacht. Wonach seid Ihr gegangen? Entschied das Herz? Der Kopf? Der Bauch? Oder das Portemonnaie?

  • A. Bettamania 09.04.2008, 17:35:32

    Hi Adrian,
    ich bin nicht in deiner Position sondern in der deiner Frau. Mir als Frau wäre ganz klar das Herz und der Bauch wichtig, wenn du mit deiner Partnerin den Kopf und das Portmonai besprechen und regeln kannst.
    Dies ist aber die Sicht einer Frau, vielleicht kann noch einmal ein Mann der in dieser Situation war erzählen wie und warum er entschieden hat.
    LG
    Anna

  • Ehemaliges Mitglied 24.04.2008, 14:01:26

    Hallo die Damen,
    danke für Eure Beiträge. Ich entnehme allen, dass es so etwas, wie eine echte zweite Chance nicht gibt, dass es kaum eine Möglichkeit gibt, nachdem ich wegging, nochmal mit der selben Frau eine funktionierende Beziehung aufzubauen.
    Ich möchte hier klarstellen: Die treibende Kraft, was das zurückkommen anbetrifft, ist meine Frau. Ich persönlich habe große Zweifel, dass wir unsere Beziehung retten bzw. verbessern könnten. Sie erzählt mir öfters mal am Telefon, wie traurig die Kinder sind, wie sehr sie sich wünscht, dass ich zurückkäme. Das bringt mich immer wieder durcheinander, schließlich hinterlassen 18 gemeinsame Jahre, die Kinder, das gemeinsame Haus Spuren auf der Seele. Auf der anderen Seite denke ich, das war die Vergangenheit, jetzt ist es nicht mehr so, wir müssen nach vorne schauen und versuchen, jeder für sich, das Beste daraus zu machen.

  • Ehemaliges Mitglied 24.04.2008, 11:58:07

    Adrian, sei doch mal ganz ehrlich zu Dir selbst. Du betrügst doch schon wieder eine Frau! Willst Du das der Frau mit der Du Kinder hast, die Du ja auch betrogen hast, noch mal wieder antun? Wie sicher kannst Du sein, dass es nicht wieder passiert? Willst Du nur der Schuldgefühle wieder zu Deiner Familie zurück, wo Du doch
    angeblich mit Deiner Freundin "viel Spaß" hast?. Verstehe ich sowieso nicht, wie man viel Spaß haben kann, wenn einen die Schuldgefühle erdrücken.
    Betrügt mich ein Mann mit einer anderen Frau, gibt es keine zweite Chance. Um nochmal wieder solche Gefühle für den gleichen Mann auf zu bauen, dafür ist das Leben zu kurz. Und der Kinder wegen das noch mal auf sich zu nehmen? Das muß jede Frau selbst wissen. Ich würde sagen: lohnt nicht, der Schaden bei den Kindern ist da.
    Klingt alles sehr hart, aber das Leben ist für Frauen in solchen Situationen sehr hart.